Donnerstag, 31. Januar 2008

Karneval in Troisdorf



Irgendwie tue ich mich als gebürtiger Kamener (bekannt vor allem aus dem Verkehrsfunk) schwer mit dem Karneval.Obwohl ich mich jetzt schon einige Jahre im Rheinland aufhalte, bin ich noch immer kein Freund des Schunkelns geworden.
Auch die Texte der klassischen Karnevalssongs sitzen nicht wirklich gut. Vom vollständigen Verstehen bin ich noch Kilometerweit entfernt. Zum Glück habe ich vor ein paar Jahren die wichtigsten Texte im Internet gefunden, so dass ich sie wenigstens ablesen kann. Ich werde halt immer ein Immi im Rheinland bleiben.
Von meinem vierjährigen Sohn bekam ich dann gestern noch eine kostenlose Lehrstunde in der rheinischen Mundart. Mein kläglicher Versuch, den Text von "Eimol Prinz ze sinn" fehlerfrei vorzutragen, wurde nach ein paar Zeilen abgebrochen. "gedräump" werde nicht wir "geträumt" ausgesprochen, sondern eher wie "jedrömp". Danke schön!

Da der Kindergarten heute schon um 11:00 Uhr zugemacht hat, habe ich heute sozusagen einen Tag Zwangsurlaub nehmen müssen. Na gut, an Weiberfastnacht haben die Erzieherinnen sicherlich auch was Besseres vor. Die Karnevalsparty mit dem Prinzen von Hütte scheint den Kleinen aber viel Spass gemacht zu haben, da war richtig was los beim Abholen.
Heute Nachmittag werden wir uns noch ein bischen Ausruhen, morgen wird wieder gearbeitet.

Fürs Wochenende haben wir drei Karnevalsumzüge auf dem Programm. Beginnen werden wir mit dem legendären Zug im Gleisdreieck, der sicherlich zu den kürzesten Umzügen gehört, aber bestimmt nicht zu den schlechtesten.
Sonntag, kommt der "grosse" Troisdorfer Zug und Montag ist auf Hütte einiges los.

Allen Jecken wünsche ich auf jeden Fall eine tolle Zeit!

Abteilung Sonstiges:
Die letzten Tage waren eigentlich ganz erfreulich, zweimal habe ich mich in die Laufklamotten geschwungen und problemlos 15km Runden absolviert.
Ausserdem haben wir eine schicke Strecke mit der LEGO-Eisenbahn gebaut. Die Kunst dabei ist, das Befahren der Strecke in beiden Richtungen zu ermöglichen. Mit hinreichend vielen Weichen und Gleisstücken ist das jetzt gut möglich.

Sonntag, 27. Januar 2008

Rodgau Monoton

Die Stadt Rodgau war für mich bisher eigentlich nur in Zusammenhang mit Musik ein Begriff. In den 80ziger gab's da, glaube ich, mal eine Band, die uns vor den ankommenden Hessen gewarnt hat. Heutzutage laufen die Rodgauer lieber als zu singen, vorzugsweise lange Strecken. So fand gestern schon zum neunten Mal der 50km-Lauf statt, der sich stetig wachsender Teilnehmerzahlen erfreut. Das allein zeigt schon, dass diese Veranstaltung gar nicht so schlecht sein kann. Für mich stand der Lauf zwar nicht auf dem Plan, aber meine Frau wollte mit einigen anderen MUTlern daran teilnehmen.
Nachdem wir die Mama um viertel vor sieben aus dem Hausgeschmissen hatten, liessen Jonas und ich den Tag ruhig angehen. Ein bischen Früstücken, ein paar Sachen einkaufen, Tanken und schon war der Vormittag herum. Aufgrund des schönen Wetters beschlossen wir dann, uns die letzten Runden der Läufer live anzusehen.
Also, schnell noch eine Buchstabensuppe gekocht, genügend Süßigkeiten und ein blaues Getränk eingepackt, schon waren wir bereit. Die 190km Autofahrt gingen schnell vorüber und mit einer kleinen Ehrenrunde hatten wir auch die Laufstrecke schon gefunden.





Die ersten Läufer waren bereits fertig und geduscht, doch die Mehrheit hatte noch ein zwei Runden vor sich. Die Wetterbedingungen waren sicherlich sehr gut, Sonne, nicht zu kalt und wenig Wind. Insgesamt mussten die Läufer zehn Runden mit je fünf Kilometern absolvieren, so dass es nicht viel länger als eine halbe Stunde dauern sollte, um sich einen Überblick über die noch auf der Strecke befindlichen Läufer zu verschaffen.
Meine Frau hatten wir bei unserer Ankunft knapp verpasst und es dauerte tatsächlich fast eine halbe Stunde bis wir sie am Anfang ihrer letzten Runde erblickten. Offensichtlich lief es ziemlich gut, nach 45 gelaufenen Kilometern sah sie jedenfalls beim besten Willen nicht aus. Hoffentlich beflügelt durch uns, lief sie auch die letzten Runde locker und stand nach ziemlich genau fünf Stunden zufrieden vor uns.
In der Halle trafen wir dann noch einige Bekannte wieder, die mal mehr, mal weniger gut durchgekommen waren, aber alle gutgelaunt ihren Kaffee und Kuchen genossen. Außer mir waren anscheinend sämtliche Teilnehmer des Kevelaer-Marathons auch in Rodgau am Start.














Am heutigen Sonntag stand dann meine erste Laufeinheit nach fast drei Wochen Pause auf dem Programm. Verglichen mit den Leistungen der Teilnehmer gestern, lief ich gerade mal ein Aufwärmprogramm, aber mir haben die knapp 12km gut gefallen, vor allem weil auch danach keine Kopfschmerzen mehr auftraten. Ab nächster Woche geht es also wieder richtig los.

Mittwoch, 23. Januar 2008

Das Gesetz der Zeitungsauswahl

Den Schnupfen bin ich zwar seit ein paar Tagen los, doch dafür habe ich seitdem leichte Kopfschmerzen im Stirnbereich. Da die irgendwie nicht wirklich besser wurden, bin ich heute tatsächlich mal zum Onkel Doktor gegangen. Und das zum ersten Mal seit fast vier Jahren.
Die Wahl des passenden Arztes fiel nicht schwer, hatte meine Frau doch letztes Jahr tatsächlich einen marathonlaufenden Internisten in Troisdorf entdeckt.
Gestern habe ich in der Praxis angerufen und sollte dort heute um halb acht erscheinen und Zeit mitbringen, klar ohne Termin dauert es halt ein wenig.
Ausgerüstet mit meiner Nintendo DS stand ich dann also da und bereitete mich seelisch auf stundenlanges Warten vor. Im Wartezimmer suchte ich mir ein gemütliches Plätzchen und schnappte mir eine der herumliegenden Zeitungen. Statt "Frau im Spiegel" oder so erblickte ich jedoch "Runners World" und "Laufzeit" im Regal. Gut, wenn der Arzt das richtige Hobby hat, oder? Ehrlich gesagt weiss ich gar nicht, ob er auch Zeitungen für nicht-Sportler da hatte.
Während ich mich also in die Geheimnisse des Berglauftrainigs einarbeite, bewahrheitet sich eine langjährige Erfahrung: Das Gesetz der Zeitungsauswahl. Es besagt, dass die Wartezeit beim Arzt oder Friseur umgekehrt proportional zur Qualität der ausliegenden Zeitungen ist:

Das Gesetz der Zeitungsauswahl:
Gute Zeitungen = wenig Wartezeit,
schlechte Zeitungen = lange Wartezeit.

Kurzum, nicht einen Bericht habe ich geschafft, schon war die mitzubringenden Zeit aufgebraucht und ich durfte ins Behandlungszimmer.
Dort ging alles ganz schnell, abklingenden Nasennebenhöhlenentzündung, ein paar Tabletten, etwas Nasenspray und wieder ein paar Tage nicht laufen.
Dafür habe ich jetzt einen Hausarzt und auch gleich einen Termin für einen Gesundheitscheck.

Sonntag, 20. Januar 2008

Frühlingslauf

Nach zwei Wochen Pause habe ich heute erstmals wieder die Laufschuhe aus dem Keller geholt und eine kleine Runde gedreht. Eigentlich hätte ich gedacht, dass ich schon ein paar Tage wieder fit sei, doch beim Laufen merke ich noch, dass ich noch keine allzu anstrengenden Sachen machen sollte. Die knapp 12 Kilometer an der Sieg gingen von den Beinen her ganz gut, aber der Rest ist noch nicht wieder in Topform.
Von meinen Trainingszielen für Januar bin ich kilometerweit entfernt. Dafür kann ich aber bald wieder die kurzen Hosen auspacken, heute jedenfalls war ich bei 10°C viel zu warm angezogen.

Montag, 14. Januar 2008

Schnupfenflug

Meine Erkältung bessert sich nur langsam. Da ich sowieso nicht laufen kann, kam mir eine kleine Dienstreise nach Berlin ganz entgegen. Unterwegs musste ich dann feststellen, dass Flugreisen und verstopfte Nasenlöcher sich nicht gut vertragen. Kaum war die Reisehöhe erreicht, kamen Kopfschmerzen und Mengen an Rotz wollten die Nase verlassen. Oder wie auch immer das heisst, was man in Tempotaschentücher pustet. Sabber, Sekret oder gar Schnupf?
Auf jeden Fall waren Hin- und Rückflug trotz guter Sicht nicht angenehm.

Dafür habe ich wieder was gelernt. Und zwar auf dem Sicherheitsbeipack, der in der Ablage vor jedem Platz steckt. Es wird bei Tuifly darauf detailliert aufgelistet, welche elektronischen Geräte in welcher Flugphase (Start, Flug, Landung) eingeschaltet sein dürfen. Mit dem Handy telefonieren geht zum Beispiel gar nicht, dafür darf während des Flugs mit dem Gameboy gespielt werden. Herzschrittmacherträger dürfen denselbigen übrigens während der gesamten Zeit eingeschaltet lassen! Gut das das extra erwähnt wurde. So kann ich beruhigt einschlafen, ohne Angst, dass mein Nachbar an mir den Einschalter sucht.

Samstag, 12. Januar 2008

Hit und die Wunderlampen

Noch immer kämpfe ich mit meinem Schnupfen, aber wenigstens der Husten ist anscheinend besiegt. An Laufen ist jedoch noch nicht zu denken. Das merke ich immer dann, wenn ich auf dem Weg zur Arbeit die klitzekleine Steigung einer Brücke überwinden muss und dabei merke, dass mir die Puste ausgeht.
Da ich also vom Laufen nicht viel zu berichten habe, nehmen wir doch mal ein anderes Thema. Zum Beispiel Einkaufen. Da habe ich mich heute mal wieder ziemlich geärgert.
Die beiden großen Troisdorfer Lebensmittelläden Hit und Kaufland haben jeweils im letzten Jahr ihre Geschäfte umgebaut. Dabei wurden in den Obst und Gemüseabteilungen auch die Lampen ausgetauscht. Beide Läden setzen jetzt auf Wunderlampen in deren Licht jegliche Frucht frisch und knackig aussieht. Packt man dieses Obst dann in den Einkaufswagen und erreicht eine Zone mit normaler Beleuchtung, so sind Bananen und Äpfel plötzlich um Tage gealtert und zeigen braune Stellen, die Sekunden vorher noch nicht da waren.
So renne ich dann mit jedem einzelnen Obst und Gemüse erst in normales Licht, bevor ich sie in den Wagen packe, um die schlimmsten Fehlgriffe auszusortieren.
Heute habe ich an der Auskunft beim Hit mal angefragt, ob denn die Chance bestehe, bald wieder ehrliches Licht im Obstbereich zu erleben. Als Antwort gab es ein auf gar keinen Fall und überhaupt, im Kaufland sei ja alles noch viel greller. Toll. Ist unehrlich ok, wenn die anderen noch unerlicher sind?
Schließlich kam mir dann die entscheidende Einsicht: Niemand zwingt mich, mein Obst und Gemüse überhaupt in diesen Läden zu kaufen. In nächster Zeit werde ich also versuchen, konsequent an den Obst- und Gemüseständen vorbeizugehen und mich in anderen Geschäften damit einzudecken. Wenn das genug Kunden so machen, haben wir vermutlich bald wieder normales Licht beim Einkaufen.
Und die dann nicht benötigten Lampen kann man dann für die Strassenbeleuchtung verwenden. Dann sehen wir zumindest Nachts alle jung und knackig aus.

Dienstag, 8. Januar 2008

Vom Honigkuchenmann erlegt

Im Banne des schönen Marathons vergass ich doch glatt, das bittere Ende zu erwähnen.
Deutete sich doch schon Samstag Abend ein Schnupfen an, der sich am Sonntag noch einmal vornehm zurücknahm, so schlug er dann am Montag unbarmherzig zu. Schnupfen und Husten bescheren mir jetzt eine etwas andere Regenerationsphase, als ich mir sie so vorgestellt hatte.

Montag, 7. Januar 2008

Findet den Honigkuchenmann

In Kevelaer trafen sich am Sonntag bei bestem Laufwetter etwa 300 Hartgesottene, um gleich in der ersten Woche des Jahres einen Marathon zu geniessen.
Der Honigkuchenmann-Marathon, der inzwischen offiziell gar nicht mehr so heisst, geht über sieben Runden mit einer ca. 1.5 km langen Wendestrecke direkt am Anfang bzw. Ende jeder Runde.

Da ich schon immer wissen wollte, wie ein Honigkuchenmann aussieht, habe ich mich sehr über die Anmeldung gefreut, die meine Frau zusammen mit Andy zu meinem Geburtstag in die Wege geleitet hatte. Ausserdem konnte ich den Lauf noch mit einem Kurzbesuch bei meiner Schwester in Xanten verbinden.


Normalerweise mag ich weder Rundkurse durch die Felder noch Wendestrecken, aber irgendwie macht es in Kevelaer nicht viel aus. Ganz im Gegenteil, man wird pro Runde fast doppelt so oft mit Namen angefeuert und kann gute Musik hören. Und wen putscht es nicht auf, nach fünf Runden zu hören, man sähe aus wie gerade losgelaufen. Auch wenn jeder weiss, das ist gelogen, so wird man doch stets ein kleines bischen schneller.

Für mich war es die erste Teilnahme in Kevelaer und unter den Teilnehmern war ich wohl einer mit den wenigsten bisher gelaufenen Marathons. Zumindest hatte ich den Eindruck, dass sich fast alle Läufer von diversen anderen Veranstaltungen kannten.
Die ersten drei Runden lief ich dann auch zusammen mit zweien der Vielstarter, Mattin und Ralf. Fast alle, die wir überholten oder die an uns vobeizogen, wurden begrüßt und mit Gutes-Neues-Jahr-Wünschen bedacht. Da die beiden jedoch in jeder Runde ein paar Sekunden schneller wurden und wir dann schon bei 5:15 min/km lagen, setzte sich mein Verstand durch und ich lies mich
zurückfallen. Von da an blieb ich bei 5:30 bis 5:40 um schliesslich mit 3:53:33 ins Ziel zu laufen.

Dort traf ich dann auf Andy, der seinen 150sten Marathon gelaufen ist und von seiner überraschend angereisten Mutter den goldenen Laufschuh überreicht bekam.

Nach dem Duschen, Kaffee und Kuchen ging es dann mit Sabine wieder zurück nach Troisdorf. Und das ohne Erinnerungsfoto auf der Zoobrücke...

Insgesamt ist der Kevelaer-Marathon eine tolle Veranstaltung, bei der man merkt, dass die Organisatoren und Helfer selbst laufen und daher wissen, was beim Marathon hilft. Das geht los bei (bis zuletzt) warmen Getränken, zwei Sprechern an der Strecke, Startnummern mit Namen, ausreichend Verpflegungsständen, gutem Wetter bis hin zum warmen Duschwasser in der Jugendherberge.

Den Honigkuchenmann habe ich an diesem Wochenende zwar nicht gefunden, dafür aber wenigstens ein Stückchen vom Honigkuchen gekostet.
Und im nächsten Jahr kann man bestimmt weitersuchen.

Donnerstag, 3. Januar 2008

Rutschpartie

Zunächst mal wünsche ich allen Lesern ein gutes und gesundes Jahr 2008!
Zwei ganze Arbeitstage liegen nun schon wieder hinter mir und die waren nach anderthalb freien Wochen lang. Für heute abend hatte ich mir einen gemütlichen Lauf vorgenommen, als letzte Laufeinheit vor dem Honigkuchenmann-Marathon in Kevelaer.
Doch schon auf dem Rückweg von der Arbeit bekam ich einen Vorgeschmack auf die Streckenverhältnisse. Regen auf gefrorenen Boden ergibt Eis und das wiederum mindert den Spass beim Fahrradfahren und Laufen erheblich. Aber da ich mich in der ersten Woche eines Jahres immer noch schön an meine Vorsätze halte, habe ich es tatsächlich geschafft eine knappe Stunde zu laufen und zu Rutschen. Rückblickend betrachtet war es natürlich halb so schlimm und ich bin froh, nicht wieder gefaulenzt zu haben.
Bis Sonntag werde ich nicht mehr laufen und in Kevelaer versuche ich irgendeine Zeit so um vier Stunden zu laufen.