Montag, 15. März 2010

Schneller Vorlauf

Hallo... äh, wie war doch gleich der Name?...
So begrüßt mich unsere Wii-Spielekonsole immer, wenn ich länger nicht gespielt habe. Meinem Blogeditor hingegen ist das ziemlich egal. Auch nach vier Wochen Abstinenz zeigt er mir das gleiche leere Blatt wie immer.

In diesen vier Wochen war ich nur wenig am Rechner und hatte weder Lust zu lesen, noch zu schreiben. Und das nicht, weil nichts zu schreiben gewesen wäre. Irgendwie war ich abends einfach zu platt, um mich vom Sessel oder Bett wegzubewegen. Aber jetzt kommt der Frühling und mit ihm die Worte.

Um niemanden mit alten Kamellen zu langweilen, gehe ich zum Anfang der Lücke, drücke auf den schnellen Vorlauf und zeige nur ein paar Kleinigkeiten.
Bis Karneval war alles ok. Am Samstag erwischte mich dann ein übler Magen-Darm-Infekt, der mir fast eine Woche mehr oder weniger starken Durchfall bescherte.
Dabei habe ich mich so gefühlt, wie einige der Gestalten auf den Fotos aussahen.

Danach wurde es wieder besser und die Laufeinheiten gingen wieder lockerer.
Bis dann das Sturmwochenende kam.
Da wollte ich eigentlich zwei längere Einheiten kombinieren. Erst im Siebengebirge und dann später noch einmal an der Sieg.

Teil eins ging noch ganz gut, es war windig, aber man konnte noch einigermassen Laufen und musste sich noch nicht vor umstürzenden Bäumen fürchten.

Am Nachmittag jedoch ging es richtig los. Hätte ich gebloggt, so wäre der Titel gewesen, "Laufen wie Margitta (ultraistgut)", denn es fegten Orkanböen wie an der Ostsee entlang des Siegdeichs. An Laufen war für mich Binnengemüse nicht zu denken. Aus 25 geplanten Kilometern wurden schließlich nur zwölf.
Dem Baum schräg gegenüber unseres Hauses ging es noch schlechter. Angesichts der Winde wurde er kurzerhand von der Feuerwehr abgesägt.

Ende des schnellen Vorlaufs.

6-Stunden-Lauf Nürnberg
Damit wären wir dann auch schon beim vergangenen Wochenende angelangt und das kann ich nicht so einfach unter den Tisch fallen lassen. Schließlich zeigte der Countdown am Rande des Blogs lange genug an, dass letzten Samstag der Nürnberger Sechs-Stunden-Lauf stattfand.
An diesem wollten Gaby und ich unbedingt teilnehmen, da wir von 2008 noch sehr gute Erinnerungen an Nürnberg hatten.

Leider kam es anders und Gaby zog sich in der Woche davor eine richtig heftige Erkältung zu, mit der an Laufen nicht zu denken war.
So ging ich dann alleine an den Start und konnte dafür Gaby's Unterstützung vom Rande der Strecke geniessen, die zudem noch ein paar Fotos schießen konnte.
Allerdings nur aus der Anfangsphase, danach gab der Akku des Fotoapparates auf. Vielleicht hätte ich ihn doch besser vorher noch einmal aufgeladen.

Für das Wochenende war ganz übles Wetter angesagt, mit Schnee und Regen bei unangenehmen Temperaturen.
Zum Glück wurde es jedoch erheblich besser als befürchtet, es war praktisch trocken, kaum Wind und die Temperaturen waren zumindest für die Läufer gut zu ertragen.
Die Strecke geht auf 1,522km einmal um die Wöhrder Wiese, man hat stets einen guten Blick auf die andere Seite mit dem jeweiligen Rückweg.

Neben der Verpflegung befindet sich die Zählstation, in der jeder Läufer einen persönlichen Zähler hat, der neben dem Aufschreiben der Runden auch immer mal wieder aufmunternde Worte parat hat.
Meine Zählerin war übrigens die (halbverdeckte) Frau in der dunkelblauen Jacke, die ihre Sache übrigens sehr gut gemacht hat.

Für das Rennen hatte ich mir vorgenommen, nicht schneller als 5:45 min/km zu laufen und so mit Verpflegungspausen auf über 60km zu kommen. Klar, dass es auch nicht wesentlich langsamer als 6:00min/km werden sollten.
An diese Vorgaben konnte ich mich die ganze Zeit gut halten und lief ziemlich konstante Rundenzeiten.
Schwierig wurde es erst ab km 50, wenn die Kräfte langsam nachlassen. In dieser letzten Stunde liegt der echte Unterschied zum Marathon, hier muss man sich schon ordentlich anstrengen, um nicht nachzulassen.

Ich habe es mir allerdings selbst schwer gemacht. Bei km 50 läuft man an den Zählern vorbei und dann habe ich schnell ausgerechnet, wieviele Runden ich noch für 60km brauchen würde. Ich lag gut in der Zeit und hatte etwa 5 Minuten Polster, sogar ein Kilometerschnitt oberhalb von 6:00 würde locker reichen.
Doch Runde für Runde schmolz das Polster und ich wurde langsam nervös. Eine kurze Frage beim Organisator Klaus Schulz löste das Rätsel damm schnell auf. Ich hatte als Rundenlänge 1,4km statt 1,52 verwendet und war plötzlich wieder im grünen Bereich.

Am Ende wurde für mich eine Distanz von 60,92km gemessen, für mich eine super Ergebnis mit dem ich richtig zufrieden bin.
Und beim nächsten mal knacke ich die 61km.

1 Kommentar:

michi hat gesagt…

Oh toll, dass Du noch was zu dem 6h-Lauf geschrieben hast. Herzlichen Glückwunsch, ich liege im Staub! Schade mit dem Akku, aber zu ein paar sehr schönen Bildern hat es ja gottlob noch gelangt. Blöd, dass sich die Dinger, wenn man sie braucht, nicht mal eben alleine ans Netz hängen können. An alles muss man selber denken *lach*

Die Tage wollte ich schon mal fragen, ob Du noch lebst, aber ich dachte, lieber nicht drängeln, vielleicht ist er noch auf Reisen und hat wenig Zeit, die kann man dann ja lieber anderweitig nutzen. Um so schön, dass Du wieder etwas geschrieben hast!