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Montag, 15. März 2010

Schneller Vorlauf

Hallo... äh, wie war doch gleich der Name?...
So begrüßt mich unsere Wii-Spielekonsole immer, wenn ich länger nicht gespielt habe. Meinem Blogeditor hingegen ist das ziemlich egal. Auch nach vier Wochen Abstinenz zeigt er mir das gleiche leere Blatt wie immer.

In diesen vier Wochen war ich nur wenig am Rechner und hatte weder Lust zu lesen, noch zu schreiben. Und das nicht, weil nichts zu schreiben gewesen wäre. Irgendwie war ich abends einfach zu platt, um mich vom Sessel oder Bett wegzubewegen. Aber jetzt kommt der Frühling und mit ihm die Worte.

Um niemanden mit alten Kamellen zu langweilen, gehe ich zum Anfang der Lücke, drücke auf den schnellen Vorlauf und zeige nur ein paar Kleinigkeiten.
Bis Karneval war alles ok. Am Samstag erwischte mich dann ein übler Magen-Darm-Infekt, der mir fast eine Woche mehr oder weniger starken Durchfall bescherte.
Dabei habe ich mich so gefühlt, wie einige der Gestalten auf den Fotos aussahen.

Danach wurde es wieder besser und die Laufeinheiten gingen wieder lockerer.
Bis dann das Sturmwochenende kam.
Da wollte ich eigentlich zwei längere Einheiten kombinieren. Erst im Siebengebirge und dann später noch einmal an der Sieg.

Teil eins ging noch ganz gut, es war windig, aber man konnte noch einigermassen Laufen und musste sich noch nicht vor umstürzenden Bäumen fürchten.

Am Nachmittag jedoch ging es richtig los. Hätte ich gebloggt, so wäre der Titel gewesen, "Laufen wie Margitta (ultraistgut)", denn es fegten Orkanböen wie an der Ostsee entlang des Siegdeichs. An Laufen war für mich Binnengemüse nicht zu denken. Aus 25 geplanten Kilometern wurden schließlich nur zwölf.
Dem Baum schräg gegenüber unseres Hauses ging es noch schlechter. Angesichts der Winde wurde er kurzerhand von der Feuerwehr abgesägt.

Ende des schnellen Vorlaufs.

6-Stunden-Lauf Nürnberg
Damit wären wir dann auch schon beim vergangenen Wochenende angelangt und das kann ich nicht so einfach unter den Tisch fallen lassen. Schließlich zeigte der Countdown am Rande des Blogs lange genug an, dass letzten Samstag der Nürnberger Sechs-Stunden-Lauf stattfand.
An diesem wollten Gaby und ich unbedingt teilnehmen, da wir von 2008 noch sehr gute Erinnerungen an Nürnberg hatten.

Leider kam es anders und Gaby zog sich in der Woche davor eine richtig heftige Erkältung zu, mit der an Laufen nicht zu denken war.
So ging ich dann alleine an den Start und konnte dafür Gaby's Unterstützung vom Rande der Strecke geniessen, die zudem noch ein paar Fotos schießen konnte.
Allerdings nur aus der Anfangsphase, danach gab der Akku des Fotoapparates auf. Vielleicht hätte ich ihn doch besser vorher noch einmal aufgeladen.

Für das Wochenende war ganz übles Wetter angesagt, mit Schnee und Regen bei unangenehmen Temperaturen.
Zum Glück wurde es jedoch erheblich besser als befürchtet, es war praktisch trocken, kaum Wind und die Temperaturen waren zumindest für die Läufer gut zu ertragen.
Die Strecke geht auf 1,522km einmal um die Wöhrder Wiese, man hat stets einen guten Blick auf die andere Seite mit dem jeweiligen Rückweg.

Neben der Verpflegung befindet sich die Zählstation, in der jeder Läufer einen persönlichen Zähler hat, der neben dem Aufschreiben der Runden auch immer mal wieder aufmunternde Worte parat hat.
Meine Zählerin war übrigens die (halbverdeckte) Frau in der dunkelblauen Jacke, die ihre Sache übrigens sehr gut gemacht hat.

Für das Rennen hatte ich mir vorgenommen, nicht schneller als 5:45 min/km zu laufen und so mit Verpflegungspausen auf über 60km zu kommen. Klar, dass es auch nicht wesentlich langsamer als 6:00min/km werden sollten.
An diese Vorgaben konnte ich mich die ganze Zeit gut halten und lief ziemlich konstante Rundenzeiten.
Schwierig wurde es erst ab km 50, wenn die Kräfte langsam nachlassen. In dieser letzten Stunde liegt der echte Unterschied zum Marathon, hier muss man sich schon ordentlich anstrengen, um nicht nachzulassen.

Ich habe es mir allerdings selbst schwer gemacht. Bei km 50 läuft man an den Zählern vorbei und dann habe ich schnell ausgerechnet, wieviele Runden ich noch für 60km brauchen würde. Ich lag gut in der Zeit und hatte etwa 5 Minuten Polster, sogar ein Kilometerschnitt oberhalb von 6:00 würde locker reichen.
Doch Runde für Runde schmolz das Polster und ich wurde langsam nervös. Eine kurze Frage beim Organisator Klaus Schulz löste das Rätsel damm schnell auf. Ich hatte als Rundenlänge 1,4km statt 1,52 verwendet und war plötzlich wieder im grünen Bereich.

Am Ende wurde für mich eine Distanz von 60,92km gemessen, für mich eine super Ergebnis mit dem ich richtig zufrieden bin.
Und beim nächsten mal knacke ich die 61km.

Sonntag, 31. Januar 2010

Schnee und Eis in Rodgau

Die Wettervorhersage verhieß für das Projekt 50km von Rodgau nichts Gutes. Schon die Anreise würde beschwerlich werden und auch für das Rennen selbst war zumindest mal eine schlechte Wegstrecke zu erwarten.
Also wurde der Wecker noch ein wenig früher gestellt und als ich dann um zwanzig nach fünf aus dem Fenster linste, wurde ich auch nicht enttäuscht. Gute zehn Zentimeter Neuschnee und weitere Schneeflocken bescherten uns ein fröhliches Hallo-Wach-Programm mit dem Schneeschieber. Welcher Idiot ist damals eigentlich auf die Idee gekommen, eine Garage ins Kellergeschoß zu bauen?
Aber egal, wir waren ja vorbereitet und konnten so trotzdem pünktlich um halb sieben Sabine und Michael einladen und die Fahrt nach Rodgau beginnen.

Auf der Autobahn ging es um diese Zeit noch gesittet zu, mit angepasster Geschwindigkeit kamen alle gut voran. Nur ein Auto haben wir gesehen, dessen Fahrt im Graben geendet war, aber anscheinend wohl ohne schlimmere Folgen.
Zur unserer großen Überraschung wurden die Straßenverhältnisse in der Nähe von Frankfurt immer besser und so erreichten wir Rodgau-Dudenhofen noch deutlich vor neun Uhr.

Vor der Startnummernausgabe traf ich dann den Pfläzerwaldläufer endlich mal persönlich. Martin wollte in Rodgau seinen ersten Ultra laufen und hat dies mit Bravour geschafft.
Anschließend hatten wir sogar noch genügend Zeit uns in der Halle ein wenig aufzuwärmen, bevor wir uns lauffertig anzogen und auf den guten Kilometer Weg zum Start machten.
In der Halle haben wir noch einige Bekannte getroffen, unter anderem Conny und Sigi Bullig, von denen ich auch die Fotos bekommen habe. Mehr Fotos vom Lauf hat Sigi hier abgelegt.

Um 10:00 Uhr stürzten sich dann mit dem Startschuß einige hundert Läufer auf die zehn Runden zu je 5 Kilometer.
Die erste Runde war sozusagen die Streckenbesichtigung. Ich war ja ohnehin zum ersten Mal da, aber auch die Wiederholungstäter mussten sich zumindest den Bodenbelag einmal anschauen.
Und der hatte es in sich. Auch wenn die armen Veranstalter sich alle Mühe gegeben hatten, die Strecke gut zu präparieren, es gab eigentlich keinen Abschnitt, der wirklich gut zu laufen war. Entweder war es hart und uneben (auf den asphaltierten Wegen mit Eisschicht) oder weich und sandartig (im Wald). Aber auch darauf musste man ja vorbereitet sein.
Die Kunst war es also eine Linie zu finden, auf der man möglichst ohne größere Verluste laufen konnte.
Die Strecke besteht aus je zwei Abschnitten im Wald und zwei auf Feldwegen. In der Mitte gibt es ein kurzes Stück Wendestrecke, auf dem man immer wieder dieselben Leute sieht und grüßen kann.
Gut gelaunt ließ ich mich vom Bodenbelag nicht schocken und rannte locker mit einem Schnitt unter 5:30 min/km los. Ursprünglich hatte ich mir als Ziel für Rodgau 4 Stunden und 45 Minuten gesetzt, nun fand ich 4:35h auch ganz verlockend. Und in Kevelaer hatte dieses Tempo über den Marathon ganz gut funktioniert.

Bis etwa Kilometer 32 ging es dann auch recht gut, ich lief immer im Bereich von Gaby, meist ein paar Meter dahinter, mancnhmal auch ein paar Meter davor.
Dann aber schwanden die Kräfte und ich konnte das Tempo nicht mehr halten. Statt unter 5:30 lief ich nun 5:40 bis 6:00 und mußte mich schon mächtig anstrengen.
Die Passagen im Wald wurden von Runde zu Runde anstrengender, es ist in etwa wie Laufen auf Sand. Mit jedem Schritt rutscht man auch immer etwas zurück. Solange man Reserven hat, kein Problem. Wehe aber man hat nichts mehr zuzusetzen.
Auf dem letzten beiden Runden kam ich dann kaum noch unter 6:00 min/km und war froh als endlich das Ziel in Hörweite kam.
Nach 4:46 Stunden war es dann geschafft und ich hätte das vermutlich mit weniger Quälerei hinbekommen, wäre ich direkt das passende Tempo gelaufen.
Gaby hat mir auf den letzten Runden übrigens noch sage und schreibe zehn Minuten abgenommen.
Gaby Gründling, die Streckensprecherin, begrüßte mich im Ziel dann auch mit den Worten "..Deine Frau hat schon geduscht..." :-)

Insgesamt bin ich angesichts der Streckenverhältnisse mit dem Ergebnis super zufrieden, vor allem, da ich keinen Meter gehen musste. Ausser an der Verpflegung natürlich. Ich schwächel ja sonst gerne mal, wenn es zu hart wird.

Kurz nach mir kam übrigens der Pfälzerwaldläufer ins Ziel, den ich dann gleich mit dem Handy verewigt habe:

Leider habe ich ihn danach nicht mehr gesehen, denn aufgrund des immer schlechteren Wetters hatte er sich schnellstmöglich auf den Heimweg gemacht.

Für uns war dir Rückfahrt vollkommen problemlos, alle Straßen waren frei, als hätte es nie Glättegefahr gegeben. Im Laufe der Nacht sollte sich das allerdings auch schon wieder ändern.

Montag, 25. Januar 2010

Der Wochenendläufer

So richtig will es mir in diesem Jahr bisher nicht gelingen, regelmäßig zu trainieren. In der Woche finde ich stets jede Menge Ausreden nicht zu laufen und so mache ich dann am Wochenende meine gesamten Kilometer.
Mal ist es mir zu glatt oder zu kalt oder zu dunkel oder ich muss noch irgendwas erledigen und habe dann keine Lust mehr.
Zum Glück habe ich an den Wochenenden bisher immer einen ganz langen Lauf geschafft und damit einen richtig guten Kilometerschnitt (30,5km) pro Trainingseinheit, aber das muss sich bald wieder ändern. Vier oder fünf Einheiten pro Woche dürfen es dann schon sein.
Bis zum 6h-Lauf in Nürnberg sind es schließlich nur noch sieben Wochen und darauf will ich mich schon ordentlich vorbereiten. Die 57km von 2008 sollten doch zu überbieten sein.
Am nächsten Wochenende stehen erstmal die 50km von Rodgau auf dem Plan, bei der derzeitigen Wettervorhersage wird das ein kaltes Vergnügen.

Dieses Wochende wurde Freitag mit einem schnellen Dauerlauf zur Siegmündung eingeleitet. Fast 20 Kilometer in zügigem Tempo, da waren die Autos im Stau auf der A59 nicht schneller. Leider kann man das auf dem Foto nicht so gut erkennen.

Sonntag hieß es dann wieder früh aufstehen und die große Bonnrunde angehen. Da wir die Gegend im Schlaf kennen, war es ausnahmsweise nicht so schlimm, dass es noch dunkel war. Vielleicht sogar ganz gut, denn erst mit dem Tageslicht konnte man erkennen, wie bescheiden das Wetter war.
Schneegriesel und Matsch, aber da mussten wir durch. 41km wollte ich laufen, um über 60 Wochenkilometer zu kommen. Und weil es so anstrengend war, habe ich dann auch noch den einen Kilometer bis zum Marathon draufgelegt. Am Ende war ich ziemlich platt, aber zufrieden, mich durchgekämpft zu haben.
Vielleicht war das nicht gerade ein optimales Trainingswochenende für Rodgau, aber da geht es ohnehin für mich nicht um Bestzeiten , sondern ums Kilometersammeln.

Sonntag, 17. Januar 2010

Rutschen auf dem Kölnpfad

Für die ganz langen Trainingseinheiten macht es Spass, mal neue Strecken auszuprobieren. Beschilderte Wanderwege sind dazu gut geeignet, denn das, was man wandern kann, ist meist auch laufbar.
Im letzten Jahr hat Wolfgang Olbrich von der LG DUV den Kölnpfad nonstop ausgerichtet. Einige ganz hartgesottene Läufer machten sich auf den Weg, einmal Köln am Stück zu umrunden.
Auf den ersten 60km versuchte ich mich nicht gerade erfolgreich als Fahrradbegleiter und am Ende der Etappe hatte die Troisdorfer LG M.U.T. eine Verpflegungsstation aufgebaut.
Schon damals kam die Idee auf, einen Teil der Strecke als lange Trainingseinheit zu laufen und dann bis nach Troisdorf zu ergänzen.

Als Gaby und ich dann im Dezember begannen, die ersten Monate des Jahres planen, fiel uns das wieder ein und schon fand sich der Lauf als erste wirklich lange Einheit für uns beide auf dem Trainingsplan wieder.
Zu dem Zeitpunkt musste man für diese Gegend nicht unbedingt mit Schnee rechnen, das ist hier doch eher selten.
Die letzten Wochen belehrten uns eines Besseren, aber nicht zu laufen würde ein Verschieben ins Unbestimmte bedeuten. Bei zwei Läufern mit Kind bedeuten gemeinsame lange Läufe und Wettkämpfe immer viel Organisationsaufwand. Also blieb der 16. Januar der Tag des Kölnpfads.

Start des Unternehmens war 6:19 Uhr am Troisdorfer Bahnhof. Mit dem diesmal pünklichen Regionalexpress ging es nach Köln-Deutz, wo es nach einem Frühstücksbrötchen weiterging mit der Straßenbahnlinie 4 zur Endhaltestelle Leverkusen-Schlebusch.
Hier ist einer der elf Etappenstartpunkte für den Kölnpfad, der mit etwa 171km einmal um Köln herumführt. Wie unser Ausgangspunkt sind auch alle anderen gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen, so dass man bequem Teilstücke des Wanderwegs begehen, bzw laufen kann.

Um 7:07Uhr standen wir dann irgendwo an einer einsamen Haltestelle und sahen zunächst mal....
NICHTS.
Wir waren nämlich früh dran, zu früh. Genaugenommen trennte uns etwa eine halbe Stunde von dem Augenblick, an dem man die Karte mithilfe des Tageslichts sehen konnte. An eine Taschenlampe hatten wir natürlich nicht gedacht.
Auf der gesamten uns bevorstehenden Strecke ging es ziemlich zickzack durch die Wälder, eine Abzweigung zu verpassen wäre ärgerlich, aber wahrscheinlich.
Aber der Gedanke, eine halbe Stunde in der Kälte zu stehen war auch nicht gerade erquickend, also los und rein in die Dunkelheit.
Von da an hieß es "Augen auf" und bloß keine Abzweigung verpassen. Wenn wir eine entdecken konnten, ging es an den Wegrand und jeder Baum wurde aus nächster Nähe mit dem Handy angeleuchtet, um die Zeichen des Kölnpfads zu entdecken.


Glücklicherweise ist der Weg an den meisten Stellen gut ausgeschildert und durch die Radbegleitung im letzten Sommer konnte ich mich auch noch an viele Ecken erinnern. Nur einmal war uns nicht ganz klar, welchen der verfügbaren Wege wir nehmen mussten. Ehrensache, dass wir den falschen erwischten, es aber zum Glück schnell merkten.
Irgendwann war es dann so hell, dass wir die Karte wieder lesen konnten. Von da an ging es einfacher, denn wenn man weiß, wo man sich gerade befindet, guckt man ganz anders nach den Abzweigen.
Die Strecke selbst ist auf diesem Teilstück wunderschön, aber bei Schnee auch recht schwer zu laufen, da es doch oft sehr glatt war.


Auf dem rechten Bild sieht man den Anstieg zum höchsten Punkt der Strecke. Am Anfang der Steigung war allerdings gehen angesagt, zu glatt war hier der Weg.
Gleich danach kommt man auf eine kleine Strasse und erreicht die Stelle, an der im Sommer mein Irrweg begann. Zu Fuss und mit Zeit kann man schnell erkennen, dass sich hier zwei Rundwege berühren. Mit dem Fahrrad und ohne Zeit fällt das Verfahren leicht.


Da wir Zeit hatten und zudem vorgewarnt waren, schenkten wir dem Herkenrath-Rundweg keinerlei Beachtung und folgten unserem Kölnpfad. So bekam ich also auch noch die Gelegenheit, den fehlenden Streckenabschnitt zu sehen. Und das lohnt sich nicht nur weil es meist bergab ging.
Nach knapp 30km erreichten wir Bensberg, natürlich nicht ohne am schon frühzeitig sichtbaren Schloss vorbeilaufen zu müssen. Dieses wäre nicht so gut zu sehen, läge es nicht auf dem Bensberg (oder wie auch immer dieser Hügel heissen mag). Auf jeden Fall ging es steil bergauf um dann wieder bergab durch die City zu laufen.
Wir nutzten die Gelegenheit und legten am Busbahnhof eine kleine Kaffeepause ein.


Frisch gestärkt machten wir uns dann auf die nächste Etappe in Richtung Wahn. Kurz nach Bensberg wird die A4 unterquert und von da an läuft man durch den Königsforst. Mehrere Kilometer am Stück nur geradeaus, nach den Winkelzügen der ersten Etappen geradezu langweilig. Oder auch erholsam.
Am Ende des Königsforsts geht es ein wenig entlang einer Bundesstraße, bevor der Weg dann durch eine Parkanlage führt. Das natürlich wieder mit jeder Menge Abzweigen.
Für uns war dies dann auch der letzte Waldabschnitt, von hier an waren Straßen und Feldwege unser Geläuf.
Gerade am Anfang von Wahn meldete sich meine Garmin mit der Anzeige: "Batterien fast leer". Erst einige Kilometer sollte ich merken, dass damit nicht die Uhr gemeint war, sondern meine Batterie. Erstaunlich was diese Forerunner so alles kann.
Vorher, am S-Bahnhof Wahn, war es an der Zeit für unsere zweite Kaffeepause. 45 gelaufene Kilometer zeigten unsere Uhren und noch lagen mehr als zehn weitere vor uns.
Noch drei weitere Kilometer blieben wir auf dem Kölnpfad, bevor wir dann in Libur in Richtung Troisdorf abbogen.
Die nächsten Kilometer waren dann die härtesten der ganzen Strecke. Mit meinen fast leeren Batterien ging es über freie Felder mit heftigem, kaltem Gegenwind. Genau das braucht das Läuferherz. Jeder Schritt war für mich hier eine Qual, aber irgendwie mussten wir ja hier durch.
Kurz vor der rettenden Wohnbebauung ging es dann noch um den neuen Golfplatz. Den Schildern nach zu urteilen, scheint das neuerdings ein gefährlicher Weg zu sein. Na gut, mit so einem Wind kann schon mal ein Schlag zu weit gehen.


Ein paar Minuten später war es dann überstanden, im Ort war es nicht mehr windig und wir konnten gemütlich nach Hause traben.
Am Ende zeigten unsere Garmins dann etwas mehr als 57 Kilometer und wir konnten uns auf ein warmes Bad freuen.
Ein schöner Lauf war es. Allerdings auch anstrengend. Um halb neun abends waren alle im Tiefschlaf.

Montag, 11. Januar 2010

Honigkuchen im Schnee

Viele Marathon- und Ultraläufer haben eine nicht gerade lange Winterpause. Nachdem Mitte Dezember die Saison gemütlich beim Siebengebirgsmarathon beendet wurde, konnte man einige der Teilnehmer bereits am Sonntag wieder in Kevelaer begrüßen, wo beim achten Kevelaer-Marathon der Saisonauftakt 2010 stattfand.

Nachdem Tief Daisy in verschiedenen Gegenden Deutschlands viel Schnee gebracht und sämtliche Medien (und nicht nur die üblichen Verdächtigen) vor dem nahenden Weltuntergang gewarnt hatten, schafften es immerhin noch 270 von 400 gemeldeten Läufern, pünktlich zum Start an der Jugendherberge Kevelaer zu erscheinen.
Manch ein weniger Glücklicher sucht vermutlich noch heute nach dem Auto im Tiefschnee. Unser Mattin aus dem Sauerland gehört vielleicht auch dazu...

Ich jedoch, auf Nummersichergehend, machte mich schon am Samstagnachmittag auf den Weg in Richtung Niederrhein. Nicht ohne heißen Tee und Decken, versteht sich, denn das Risiko mit Kind unvorbereitet auf der Autobahn festzusitzen, war mir dann doch zu groß. Den Vormittag hatte ich übrigens mit Schneeschieben verbracht, bis Mittag gab es immer wieder Nachschub.

So waren Jonas und ich dann um drei Uhr auf der A3 und kamen ziemlich gut voran. Ab Düsseldorf begann es zwar wieder zu schneien, aber die Autofahrer fuhren recht vernünftig und so kamen wir, ohne brenzlige Situation erlebt zu haben, mit leichter Verspätung bei meiner Schwester in Xanten an.
Das tolle Winterwetter nutzten wir dann auch gleich für ein Nachtschlittenfahren auf den Böschungen Xantens. Viele Höhenmeter waren das zwar nicht, aber Spass hat es trotzdem gemacht. Und im Schnee ist Xanten auch nachts sehr schön.

Am Morgen machte ich mich dann auf den Weg nach Kevelaer, während Jonas die Verwandtschaft unterhalten hat oder sich mit dem Schlitten durch die Gegend ziehen ließ.
Auf der Fahrt schneite es noch leicht und ich erwartete das Schlimmste. Die Strecke hatte ich als sehr wetterabhängig in Erinnerung und Wind in Kombination mit Schnee waren keine guten Vorzeichen. Ein Tag am Kamin wäre sicherlich eine angenehme Alternative gewesen.

Aber wer so denkt, kennt die LLG Kevelaer nicht. Die hatten nicht vor klein beizugeben und haben mit Hilfe des Bauamtes der Stadt Kevelaer und einer Menge Helfer alles getan, um einen guten Lauf zu präsentieren.
Und, was soll ich sagen, es ist ihnen vollauf gelungen. Das die "normale" Organisation mit Parkplatzeinweisung, Startnummern, Verpflegung, warmen Duschen, etc super war, weiß ja schon fast jeder.
Aber die LLG hat es sogar geschafft, eine wirklich gut zu laufende Strecke hinzubekommen. Von den 6km einer jeden Runde war nur etwa ein Kilometer etwas anstrengend zu laufen, da sich der Schnee hier zu so einer sandähnlichen Masse verwandelt hatte. Wer mal am Strand gelaufen ist, wird verstehen, was ich meine.
Bestzeiten waren von daher nicht unbedingt zu erwarten, man musste sein Tempo halt an die Bedingungen anpassen.
Schnee und Wind hielten sich während des Rennens jedenfalls zurück und auch die Temperaturen waren erträglich.

Die Strecke wurde in einem anderem Laufbericht (weiß nicht mehr genau, wo ich das gefunden habe) als pfannenförmig beschrieben, dem kann ich mich nur anschließen.
Der Stiel ist eine 1,5km lange Wendestrecke, an deren Ende sich Start und Ziel befinden. Auf dieser Hälfte sieht man sich sozusagen andauernd und kann sich immer wieder grüßen und gegenseitig anfeuern.
Die andere Hälfte der Strecke ist dann eine Runde durch die Felder. Hier kann man weit vorausschauen und sich freuen, wenn kein Wind geht.
An der Verbindungsstelle befinden sich die beiden Verpflegungspunkte, die neben angewärmten Getränken noch Bananen und Honigkuchen im Angebot hatten. Im Nachhinein kann ich feststellen, dass meinem Magen Honigkuchen beim Marathon gut bekommt.

Ich persönlich hatte mir ein Tempo von 5:30/km vorgenommen, blieb aber von Anfang an knapp darunter. Das aber dafür ziemlich konstant, denn wie meine Urkunde zeigt, lief ich die 6km Abschnitte alle zwischen 31:40 und 32:55 Minuten. Am Ende kam dabei eine Zeit von 3:45:44 heraus, womit ich voll zufrieden bin.
Im Gegensatz zu meinen sonstigen Gewohnheiten lief ich bei diesem Marathon sehr lange Strecken mit anderen zusammen.
Etwa die Hälfte lief ich plaudernd mit einem anderen Volker zusammen, wobei zwischenzeitlich vor uns noch ein Volker war und die Helfer schon ein Nest von Volkers vermuteten.
Auf den letzten Runden kam dann noch David mit dazu mit dem ich den Marathon dann auch zuende lief.
Im Ziel gab es für die Teilnehmer noch einen ganzen Honigkuchen und in der Jugendherberge sogar noch warme Duschen. Was will man mehr!
Alle Läufer, die ich kenne, sind gut durchgekommen und haben einen schönen Winterlauf hinter sich gebracht. Und für das Kilometerspiel hat mir der Marathon die Woche gerettet....

Montag, 4. Januar 2010

Vorsätzlicher Start ins Jahr

Teil 1: Vorsätze
Jetzt habe ich mir also doch auch noch ein paar Vorsätze für das Jahr gemacht. Und die will ich gleich mal verkünden, damit ich mich auch dran halte.

1. Mehr Beiträge ins Blog zu stellen. Genauer gesagt, mehr als 60. Das sollte schaffbar sein.
2. Einmal hundert Kilometer am Stück laufen.
3. 3000 Kilometer im Jahr laufen. Das sollte bei gewissenhafter Vorbereitung von Punkt 2 möglich sein.
4. Vier Kilo abnehmen. Wenn ich 2 und 3 schaffe, fallen die Kilos ganz von allein.

Die größte Herausforderung wird für mich voraussichtlich der lange Lauf über 100km werden. Schließlich bin ich noch nicht mal annähernd in diesem Bereich gewesen. Bisher sind 70km meine persönliche Obergrenze.
Vorgenommen habe ich mir die 100km für den 12-Stunden-Lauf in Brühl Ende Juni. Bis dahin werde ich auch noch die eine oder andere kürzere Laufveranstaltung mitmachen.
Den Anfang macht am Sonntag der Kevelaer-Marathon, der vermutlich bei biestig kalten Temperaturen stattfinden wird.
Ende Januar stehen die 50km von Rodgau auf dem Plan, da findet ja anscheinend schon fast ein Bloggertreffen statt.
Den Rest werde ich in den nächsten Wochen noch genauer festlegen.

Teil 2: Der Start ins Jahr
Bei den vergangenen Laufeinheiten habe ich unterschiedlichste Umgebungsbedingungen erfahren dürfen.
Erst der verregnete Silvesterlauf, gefolgt von einem schönen, ruhigen aber kalten Lauf mit Gaby am Neujahrstag.

Samstag machte ich mich dann auf den Weg zur Siegmündung und konnte dann kurz vor dem Wendepunkt feststellen, wo der tiefstgelegene Punkt der Strecke ist. Auf den letzten Metern der Halbinsel am Mondorfer Hafen hat es der Rhein tatsächlich geschafft, den Weg zu überspülen.

Ganz so dramatisch wie man es vielleicht befürchten könnte, war es dann allerdings doch nicht. Die Wasserhöhe war unter 5cm und die überflutete Strecke vielleicht 10m. Leider war es aber immer noch genug um festzustellen, dass meine Trabuccos nicht wasserdicht sind.

In der Nacht zum Sonntag ist dann doch tatsächlich auch in Troisdorf einiges an Schnee niedergegangen. Damit war der lange Lauf zunächst mal gestrichen und stattdessen erstmal Schneeschieben angesagt.
Und weil Schnee und Troisdorf so selten im Zusammenhang genannt werden, haben wir natürlich sofort die Chance ergriffen, uns warm angezogen und sind mit Jonas und einem Schlitten losgezogen. Mit Tee und Keksen im Gepäck vergingen zwei Stunden wie im Flug.

Und wegen der guten Vorsätze habe ich mich am Nachmittag dann tatsächlich noch einmal umgezogen und bin eine Siegrunde gelaufen. So schön sah es auf der ganzen Strecke aus:

Freitag, 1. Januar 2010

Silvesterlauf in Birk

Zunächst mal wünsche ich allen Lesern ein

Gutes und vor allem gesundes Jahr 2010!

An meinen guten Vorsätzen und an der Saisonplanung arbeite ich noch, falls mir was einfällt, werde ich es noch niederschreiben.

Fest steht aber schon, wie das Jahr 2009 zuende gegangen ist, nämlich erst sportlich und dann entspannt.

Teil 1: Der Sport
Um das Ende der Weihnachtskaloriensammelei einzuleiten, hat irgendein schlauer Mensch mal die Tradition der Silvesterläufe angefangen.
So findet inzwischen wohl jeder einen Lauf in der Nähe seines Heimatortes, bei dem er sich zum Jahresabschluss noch einmal richtig quälen kann.

Für die Troisdorfer ist das üblicherweise der Birker Silvesterlauf, der über eine Strecke von 10km durch den Lohmarer Wald führt.
Bestzeitgeeignet ist dieser Lauf allerdings nicht wirklich, denn er hat doch ein paar Höhenmeter zu bieten und diese vorzugsweise auf der zweiten Hälfte.


Für den Lauf hatten sich eine ganze Reihe Läufer unseres Vereins angekündigt, für viele ist das schon fast Gewohnheit.
Für mich war es die erste Teilnahme und es kostete einiges an Überwindung, sich auf den Weg zu machen. Seit über einen Tag regnete es ununterbrochen und als ich dann erfuhr, dass Sabine und David nicht mitlaufen würden, war auch ich schnell überzeugt, den Nachmittag auf dem Sofa zu verbringen.

Gaby hatte allerdings keine Lust, den ganzen restlichen Tag mein Gejammer zu ertragen, nicht gelaufen zu sein und setzte mich mich kurzerhand vor die Tür. So stieg ich dann um kurz vor eins ins Auto, um doch noch nach Birk zu fahren. Den Regen beeindruckte das jedeoch nicht im Geringsten, siehe Foto.
Nachmelden war kein Problem (ich liebe diese kleinen Läufe mit herzlicher Organisation) und so stand ich um zwei mit den anderen Start.
Wie versprochen, die erste Hälfte fast nur bergab. Mit meinen zusätzlichen Weihnachtskilos konnte ich zwar schnell laufen, war aber dafür auch ziemlich am Anschlag.


Die zweite Hälfte ging dann mal mehr, mal weniger steil bergauf und hatte kaum noch Passagen zum Erholen. Inzwischen hatte ich ein gutes Tempo gefunden und konnte immer noch so etwa einen fünfer Schnitt laufen. Einzig die ständig beschlagene Brille störte.
Angestrengt, aber nicht am Ende meiner Kräfte, erreichte ich dann nach 47:37 Minuten das Ziel. Für mich ein schöner Abschluss des Laufjahres, mit dem ich echt zufrieden bin.

Teil 2: der Abend
Den Rest des Abends haben wir dann ganz entspannt verbracht. Ein paar Sandwich Toasts und eine Trivial Pursuit Niederlage später kroch die Uhr dann gegen Mitternacht und das Feuerwerk ging los

Nach einer halben Stunde war das Spektakel vorbei und wir konnten uns langsam aufs Schlafen vorbereiten.
Die Reste des Feuerwerks konnten wir dann heute bei unserer Neujahrsrunde begutachten. Jede Menge Müll, für dessen Beseitigung noch Freiwillige gesucht werden.

Dienstag, 22. Dezember 2009

Die Zeit läuft davon

Es ist irgendwie merkwürdig. Da bin ich bereits seit einer Woche im Weihnachtsurlaub und doch schaffe ich es nicht an den Rechner zu gehen, Kommentare zu beantworten oder gar was Neues zu schreiben.
Mir rennt die Zeit davon und ich weiß nicht warum. Tagsüber wuselt man so rum und abends bin ich schlicht und ergreifend platt. Ab und zu bin ich mal im Internet, doch meist nur kurz, Mails zu lesen oder Rechnungen zu bezahlen.
Dabei gibt es doch einiges zu schreiben, schließlich war vorletztes Wochenende der Siebengebirgsmarathon und an diesem Wochenende konnte ich nicht nur den Sieg der Kölner Fußballer live erleben, sondern auch gleich noch das totale Bahnverkehrschaos.

Vielleicht ist mit dem Jahr auch ein wenig die Luft raus und man wartet nur auf das neue Jahr für die vielen guten Vorsätze. Naja, und so langsam fallen mir auch wieder Worte und Sätze ein, um doch noch vor Weihnachten zu bloggen.

Siebengebirgsmarathon
Als erstes bin ich natürlich einen Bericht vom Siebengebirgsmarathon schuldig. Schließlich bin ich ja noch rechtzeitig von meiner Dienstreise zurückgekommen, um das Geburtstagsgeschenk meiner Frau annehmen zu können.
Am Sonntag, 13. Dezember, war es soweit. Um 8:00 Uhr machten wir uns auf den Weg nach Aegidienberg im Siebengebirge. Da das ja quasi "um die Ecke liegt", hatten wir noch Zeit genug, in Ruhe unsere Startnummern zu holen, einen Kaffee zu trinken und das Auto zu parken.
Bereits hier kann man ahnen, dass der Siebengebirgsmarathon eine richtig gute Laufveranstaltung ist. Alles läuft vollkommen entspannt und routiniert ab, eine Veranstaltung von Läufern für Läufer. Selbst die Hinzunahme eines Halbmarathons bringt niemanden aus der Ruhe.
Von der Festhalle, in der später auch der Zieleinlauf stattfinden wird bis zum Start hat man noch ein paar Minuten Fussweg vor sich, eine willkommene Gelegenheit mit einigen der bekannten Gesichtern zu plaudern.
Das Wetter zeigt sich von seiner besten Seite, es ist zwar ziemlich kalt, aber es regnet nicht und manchmal zeigt sich sogar die Sonne.
Kurz vor dem Start entschuldigt sich die Bürgermeisterin noch für die etwas matschigen Wege, doch der Veranstalter klärt auf, dass trockene Wege doch viel zu staubig seien. Also sind wir zufrieden mit dem was wir vorfinden.
Als es dann losgeht, sortiere ich mich irgendwo in der Mitte ein, Gaby und ein paar andere MUTler lasse ich vor mir, denn ich glaube, nicht so fit zu sein.
Vier Stunden und fünfzehn Minuten nehme ich mir vor, aber von anfang an bin ich doch schneller unterwegs.
Nachdem die ersten Kilometer bergab gehen, folgt das wohl längste Bergaufstück des Marathons in Richtung Löwenburg und Lohrberg um dann um die Löwenburg herumzulaufen.

Anschließend ging es dann wieder lange bergab, bis bei Kilometer 18 die Halbmarathonis abbogen. Für uns ging es wellig weiter, vorbei am Himmerich und am Auge Gottes. Alles gut zu laufen und ich war inzwischen auf Kurs unter vier Stunden. Gute vier Minuten Polster hatte ich, das war beruhigend.
Bei Kilometer 34 kam die vorletzte Verpflegung und gleich anschließend der letzte Anstieg.
Und dann passierte es. Von jetzt auf gleich. Nichts ging mehr.
Vor ein paar Minuten noch bester Laune und nun komme ich nicht mehr den Berg hoch. Manche nennen es den Mann mit dem Hammer, ich denke, es ist die Strafe, wenn man ein Tempo läuft, das man aufgrund seines Trainingszustands besser nicht wählen sollte. Das schafft man eben 30km gut, doch dann wird es hart. So lief und ging ich fluchend und lamentierend bis zur Verpflegung bei km 38. Von den vier Stunden hatte ich mich gedanklich längst schon verabschiedet.
Doch eine Cola und der Gedanke, dass es von nun an nur noch bergab ging verliehen mir die zweite Luft. Ein Blick auf die Uhr und etwas rechnen zeigte, es geht noch was. Plötzlich konnte ich wieder unter 5:30 min/km laufen. Das war dann zwar sehr anstrengend, aber es reichte um in 3:59:29 ins Ziel zu kommen.
Sieht fast aus wie eine Zugläuferzeit, ist aber anders zustande gekommen.
Auf jeden Fall bin ich damit hochzufrieden und habe einen guten Abschluss für ein nicht so tolles Laufjahr hinbekommen.
Gaby war übrigens schon fast zehn Minuten da und konnte mich gleich mit Cola und ähnlichem versorgen. Sie hat damit auch eine richtig gute Zeit hingelegt.

So, und wie ich ins Bahnchaos geraten bin, davon berichte ich morgen. Jetzt läuft mir mal wieder die Zeit davon....

Mittwoch, 25. November 2009

Der Himmerich

nun, eigentlich sollte ich jetzt schon im Flugzeug Richtung Korea sitzen, aber durch eine kleine Verzögerung habe ich noch einen Tag zuhause gewonnen und kann so noch schnell vom Wochenendlauf berichten.
Drei Wochen vor dem Siebengebirgsmarathon war genau der richtige Anlass, noch eine schwere Belastungsprobe einzubauen. Insbesondere angesichts der voraussichtlich trainingsarmen Dienstreisetage.
Für solche Anlässe bietet sich bei uns der Himmerich an, ein Berg, der auf der üblichen Strecke etwa 15km vom Kloster Heisterbach entfernt ist, eine ganze Reihe von fiesen Anstiegen bietet und selbst die wohl längste gleichmäßige Steigung des Siebengebirges hat. Etwa drei Kilometer geht die Strasse immer schön nach oben, jeder kann das Tempo wählen, das er für richtig hält. Wobei Einbrechen am Ende verpönt ist.
Die letzten 20 Höhenmeter sind dann fast alpin, direkt am Rande eines Steinbruchs gilt es steil bergauf zu klettern. Meine Kamera lag da noch gut verstaut im Rucksack, so dass es dieses mal leider keine Beweisfotos in der Wand gibt.

Von oben kann man nur erahnen, wie steil es ist.
Belohnt wird man dafür allerdings mit einer tollen Aussicht, die sich Sabine natürlich nicht entgehen ließ.

Auf dem Rückweg wählten wir eine etwas andere Route, die Gaby und ich noch nicht kannten und die zu großen Teilen auch beim Siebengebirgsmarathon gelaufen wird. Dort allerdings meist in die andere Richtung.
Dieser Weg ist etwas einfacher, zumnindest hatten wir den Rückweg auf der herkömmlichen Route als sehr anstrengend in Erinnerung. Man muss halt nicht ganz so weit nach unten.
Um auf die geplanten 30km zu kommen, haben wir dann noch die Löwenburg und den Lohrberg mitgenommen. Die Wege dort hinauf sind für uns allerdings keine Unbekannten.

Am Ende hatten wir ziemlich genau unser Soll erfüllt und einen wirklich schönen Lauf erlebt. Erstaunlicherweise erstmals ohne in den Genuss von Regen zu kommen, langsam beginne ich, den Klimawandel dafür verantwortlich zu machen. Erst ein trockener 6h-Lauf in Troisdorf und dann noch der Himmerich...

Samstag, 21. November 2009

Nebenwirkungen

Planung
Das Jahr ist noch nicht zuende und doch ist die (Lauf-)Planung für 2010 schon in vollem Gange.
Dieses Jahr war für mich rein Lauftechnisch nicht besonders gut, ich war weder besonders schnell noch besonders weit unterwegs. Den interessantesten Lauf habe ich abgebrochen (Texel), was mich immer noch ärgert, weil es unnötig war.
Für das nächste Jahr habe ich mir ein paar längere Läufe auf den Plan geschrieben, nicht so lang wie die von Gaby, aber man muss ja langsam anfangen.
Nachdem die DUV ihre Meisterschaften im 24h-Lauf auf den 19. Juni gelegt hat, steht zumindest schon mal ein Termin für Gaby fest. Und für mich auch, da ich sicherlich wieder betreuen werde.
Da passt es ganz gut dass nur eine Woche später der 12h-Lauf von Brühl (gleich bei uns um die Ecke) stattfindet. Diesen Lauf wollten wir eigentlich schon in 2009 mitnehmen, aber da ist er wegen Stadionumbaus ausgefallen.
So habe ich den Lauf kurzerhand zu meinem (Streckenlängen-) Saisonhöhepunkt benannt und gleich angemeldet. Und siehe da, zumindest auf der Meldeliste stehe ich noch ganz oben!
Und eine Betreuerin habe ich auch schon :-)
Und weil's so schön war haben wir auch bereits den Nürnberger 6h-Lauf angemeldet und auch da stehen wir in der Meldeliste weit oben.
Den Hollenlauf konnte ich hingegen noch nicht anmelden, weil die online-Anmeldung noch gar nicht auf ist. Aber das hole ich dann bei Gelegenheit nach.

Ausreden
Eine meiner Lieblingsausreden, warum ich nicht so viel gelaufen bin, waren meine bisher vier Korea-Aufenthalte. Jetzt steht der Siebengebirgsmarathon vor der Tür und was passiert? Klar, Korea-Reise Nummer fünf.
Mitte der Woche geht es los, aber dieses Mal muss trainiert werden. Den Siebengebirgsmarathon werde ich auf keinen Fall ausfallen lassen. Das Hotellaufband kann sich schon mal auf lange Bergaufpassagen einstellen...

Ich bin übrigens gespannt, ob ich ohne Vollkörperschutz aus dem Hotel darf. Vor Betreten der Firmengelände wird anscheinend täglich Fieber gemessen.
Die Panik vor der Schweinegrippe scheint dort also extrem groß zu sein.
So groß zumindest, dass wir uns alle noch schnell haben impfen lassen. Die 14 Tage bis zur vollen Wirksamkeit schaffen wir zwar nicht mehr, aber der gute Wille zählt.

Nebenwirkungen
So bin ich also zu meinem Kontakt mit dem Impfstoff Pandemrix gekommen. Eigentlich wollte ich ja auf dem Kanzlerinnenwirkstoff ohne diese ominösen Verstärker bestehen. Leider gab es den gerade nicht.
Überhaupt, hier im Rhein-Sieg-Kreis impfen niedergelassene Ärzte und es gibt anscheinend lange Wartezeiten.
Wir waren daher in der zentralen Impfstelle in Düsseldorf und dort kam man quasi sofort an die Reihe. Von Impstoffmangel war dort nichts zu hören.
Nach einem Pieks sollte man sich noch für eine halbe Stunde in einen Ruheraum setzen, um eventuelle Allergische Schockreaktion abfangen zu können, dann ging es wieder zurück zur Arbeit.
Von größeren Nebenwirkungen bin ich zum Glück verschont geblieben. Einzig der Arm tat an der Einstichstelle zwei Tage lang weh, allerdings nur wenn man draufdrückte oder haute.
Ansonsten fühlte ich mich etwa einen Tag lang ein wenig platt, aber auch nicht so, dass man sich hinlegen müsste. Kurzum, alles gutgegangen.

Doch halt, eine Nebenwirkung, die nirgends beschrieben war, gab es doch.
Ich habe mich wie wild für irgendwelche Läufe angemeldet, von denen ich noch gar nicht weiss, ob ich sie schaffe.

Montag, 9. November 2009

6h Lauf Troisdorf oder wo bleibt der Regen?

Den meisten Bewohnern der Stadt ist es zwar verborgen geblieben, aber am Wochenende tummelten sich jede Menge hervorragender Ultraläufer in Troisdorf.
Die Deutsche Ultramarathon-Vereinigung (DUV) hatte ihre Hauptversammlung in der Stadt und am Sonntag fand schon zum 9. Mal der Troisdorfer 6-Stunden-Lauf statt.
So waren dann unter anderem die beiden deutschen Meister im 100km Straßenlauf (Tanja und Jörg Hooß), der Dritte des diesjährigen Transeuropalaufs (Rene Strosny) und viele, viele andere gute Läufer am Start.
Da unser Verein, die Troisdorfer LG M.U.T., den Lauf ausrichtet und wir nur etwa 40 Mitglieder haben, kann man sich ausrechnen, dass alle mitarbeiten mussten und zudem noch jede Menge Verwandte und Bekannte mobilisiert werden mussten.

Für den Lauf selbst hatten Gaby und ich uns für viereinhalb Stunden Streckenposten am Deichabgang eingetragen. Das war für uns die beste Stelle, da in unmittelbarer Nähe ein Spielplatz war und Jonas zumindest zeitweise beschäftigt war. Hinzukommt, dass dieser Posten normalerweise nur eine Person beansprucht und wir so auch mal ins Warme oder zum Start-/Zielbereich gehen konnten.

Traditionell haben wir eigentlich immer Regen, Sturm oder Graupelschauer zu bieten und das Wetter der letzten Woche schien uns auch diesmal nicht zu enttäuschen.
Alle Teilnehmr und Helfer waren auf das übliche Wetterchaos vorbereitet und freuten sich auf einen spannenden Lauf.
Am frühen Morgen war es noch neblig, aber wenigstens trocken und so gingen die Läufer pünktlich um 10:00Uhr auf die Strecke.
Wir konnten die ersten eineinhalb Stunden noch ein wenig herumlaufen, mit anderen Helfern und Betreuern plaudern und machten uns dann auf den Weg zum Deich.
Auf dem zweieinhalb Kilometer Rundkurs um das Aggerstadion liegt der Posten etwa bei 1100m, eben am Ende des Deichabschnitts, wo es wieder auf die Straße geht.

Ein weiterer Vorteil dieser Stelle ist eigentlich, dass man genügend Zeit hat, den Fotoapparat vorzubereiten und die Läufer einzufangen.
Wobei ich mit meiner Seuchen-Pentax wie immer eine 50%-unscharf-Quote geschafft habe. Und noch nicht mal viele Fotos machen konnte, da die Kamera keinerlei SD-Karten mehr akzeptiert :-(


Unsere Hauptaufgabe war es, Spaziergänger über den Lauf zu informieren und allzu schnelle Radfahrer zu bremsen, bevor sie in die Laufgruppe hineinrasen.
Ansonsten verbrachten wir die Zeit damit, die Teilnehmer anzufeuern und die Namen zu lernen. Bei viereinhalb Stunden kann man da so einige schaffen.
Und da das Rennen ungewöhnlich spannend war, kam zu keinem Zeitpunkt Langeweile auf.
In den Spitzengruppen ging es unglaublich eng zu, allein Tanja Hooß hatte einen deutlichen Vorsprung und kämpfte hauptsächlich um Rekorde.
Und alle, die nicht um die Spitzenplätze liefen, hatten, zumindest sah es so aus, viel Spaß und konnten das Rennen genießen.

Am Ende hatten Tanja Hooß mit neuem Streckenrekord 78529m und Gino Casier mit 81930m die Nasen vorn.
Wenn man dazu noch sieht, dass sich jeweils die ersten 6 Frauen und Männer in die Top Ten der deutschen Jahresbestenliste gelaufen haben, weiß man, das es wirklich hochklassigen Sport gab.

Unmittelbar nach dem Schlußschuss, wurden die Restmeter vermessen und mit dem Abbau der Ausseneinrichtung begonnen.

Nach getaner Arbeit verabschiedeten sich auch die letzten Zuschauer gen Süden...

Danach ging es in die Halle, um die Sieger zu feiern und sich noch einmal zu stärken.

Und für mich war das für die nächste Zeit auch der letzte Auftritt am Streckenrand. Bei den nächsten Läufen bin ich selbst wieder am Start, versprochen.
Siebengebirgsmarathon, Kevelaer-Marathon und die 50km von Rodgau sollten bis Ende Januar keine größere Langeweile mehr aufkommen lassen.

P.S.: Und, wer hat es gemerkt? Kein Regen im Bericht. Nichts, nada, nullkommanix :-)

Sonntag, 1. November 2009

Ho Chi Min und die Wolkenburg

Angesichts des nahenden Siebengebirgsmarathons war es so langsam an der Zeit, im Training wieder mehr Hügeliges einzubauen. Die letzten Monate hatte ich ja meist flach an Rhein und Sieg trainiert.
Dieses Wochenende bot, zumindest bis heute Nachmittag, bei uns beste Wettervoraussetzungen, um dieses Vorhaben in die Tat umzusetzen.

Herausgekommen sind dabei zwei wirklich schöne Läufe, nicht zu lang, aber mit viel Herbststimmung. Im guten Sinne.

Samstag: Der Ho Chi Min Pfad
Am Samstag hatten Gaby und ich uns mit einigen Teilnehmern der "M.U.T. macht Fit"-Gruppe verabredet, um etwa zwei Stunden in langsamen Tempo zu laufen.
Als Ziel hatten wir uns einen der schönsten Laufabschnitte in unserer Gegend ausgesucht, den Lohmarer Ho Chi Min Pfad. Etwas mehr als zwei Kilometer lang, führt dieser Weg durch das Dickicht des Waldes, entlang eines Bachlaufs. Es geht meist leicht bergauf, teils auf Sand, teils durch Gräben, über deren Rand man nicht hinwegschauen kann.
Auch der Weg dorthin ist schon sehens- und laufenswert, erst ein Stück die Agger entlang und danach vornehmlich durch Wald.
Auf den Zug sollte man übrigens nicht warten, der letzte hat scheint's etwas Verspätung (siehe Foto links). "Meine Damen und Herren auf Gleis eins, der Zug zum HoChiMin-Pfad hat wenige Minuten Verspätung"

Insgesamt kamen wir mit Hin- und Rückweg auf ca. 19km und hatten Lust auf mehr.

Sonntag: Querbeet zur Wolkenburg
Das Mehr sollte es dann heute Morgen im Siebengebirge geben. Mit Andy, Sabine und Moses ging es zunächst quasi klassisch los. Vom Kloster Heisterbacherrott auf den Drachenfels. Das ist fast immer der Auftakt der Siebengebirgsläufe, nach drei nur leicht welligen Kilometern folgt ein ordentlicher Anstieg bis zur Ruine.
Von dort hat man bei gutem Wetter eine tolle Aussicht auf Bonn und die Eifel, heute fiel insbesondere der niedrige Wasserstand des Rheins auf.

Gleich neben dem Drachenfels liegt die Wolkenburg, ein Berg, der noch ein paar Höhenmeter mehr zu bieten hat, aber wandertechnisch heutzutage nicht mehr erschlossen ist.
So fehlte er bisher auch auf der Liste unserer Laufgipfel im Siebengebirge, ehrlich gesagt, wusste ich gar nicht, dass da noch ein echter Berg ist.
Andy war schon mal oben und so wurde kurzerhand beschlossen, die Wolkenburg auch noch mitzunehmen. Auf diversen Trampelpfaden suchten wir unseren Weg nach oben und mit ein wenig ausprobieren kamen wir auch bald oben an. Durch die Bäume hat man einen ganz neuen Blick auf die Drachenfelsruine, die wir eben erst verlassen hatten.

Der Gipfel selbst ist bewaldet und daher recht unspektakulär, aber man sieht schnell, dass dies nicht immer so war.
Der Berg diente, wie einige andere in der Gegend auch, als Steinbruch für Römer und Dombauer. Der eigentliche Gipfel wurde vor langer Zeit abgetragen, Reste von Gebäuden und Wegen zeugen von dieser Vergangenheit.
Auch Hinkelsteine wurden hier anscheinend produziert, der Band Asterix im Siebengebirge ist allerdings noch nicht erschienen.

Nach dieser Neuentdeckung machten wir uns wieder auf bekannte Wege und liefen über den Lohrberg zurück zum Ausgangspunkt.
Knappe 17km mit einigen Höhenmetern haben mir allerings auch gezeigt, dass ich in den nächsten Wochen häufiger ins Siebengebirge muss.

Montag, 12. Oktober 2009

Bruzln am Baldeneysee

Schon vor einigen Monaten hatten Gaby und ich für den Marathon rund um den Baldeneysee in Essen gemeldet. Nicht nur weil wir dort bisher immer gutes Wetter hatten und diverse Bekannte getroffen hatten, sondern auch weil die Strecke gut für schnelle Läufe geeignet ist. So hatten wir uns auch ganz gut vorbereitet, bis uns vorletzte Woche die Erkältungen heimsuchten.
Nix war es mit Bestzeiten, wir konnten froh sein überhaupt wieder fit zu werden. Bei Gaby war bis Anfang der Woche noch nicht einmal klar, ob sie würde starten können.

Am Mittwoch erreichte uns dann die Anfrage aus Essen, ob wir nicht Zug- und Bremsläufer für die 4:00h Gruppe machen könnten. Ein Großteil der eingeplanten Vorläufer hatte wegen Verletzungen und Erkrankungen absagen müssen, so dass schnell noch Ersatzvorläufer gesucht werden mussten.
Ohne groß darüber nachzudenken, sagten wir zu und standen plötzlich erstmals vor dieser Verantwortung, auf eine bestimmte Endzeit laufen zu müssen. Klar, normalerweise können wir vier Stunden laufen, aber wer weiss schon was alles passieren kann. Und überhaupt, egal wie fit man ist, die 42,2km muss man erstmal schaffen....
Irgendwie hatte ich auf jeden Fall auf einmal mächtig Bammel, mehr als vier Stunden zu brauchen. Ich wäre vermutlich im Boden versunken.
Wenn ich alleine laufe, egal, aber wenn sich Leute auf mich verlassen...

Sonntag ging es dann zeitig auf die Autobahn, um auf keinen Fall in Zeitnot zu geraten. Unser Auto konnten wir wie in den vergangenen Jahren direkt am Start parken, das ist praktisch, weil man seine Jacke erst kurz vor dem Beginn ausziehen muss.
Die Wettervorhersage war katastrophal, aber zumindest vor dem Rennen war nichts vom angekündigten Regen zu sehen.
In der Halle bekamen wir dann ein paar Shirts mit dem Aufdruck "Brems und Zugläufer" sowie jeweils drei schicke orangene Luftballons mit unserer Endzeit. Jetzt war auch mit klar, was der Ausdruck BruZler bedeuten sollte...
Dazu noch eine Marschtabelle, nach der wir in 3:59:06 das Ziel erreichen sollten.
Vorgabe war die Bruttozeit, so dass jeder der vor uns im Ziel war, auf jeden Fall eine Zeit unter vier Stunden haben würde.

Mit Gaby und Manfred waren wir dann schließlich drei vier-Stunden-Läufer und versuchten vom Start an einigermassen gleichmäßig zu laufen. Zumindest die 5km-Abschnitte wollten wir nach Plan erledigen. Denn um eine Verpflegung zu ermöglichen, wollten wir die Kilometer etwa fünf Sekunden schneller angehen als laut Plan erforderlich.
Nach etwa fünf Kilometern, in denen Gaby und ich vorne liefen und Manfred das Ende der doch recht großen Gruppe bildete, kam ich Gaby zu nahe und unsere Luftballons verknoteten sich. So kann man natürlich prima eine identische Zeit laufen, aber richtig praktisch ist das nicht.
Die letztlich erfolgreiche Entknotung durch Manfred nutzten zwei unserer Ballons zur Flucht.
Kurz danach kam die erste Verpflegung und die Gruppe zog sich etwas auseinander. Von da ab machte Gaby vorne das Tempo mit 5:35-5:40 je Kilomter und Manfred und ich liefen etwas weiter hinten, aber immer so, dass wir die vier Stunden Brutto im Auge hatten.
Den Halbmarathon absolvierten wir in 1:59 und hatten somit etwa eine Minute gut. Bis hierhin sind die meisten sicherlich noch ganz gut mitgekommen, aber die schwierigen Kilometer liegen ja bekanntlich in der zweiten Hälfte.
Zwischen Kilometer 25 und 35 zog sich die Gruppe merklich auseinander und es fielen doch einige Läufer heraus, für die es dieses Mal vielleicht doch noch nicht gereicht hat. Gaby lief vorne wie ein Uhrwerk, obwohl sie als einzige keine Marschtabelle hatte. In dem Bereich waren Zeiten knapp unter 3:59 in Sichtweite.
Am Ende bildete Manfred die virtuelle 4-Stunden-Brutto-Linie und irgendwo dazwischen lief ich.
Ein paar Kilometer vor dem Ende schickte Gaby die noch fitten Läufer nach vorne weg und lief schliesslich mit 3:59:15 (Brutto) ins Ziel.
Bei mir steht in der Ergebnisliste 4:00:00 (Brutto), das würde ich mal eine Punktlandung nennen. Die Nettozeit war 3:59:08 etwas krummer, aber dafür auch nur zwei Sekunden daneben.
Ich hoffe, dass wir dem einen oder anderen helfen konnten, zumindest aber niemanden beim Umsetzen seiner Trainingsleistungen behindert haben.
Mir hat es viel Spass gemacht und es war echt eine neue Erfahrung.

Dienstag, 6. Oktober 2009

Laufen, Plaudern, Anfeuern

Wenn man schon nicht fleissig läuft, dann muss wenigstens ordentlich anfeuern.

Die Erkältung vom letzten Wochenende erlaubte bis einschließlich Mittwoch keinerlei Lauftraining. Auch danach fehlte noch ein wenig die Lust, so dass ich erst am Wochenende wieder zwei kleine Einheiten an der Sieg ins Laufbuch schreiben konnte.
12 und 16 Kilometer sind jetzt nicht gerade viel, aber da ich ja nächste Woche in Essen den Marathon überstehen will, wollte ich es auch nicht übertreiben.

Hinzu kommt, dass es jetzt noch genau acht Wochen bis zum Marathon in Herten-Bertlich sind und somit gestern der Auftakt zur speziellen Vorbereitung auf diesen Lauf war. Nachdem ich dieses Jahr eigentlich noch nicht wirklich viel und noch gar nichts wirklich gut gelaufen bin, will ich da einen Angriff auf die Bestzeit starten. Vor einem Jahr bin ich 3 Stunden 19 gelaufen und das gilt es zu unterbieten.
Den ersten zügigen 15km-Lauf des Trainingsplans erledigte ich gestern auf dem Heimweg von der Arbeit bei standesgemäßem Wetter: Regen und Wind. Das kann ja heiter werden...

Ansonsten liessen die nur kurzen Läufe am Wochenende genügend Zeit, auf den beiden nicht allzuweit entfernten Großveranstaltungen des Wochenendes andere Läufer anzufeuern.

Den Auftakt machte am Samstag die Deutsche Meisterschaft im 100km-Lauf, die in Bad Neuenahr-Ahrweiler ausgetragen wurde.
Von unserem Verein gingen immerhin fünf LäuferInnen an den Start, die es natürlich zu unterstützen galt.
Bereits um 6:30Uhr wurden die Läufer auf den 5km Rundkurs geschickt, auf dem dann folgerichtig 20 Runden zu absolvieren waren. Wir waren natürlich nicht ganz so früh da, sondern trafen erst gegen elf Uhr ein, die Warmlaufphase haben wir uns sozusagen geschenkt ;-)

Trotz guter Wetterbedingungen war es offensichtlich ein hartes Rennen, denn schon zu diesem Zeitpunkt gab es viele Ausfälle unter den Läufern, die Strecke scheint nicht einfach gewesen zu sein.
Unsere M.U.T.ler haben aber super Leistungen gebracht und alle hatten einen wirklich schönen Tag. Wir haben wieder einmal viele nette Ultras getroffen und neben tollen Unterhaltungen auch gleich den ersten Marathon für 2010 gemeldet. Kevelaer, wir kommen.

Leider waren bei den 100km-Meisterschaften nicht wirklich viele Zuschauer an der Strecke, aber dafür war es eben sehr persönlich.

Teil zwei des Wochenendes sah dann in jeder Hinsicht etwas anders aus. Der Köln-Marathon hatte gerufen und jede Menge Menschen waren gekommen.
Bei dieser Veranstaltung weiß man immer nicht so ganz genau, wer hier wen feiert. Die Zuschauer die Läufer, die Läufer die Zuschauer oder feiern sich alle nur selbst. Oder vielleicht auch von jedem etwas.
Traditionell begann der Tag mit strömenden Regen, die Halbmarathonis und Inliner hatten sicher keine allzuguten Bedingungen.
Beim Marathon selbst aber war es zumindest trocken und angenehm temperiert, kein Grund zu klagen, denke ich.

Wir standen am Ebertplatz, bei km25 und 36 und hielten Ausschau nach einigen uns bekannten Läufern. Die Wertung für die meisten Sichtungen geht dieses Mal eindeutig an Gaby, ich selbst habe fast niemanden erkannt.
Unserer Vereinsmitglieder haben es uns aber auch nicht leicht gemacht, bis auf
Andy hatte keiner unsere schönen gelben Shirts an. Weiß war die Farbe der Wahl und das fanden tausende andere auch.

Nach ein paar Stunden waren wir dann auch schlagkaputt und haben uns auf den Heimweg gemacht. Das Wochenende war mal wieder viel zu schnell vorüber und die Woche konnte wieder beginnen.

Samstag, 26. September 2009

Wal, da bläst er!

Nein, damit meine ich nicht mich selbst, obwohl ich heute Nacht vermutlich in etwa so geklungen habe.
Hat mich doch tatsächlich gestern ein Infekt erwischt und ich habe heute eine kleine Erkältung zu bieten. Aus dem geplanten 35km-Lauf mit Endbeschleunigung wurden so etwa 15km langsames Traben und jetzt gegen Abend kommt die Erkältung wieder stärker zum Vorschein.

Und nun zurück zum Wal. Vor langer, langer Zeit war Captain Ahab auf der Jagd nach Moby Dick, dem weissen Wal, dem er sein Holzbein zu verdanken hatte.
Demjenigen, der als erster den Riesen sichtete, sollte eine an den Mast genagelte Münze gehören.
Beim erspähen eines Wals ertönte stets der Ruf: "Wal, da bläst er über das Schiff".
Am Ende ging die Geschichte für den Captain bekanntlich schlecht aus, die Geschichte kam/kommt jährlich im GEZ-Fernsehen, ich selbst habe sie oft genug gesehen.

Moby Dick jedoch scheint die Jagd überstanden zu haben. Heute lebt er, jetzt nicht mehr weiß, sondern blau, im Rhein bei Bonn.
Ab und zu nimmt er Gäste auf und macht Ausflugsfahrten. Heute war eine spezielle Kinderfahrt angesagt und Gaby hatte bei Ihrem Lauftraining die gute Idee, diese mitzumachen. Zu dem Zeitpunkt war ich übrigens schon längst wieder zuhause...

Also heuerten wir alle auf unserer Pequot an und fuhren nach Bonn. Den ersten Liegplatz genommen, an den Rhein und Augen-Aufhalten...

Ohne Frage habe ich heute die Münze verdient, denn ich habe ihn heute Nachmittag zuerst gesehen. Den lauten Aufschrei "Wal, da bläst er" habe ich mir aber verkniffen. Schliesslich wollten wir eine der Ausflugsfahrten mitmachen und mich nicht in den Rheinischen Landeskliniken einweisen lassen.
So sind wir dann auch an Bord gegangen und konnten das Siebengebirge, in dem wir sonst gerne selbst laufen, auch mal von der anderen Seite sehen.
Da heute Kinderfest auf der Moby Dick war, gab es auch keinerlei Quängeleien, ganz im Gegenteil, der anwesende Zauberer hatte die ganze Bande gut im Griff und alle hatten richtig Spass.

Montag, 21. September 2009

Reisen wie Ulla...

...durfte ich leider nicht. Aber einem der Flugzeuge, mit denen unsere Gesundheitsministerin vermutlich ab und zu mal Krankenhäuser in der Ferne besichtigt, konnte ich am Sonntag ziemlich nahe kommen.

Da war nämlich Tag der offenen Tür beim DLR, dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt. Das derzeit größte Passagierflugzeug der Welt, den A380, habe ich dafür leider verpasst. Es war bei unserer Ankunft um 15:00 Uhr bereits auf dem Heimweg.
Zu sehen gab es aber trotzdem noch viele andere interessante Dinge, zum Beispiel Hubschrauber, mit denen man, genügend Geduld zum Warten vorausgesetzt, auch Rundflüge machen konnte.

Unsere Geduld reichte aber lediglich für die zehn Minuten Wartezeit für einen heliumgefüllten Luftballon. Manch ein Kind lernte hier eine ganze wichtige Lektion über das Thema "Leichter als Luft". So waren wir denn auch nicht die einzigen, die kurze Zeit später noch einmal zehn Minuten warten mussten...

Die Uhr des Navigators
Nach dem Verirrungsdrama als Begleiter beim Kölnpfad, hatte ich mir ja fest vorgenommen, mich für die Zukunft besser zu rüsten.
Als ersten Schritt habe ich mich ein wenig mit den Navigationsmöglichkeiten der Forerunner-Uhr von Garmin beschäftigt.
Gelegentlich läuft man ja neue, für einen selbst unbekannte Strecken, die schön sind, die man aber im Leben nicht mehr alleine finden würde.
Für diese Zwecke kann man die Forerunner hervorragend einsetzen. Letzte Woche war ich mit ein paar Vereinskollegen auf so einer Strecke unterwegs. Diese hat aber jede Menge Ecken und Wendungen, die ich mir beim besten Willen nicht merken konnte. Hinzu kam, dass das Tempo ein klein wenig über meinem Wohlfühltempo lag, so dass ich mehr mit hinterherkeuchen beschäftigt war als mit dem Einprägen der Details.
Aber Egal, die Forerunner war eingeschaltet und hat sich brav alles gemerkt.
Zuhause habe ich aus der Aufzeichnung einen Kurs erstellt und bin den am Freitag abgelaufen.

An Abzweigungen konnte man auf der Uhr immer recht gut erkennen, in welche Richtung es gehen sollte und falls man doch die falsche wählte, wurde man auf eine Abweichung vom Kurs hingewiesen. So sind Gaby und ich diese Strecke noch einmal gelaufen und konnten bei bestem (Urlaubs-)Wetter die schöne Gegend geniessen.
Nur wenn man tatsächlich mal vom Kurs abweichen will, sollte man es der Uhr auch mitteilen. Andernfalls neigt zumindest meine dazu, aus Protest einfach mal ganz abzuschalten.

Mittwoch, 16. September 2009

Der vierte Anlauf

Da bin ich schon zweieinhalb Wochen wieder im Lande und doch schaffe ich es erst jetzt, ein paar Zeilen, sozusagen als Wiederdaseinsgruss, in den Rechner zu tippen.

Vier mal war ich nun seit April schon in Korea und jedes Mal fällt es mir schwerer, danach wieder in den gewohnten Tritt zu kommen.
Nach zwei Wochen benötige ich inzwischen eine ganze Woche, um wieder einigermassen in die Mitteleuropäische Sommerzeit zu leben. Den Sommer im Begriff hätte man sich für mich in diesem Jahr auch sparen können, nach einem langen Frühjahr bin ich quasi direkt in den Herbst gestolpert. Die Wochen mit 30°C und Sonnenschein habe ich offensichtlich alle verpasst.

Nach dieser ersten Wiedereingewöhnungswoche begann zum Glück mein zweiwöchiger Urlaub, der sich nun aber auch schon wieder unerbittlich dem Ende nähert. Mein Verlangen an den Rechner zu gehen, zu surfen oder gar zu schreiben war in dieser Zeit äusserst gering, um nicht zu sagen nicht vorhanden.
Seit ein paar Tagen ist es aber wieder da, das Kribbeln, Lesen was los ist, meinen Senf dazugeben und selbst was zu schreiben. Lesen muss es ja niemand, ist freiwillig.

Also, wir sind nicht verreist, haben aber trotzdem jede Menge unternommen. Z.B. unsere Wohnung ein wenig entrümpelt. Kistenweise ist Zeugs zur Deponie gewandert, all das, was man nie braucht und trotzdem ungern hergibt. Na gut, einen Teil der guten Sachen konnte ich bis zum nächsten Mal retten...

Ausserdem natürlich einige Ausflüge, von denen ich schöne Fotos vorbereitet hatte. Die Texte dazu hatte ich auch schon im Kopf, aber dann meinte die Speicherkarte meines ohnehin ungeliebten Fotoapparats, sich verabschieden zu müssen. Mit ihr auch die Fotos der letzten Woche, die zwar nicht von herausragender Bedeutung oder Schönheit waren, aber gut ins Blog gepasst hätten. Auch wenn er diesmal nix dafür kann, ich schiebe es auf den Fotoapparat.

Von unseren Ausflügen berichte ich dann gegebenenfalls in den nächsten Tagen, vielleicht lassen sich ja noch ein paar Bilder besorgen.

Vier
Mein Projekt vier-Kilo-minus kommt nicht wirklich voran, die Reise ohne Training hat nicht gerade geholfen. Um es in Monopoly zu sagen: Gehe zurück auf Los, ziehe keine 2000g ein...
Apropos Training, auch hier die alte Leier. 2 Wochen Reise, 3 Wochen kein Training, Form gleich Null. Anfang des Jahres war ich so guter Dinge. Bis zum April hatte ich gut trainiert, leider allerdings trotzdem die 60 von Texel versemmelt. Seitdem komme ich nicht mehr richtig in Tritt.
Inzwischen starte ich meinen vierten Versuch wieder regelmäßig und gut zu trainieren, um wenigstens noch einen guten Wettkampf in diesem Jahr zu schaffen.
So wie es aussieht, wird es wieder einmal Herten-Bertlich werden, da soll die Bestzeit fallen. Vorher steht noch Rund-um-den-Baldeneysee in Essen auf dem Programm, da werde ich sehen, wo ich stehe.

Die letzten beiden Trainingswochen zeigen zumindest wieder eine ansteigende Kilometerzahl, letzte Woche habe ich sogar die 70km Marke geschafft, damit bin ich richtig zufrieden. Diese Woche dürfen es aber noch ein paar mehr werden...

Sonntag, 16. August 2009

Das Auge des Navigators

Monkey Island
Erinnert sich eigentlich noch irgendjemand an Guybrush Threepwood?
Für mich steht dieser Name für unzählige Stunden vor dem Computer im Studentenwohnheim. Bei mir war es noch ein Amiga inklusive fleissigem Diskettenwechsel, andere hatten schon 386er Computer im Einsatz.

Wer ihn nicht kennt, Guybrush Threepwood ist der Held des ersten Grafik-Adventures, das ich tatsächlich komplett durchgespielt habe, und will Pirat werden. Die Story spielt irgendwo in der Karibik und ist so witzig umgesetzt, dass stundenlanger Spass garantiert ist.

Vor ein paar Tagen habe ich dann mehr oder weniger zufällig entdeckt, dass es eine Neuauflage von Monkey Island gibt (oder geben wird). Es soll das original Spiel sein, nur auf den heutigen Stand der Technik gebracht. Und für Puristen wird sogar die alte Steuerung noch integriert sein. Ich bin sehr gespannt....

Eine der Aufgaben des Adventures, an die ich mich noch erinnern kann, ist die Suche nach dem Auge des Navigators. Nur mit diesem unverzichtbarem Hilfsmittel war es möglich durch die geheimnisvolle See um die verschiedenen Inseln zu navigieren.

Genau so was hätte ich auch gestern gebraucht beim

Kölnpfad-nonstop 2009
Der Kölnpfad ist ein Wanderweg rund um Köln, der insgesamt etwa 170km lang ist und größtenteils durch Wälder oder Grünanlagen führt.
Da das zum Wandern natürlich viel zu lang ist, liegt es natürlich nahe, diese Strecke laufend zu bewältigen.

So dauerte es nicht lange bis Wolfgang Olbrich von der LG DUV zum ersten Kölnpfad Nonstop aufrief.

Insgesamt 14 Läufer und 3 Läuferinnen machten sich dann am frühen Samstagmorgen auf den Weg, ausgerüstet mit guter Laune, guter Kondition und gutem Kartenmaterial.

Für mich ist diese Strecke weit ausserhalb meiner Möglichkeiten, doch bot sich die Gelegenheit unseren Troisdorfer Teilnehmer Michael mit dem Fahrrad auf dem ersten Drittel der Strecke zu begleiten. Etwas bei Kilometer 60 hatte unser Verein, die Troisdorfer LG M.U.T., einen Verpflegungsstand aufgebaut, an dem das Begleitpersonal gewechselt wurde.
Mit dem Fahrrad kann man viel Material und insbesondere viele Getränke transportieren, was bei dem gnadenlosen Sonnenschein unbedingt erforderlich war. So hatte ich dann neben der Karte und diversen Handys auch noch die Getränke von Michael, Hauke und Mo, der Michael zu Fuss begleiten wollte an Bord.
Die Runde startete in Dünnwald und ging dann im Uhrzeigersinn in Richtung Bergisch Gladbach wo der höchste Punkt der Strecke erreicht wurde.

Nach etwa 23 Kilometern kam die erste Steigung und das Elend nahm seinen Lauf. Zunächst musste ich schmerzhaft feststellen, dass ein beladenes Fahrrad deutlich schlechter eine Wiese hochkommt als ein Ultraläufer. Beim Versuch in den untersten Gang zu schalten sprang mir die Kette ab und ehe ich mich versah, waren die zu Begleitenden weg...

Nachdem ich das Fahrrad dann keuchend nach oben geschoben hatte und wieder festen Boden unter den Reifen hatte, konnte die Aufholjagd beginnen. Ganz so weit sollten die Läufer ja noch nicht sein. Die Wegzeichen

waren meist gut zu erkennen und so machte ich mir keine größeren Gedanken, dass ich mir auf der Karte einen Rechtsknick eingeprägt hatte, die Zeichen aber geradeaus in einen Feldweg zeigten.
Erst recht als in ziemlich regelmäßigen Abständen weitere Zeichen auftauchten. Erst als ich nach längerer Bergabfahrt immer noch keine Läufer sichtete, kamen mir Bedenken. Beim ersten Ortsschild stellte ich mit Schrecken fest, dass dieses nicht auf der Karte verzeichnet war. Auch ein hilfsbereiter Autofahrer konnte ihn nicht finden und sagte, ich wäre einige Zentimeter ausserhalb der Karte.
Ich fuhr also ein paar Meter zurück und fand wieder die Zeichen, die ich für die des Kölnpfads hielt. Der Weg führte bergauf in die Richtung, die auch der Autofahrer gewiesen hatte, also auf zur nächsten Bergwertung.
Diese führte mich nach Spitze, was ich allerdings ebenfalls nicht auf der Karte finden konnte. In der Zwischenzeit begannen die Läufer zu Dursten und riefen mich schon auf dem Handy an, was meine Verzweiflung nur noch verstärkte. Ich befand mich auf der Bensberger Strasse, was an sich schon mal nicht schlecht war, nur die Richtung war noch offen. Es half nichts, ich musste einen Ortsansässigen fragen. Beim dritten Haus hatte endlich jemand Erbarmen mit meinem Klingen und zeigte mir die Richtung. Ca. 15 Minuten würde ich bis Bensberg brauchen, dass die Läufer längst passiert hatten.

Die Aufholjagd, Teil 2, konnte beginnen. Mit Vollgas raste ich in Richtung Bensberg und dann, endlich wieder auf der Laufstrecke, durch den Königsforst. Und doch dauerte es noch eine endlos lange Zeit, bis ich die Läufer wieder einholen konnte. Mehr als zwei Stunden mussten die Armen ohne Getränke auskommen, was bei der Aufgabe und den Temperaturen sicher kein Spass ist.
Mo war schon völlig ausgetrocknet und beendete seine Begleitung früher als geplant, Hauke musste am Abend ebenfalls aussteigen, nur Michael hat die Dürrezeit gut überstanden und lief sein Rennen wie ein Uhrwerk. Am Ende konnte er den Lauf sogar mit deutlichem Vorsprung gewinnen.
Das hat mich dann auch wieder etwas beruhigt, wäre er ausgestiegen so wäre dies auf jeden Fall auch meine letzte Fahrradbegleitung gewesen.
Wenigstens konnte ich Michael auf den letzten 10 Kilometern vor der Verpflegung wieder versorgen, denn dies waren wohl mit die unangenehmsten des ganzen Laufs. Lange Geraden durch die Felder, kein Schatten, gnadenlose Sonne und extrem hohe Temperaturen.

Am Ende konnten dann acht Männer und alle drei gestarteten Frauen die ganze Runde vollenden, die anderen mussten leider irgendwo auf der Strecke aussteigen. Alle haben meines Erachtens Unvorstellbares geleistet und haben meine volle Bewunderung.


Nachwort
Heute habe ich auch erfahren, warum ich mich so verfahren habe. Am Nordöstlichen Zipfel der Strecke treffen sich der Kölnpfad und der Herkenrather Rundweg. Als Rundwanderweg benutzen beide ein Kreissymbol. Mit etwas mehr Zeit hätte ich beide Schilder gesehen und auf dem einen Kölnpfad und auf dem anderen Herkenrath gelesen. Oder ich hätte mehr auf meine Kartenlesefähigkeit vertraut.
Beides habe ich aber leider nicht.

Mit dem Auge des Navigators wäre das nicht passiert