Sonntag, 16. August 2009

Das Auge des Navigators

Monkey Island
Erinnert sich eigentlich noch irgendjemand an Guybrush Threepwood?
Für mich steht dieser Name für unzählige Stunden vor dem Computer im Studentenwohnheim. Bei mir war es noch ein Amiga inklusive fleissigem Diskettenwechsel, andere hatten schon 386er Computer im Einsatz.

Wer ihn nicht kennt, Guybrush Threepwood ist der Held des ersten Grafik-Adventures, das ich tatsächlich komplett durchgespielt habe, und will Pirat werden. Die Story spielt irgendwo in der Karibik und ist so witzig umgesetzt, dass stundenlanger Spass garantiert ist.

Vor ein paar Tagen habe ich dann mehr oder weniger zufällig entdeckt, dass es eine Neuauflage von Monkey Island gibt (oder geben wird). Es soll das original Spiel sein, nur auf den heutigen Stand der Technik gebracht. Und für Puristen wird sogar die alte Steuerung noch integriert sein. Ich bin sehr gespannt....

Eine der Aufgaben des Adventures, an die ich mich noch erinnern kann, ist die Suche nach dem Auge des Navigators. Nur mit diesem unverzichtbarem Hilfsmittel war es möglich durch die geheimnisvolle See um die verschiedenen Inseln zu navigieren.

Genau so was hätte ich auch gestern gebraucht beim

Kölnpfad-nonstop 2009
Der Kölnpfad ist ein Wanderweg rund um Köln, der insgesamt etwa 170km lang ist und größtenteils durch Wälder oder Grünanlagen führt.
Da das zum Wandern natürlich viel zu lang ist, liegt es natürlich nahe, diese Strecke laufend zu bewältigen.

So dauerte es nicht lange bis Wolfgang Olbrich von der LG DUV zum ersten Kölnpfad Nonstop aufrief.

Insgesamt 14 Läufer und 3 Läuferinnen machten sich dann am frühen Samstagmorgen auf den Weg, ausgerüstet mit guter Laune, guter Kondition und gutem Kartenmaterial.

Für mich ist diese Strecke weit ausserhalb meiner Möglichkeiten, doch bot sich die Gelegenheit unseren Troisdorfer Teilnehmer Michael mit dem Fahrrad auf dem ersten Drittel der Strecke zu begleiten. Etwas bei Kilometer 60 hatte unser Verein, die Troisdorfer LG M.U.T., einen Verpflegungsstand aufgebaut, an dem das Begleitpersonal gewechselt wurde.
Mit dem Fahrrad kann man viel Material und insbesondere viele Getränke transportieren, was bei dem gnadenlosen Sonnenschein unbedingt erforderlich war. So hatte ich dann neben der Karte und diversen Handys auch noch die Getränke von Michael, Hauke und Mo, der Michael zu Fuss begleiten wollte an Bord.
Die Runde startete in Dünnwald und ging dann im Uhrzeigersinn in Richtung Bergisch Gladbach wo der höchste Punkt der Strecke erreicht wurde.

Nach etwa 23 Kilometern kam die erste Steigung und das Elend nahm seinen Lauf. Zunächst musste ich schmerzhaft feststellen, dass ein beladenes Fahrrad deutlich schlechter eine Wiese hochkommt als ein Ultraläufer. Beim Versuch in den untersten Gang zu schalten sprang mir die Kette ab und ehe ich mich versah, waren die zu Begleitenden weg...

Nachdem ich das Fahrrad dann keuchend nach oben geschoben hatte und wieder festen Boden unter den Reifen hatte, konnte die Aufholjagd beginnen. Ganz so weit sollten die Läufer ja noch nicht sein. Die Wegzeichen

waren meist gut zu erkennen und so machte ich mir keine größeren Gedanken, dass ich mir auf der Karte einen Rechtsknick eingeprägt hatte, die Zeichen aber geradeaus in einen Feldweg zeigten.
Erst recht als in ziemlich regelmäßigen Abständen weitere Zeichen auftauchten. Erst als ich nach längerer Bergabfahrt immer noch keine Läufer sichtete, kamen mir Bedenken. Beim ersten Ortsschild stellte ich mit Schrecken fest, dass dieses nicht auf der Karte verzeichnet war. Auch ein hilfsbereiter Autofahrer konnte ihn nicht finden und sagte, ich wäre einige Zentimeter ausserhalb der Karte.
Ich fuhr also ein paar Meter zurück und fand wieder die Zeichen, die ich für die des Kölnpfads hielt. Der Weg führte bergauf in die Richtung, die auch der Autofahrer gewiesen hatte, also auf zur nächsten Bergwertung.
Diese führte mich nach Spitze, was ich allerdings ebenfalls nicht auf der Karte finden konnte. In der Zwischenzeit begannen die Läufer zu Dursten und riefen mich schon auf dem Handy an, was meine Verzweiflung nur noch verstärkte. Ich befand mich auf der Bensberger Strasse, was an sich schon mal nicht schlecht war, nur die Richtung war noch offen. Es half nichts, ich musste einen Ortsansässigen fragen. Beim dritten Haus hatte endlich jemand Erbarmen mit meinem Klingen und zeigte mir die Richtung. Ca. 15 Minuten würde ich bis Bensberg brauchen, dass die Läufer längst passiert hatten.

Die Aufholjagd, Teil 2, konnte beginnen. Mit Vollgas raste ich in Richtung Bensberg und dann, endlich wieder auf der Laufstrecke, durch den Königsforst. Und doch dauerte es noch eine endlos lange Zeit, bis ich die Läufer wieder einholen konnte. Mehr als zwei Stunden mussten die Armen ohne Getränke auskommen, was bei der Aufgabe und den Temperaturen sicher kein Spass ist.
Mo war schon völlig ausgetrocknet und beendete seine Begleitung früher als geplant, Hauke musste am Abend ebenfalls aussteigen, nur Michael hat die Dürrezeit gut überstanden und lief sein Rennen wie ein Uhrwerk. Am Ende konnte er den Lauf sogar mit deutlichem Vorsprung gewinnen.
Das hat mich dann auch wieder etwas beruhigt, wäre er ausgestiegen so wäre dies auf jeden Fall auch meine letzte Fahrradbegleitung gewesen.
Wenigstens konnte ich Michael auf den letzten 10 Kilometern vor der Verpflegung wieder versorgen, denn dies waren wohl mit die unangenehmsten des ganzen Laufs. Lange Geraden durch die Felder, kein Schatten, gnadenlose Sonne und extrem hohe Temperaturen.

Am Ende konnten dann acht Männer und alle drei gestarteten Frauen die ganze Runde vollenden, die anderen mussten leider irgendwo auf der Strecke aussteigen. Alle haben meines Erachtens Unvorstellbares geleistet und haben meine volle Bewunderung.


Nachwort
Heute habe ich auch erfahren, warum ich mich so verfahren habe. Am Nordöstlichen Zipfel der Strecke treffen sich der Kölnpfad und der Herkenrather Rundweg. Als Rundwanderweg benutzen beide ein Kreissymbol. Mit etwas mehr Zeit hätte ich beide Schilder gesehen und auf dem einen Kölnpfad und auf dem anderen Herkenrath gelesen. Oder ich hätte mehr auf meine Kartenlesefähigkeit vertraut.
Beides habe ich aber leider nicht.

Mit dem Auge des Navigators wäre das nicht passiert

Sonntag, 2. August 2009

Im Labyrinth der Installationen

Kennt das eigentlich irgendjemand außer mir? Mal eben was installieren, und schwups, Sendepause?

Genau dieses Kunststück habe ich am letzten Wochenende hinbekommen. Kurz vor einer Dienstreise wollte ich noch einen Beitrag veröffentlichen und zur Verzierung sollten natürlich auch noch ein paar Fotos dazu.

Ein schöner Inhalt war schnell gefunden, schließlich führte unser Sonntagsausflug in die Bonner Rheinauen zum größten mobilen Labyrinth Deutschlands. In wöchentlich wechselnden Aufbauten gilt es, den Weg zum Turm in der Mitte des Feldes zu finden. Ohne unter die Wände zu gucken, versteht sich.
Das macht echt Spass und ist bei den ersten Versuchen gar nicht einfach. Geht man mehrfach durch das Labyrinth, findet man sich immer besser zurecht und kennt den Weg bald recht gut.

Wie es sich gehört, meldete sich meine Pentax Kamera (Optio L50), von deren Kauf ich übrigens dringend abrate, mit dem Spruch "Batterie schwach" und weigerte sich, auch nur ein Foto zu machen.
Gut, dass ich noch ein Fotohandy dabei hatte, mit dem ich noch ein paar schöne Fotos machen konnte.

Nur mußten die Fotos auch noch irgendwie auf den PC kommen, um schließlich hier zu erscheinen. Also habe ich flugs die mitgelieferte CD in den Rechner gesteckt und installiert, was mir so angeboten wurde. Immer brav auf "ja" getippt, die Standardinstallationen sollten in der Regel harmlos sein.
Das herunterladen der Fotos klappte dann auch ganz gut, doch unmittelbar danach kam das böse Erwachen.
Die Verbindung zum Internet funktionierte nicht mehr.

Also schnell das Programm wieder deinstalliert, ohne Erfolg.
Versucht alle Geräte zurückzusetzen (Rechner aus, Modem aus, ...), ohne Erfolg.
Händisch eine Verbindung aufzubauen versucht, ohne Erfolg.

Mit schlechter Laune und schlechtem Gewissen ins Bett gegangen, erfolgreich.

Die ganze Woche musste ich damit leben, meine Frau ohne die Verbindung zur Welt hinterlassen zu haben, was sie allerdings erheblich gelassener ertragen hat, als ich es gekonnt hätte.

Da ich aber auch nach meiner Rückkehr noch keine wirklich zündende Idee zur Fehlerbehebung hatte, sah ich mich doch tatsächlich gezwungen, die (kostenpflichtige) Servicehotline von Netcologne zu wählen.
Und tatsächlich konnte mir da innerhalb weniger Minuten der entscheidende Tipp gegeben werden.
Alle sichtbaren Einstellungen zur Verbindung waren ok, aber irgendwie hatte das Deinstalliern offensichtlich nicht gut genug funktioniert und mysteriöse Überreste blockierten meinen Anschluss.
Der Tipp des Tages war eine Funktion von Windows XP namens Systemwiederherstellung. Damit kann man den Rechner auf einen Zustand aus der (näheren) Vergangenheit zurücksetzen.
Und, man glaubt es kaum: Einmal gestartet und schwups war alles tatsächlich wieder wie gewohnt. So habe ich mal wieder eine sinnvolle Funktion von XP kennengelernt, die ich garantiert so schnell nicht mehr vergessen werde.

P.S.: Die Auflösung der Eineck-Frage:
Die Einecke sind gar nicht so selten in unserer Welt, jede Tastatur hat zum Beispiel zwei davon.
Einmal dieses: >
und einmal jenes: <