Sonntag, 29. Juni 2008

Der Spicher Zehner

Irgendwie wusste ich, mein letzter Eintrag im Blog ist schon ein paar Tage her, aber dass es schon zwei Wochen sind, schockiert mich doch.

In direktem Zusammenhang damit stehen verschiedene Dinge. Zum Beispiel diese:
1.) ich war in der Zeit so lauffaul, dass ich mich gar nicht getraut habe, was zu schreiben. Mehr als 25 bis 30km die Woche sind nicht zu vermelden.
2.) den Computer habe ich in der Zeit nur äußerst selten von nahem gesehen. Und das nicht nur weil unser Arbeitszimmer im Sommer richtig schön warm ist.
3.) Die Europameisterschaft, vor den Spielen wollte ich noch nicht schreiben und danach war ich zu müde, sofern ich nicht schon während der Übertragung eingeschlafen bin. Und die EM ist als Ausrede zur Zeit ja hervorragend geeignet.

und so weiter und so fort....

Noch mehr schockiert hat mich allerdings der Blick auf den Kalender. Es sind nur noch zehn Wochen bis zum Jungfrau-Marathon und der Trainingszustand ist nettgesagt mäßig.
Also, weg mit den Ausreden, ab jetzt wird gearbeitet. 60km soll von nun an die Untergrenze sein.

Als Auftakt der Vorbereitung stand gestern der Spicher Zehner auf dem Programm, einer der traditionellen Läufe in der Troisdorfer Gegend. Zwei fünf Kilometerrunden mit einer langen Steigung galt es zu absolvieren.

Der Lauf war wie immer anstrengend, aber am Ende ist dabei eine Zeit von 41:47 herausgekommen, womit ich voll zufrieden bin. Zumindest schnell genug kann ich noch laufen, für lange Läufe in den Bergen bleibt allerdings noch einiges zu tun.

Drachenfels

Heute stand der Drachenfels auf dem Programm, zwar nicht auf dem Laufprogramm, sondern als Familienwanderziel. War richtig schön und beim Spazierengehen hat man doch noch mehr von den Aussichten....

Freitag, 13. Juni 2008

Zehntausend

Diese Woche war es soweit: Unsere Jura Kaffeemaschine hat zum 10000sten mal Kaffee gebrüht. Das musste natürlich für die Nachwelt festgehalten werden:

Das Gimmick "Bezügezähler" hat mich schon beim Kauf schwer beeindruckt, war aber nur einer der Punkte auf der Auswahlliste. Geschmack, Design und vor allem die geringe Breite waren letztendlich ausschlaggebend.

Noch immer trinke ich gerne und viel Kaffee aus dem Vollautomaten und würde ihn sehr vermissen sollte er das Zeitliche segnen, was ja irgendwann einmal passieren wird.
Nur zwanzig Tassen vor der 10000 musste man schon fast das Schlimmste befürchten. Die Maschine spülte zweimal nacheinander, ohne das jemand einen Knopf gedrückt hätte. Die Geräusche dabei trieben mir den Angstschweiss auf die Stirn.
Beim Gedanken an die zu erwartenden horrenden Reparaturkosten wurde mir ganz anders. Zwei OP Aufenthalte hat die Maschine bereits überlebt. Einmal war sie undicht, beim anderen Mal musste die Brüheinheit getauscht werden. Allein für diese Reparaturen hätte man mehrere herkömmliche Kaffeemaschinen bekommen.

Glücklicherweise ging der Kelch dieses Mal an uns vorüber und die Jura hat sich wieder berappelt. Seitdem haben wir bereits wieder einige Tassen ohne Probleme trinken können, so dass ich ab jetzt auf die 15000 warte.

Dienstag, 10. Juni 2008

Der Platinman

Tatsächlich habe ich es am Freitag geschafft, am Platinman-Lauf teilzunehmen. Deutlich über 35 Läufer fanden sich in mehreren Gruppen, um die Strecke mit 5 Bergen ab Hennef Bödingen in Angriff zu nehmen.
Bei anfangs guten Bedingungen waren die ersten vier Steigungen ein reines Vergnügen in moderatem Tempo. Nach Ende des vierten Anstiegs begann jedoch ein Regenschauer, der es in sich hatte. Jede Menge Regen prasselte bis weit nach dem Ziel auf uns ein und ich kann mich nur an wenige so nasse Läufe erinnern.
In grenzenloser Missachtung aller Vorhersagen hatte ich sowohl auf eine Mütze als auch auf genügend trockene Klamotten für nach dem Lauf verzichtet, so dass auch der Heimweg nicht gerade angenehm war.
Die Strecke von Ende Steigung vier bis hin zum Ziel habe ich nur noch schemenhaft in Erinnerung. Der Regen und die fehlende Mütze machten meine Brille zunehmend undurchsichtig, so dass ich sie bald in der Hand trug und mich etwas mehr auf den Boden konzentrierte.
Dummerweise hatten auch die erfahrensten Platinläufer so ihre Probleme mit der Strecke und ein Großteil meiner Gruppe erreichte nach ein oder zwei falschen Richtungswechsel das Ende eines Weges. Da bei dem Wetter niemand mehr Lust auf eine Ehrenrunde hatte, wurde kurzerhand querfeldein, oder besser gesagt hangabwärts durch den Wald gelaufen. War ein echter Höhepunkt und führte schließlich tatsächlich wieder auf die eigentliche Laufstrecke.
Danach ging es noch kurz den letzten Hügel hoch und schon war man wieder am Ausgangspunkt, wo mit Kuchen und Bier der erfolgreiche Lauf gefeiert wurde.
Trotz des Regens hat es wohl allen Spass gemacht und am ersten Freitag im Juni 2009 wird man sich wiedersehen...

Mittwoch, 4. Juni 2008

Erholung

Nach dem Marathon habe ich bisher meine Laufschuhe noch nicht wieder angezogen, mich dafür aber schon ganz gut erholt. Eigentlich spricht nichts dagegen, mal ein kleines Ründchen zu laufen. Aber ne, jetzt und heute nicht mehr.

Je nach Fitness und Laune werde ich mich dafür vielleicht am Freitag zum offiziell inofiziellen Platinmanlauf nach Hennef Bödingen aufraffen können. Der heißt übrigens nicht umsonst Platinman, denn er hat in 17km jede Menge Höhenmeter versteckt.
Früher war das wohl mal ein Volkslauf, der schnell aus allen Nähten platzte und am Ende eingestellt werden musste. Jetzt laufen ein paar Unverzagte, die die Absagen irgendwie verpasst haben, jedes Jahr zum gleichen (traditionellen) Zeitpunkt über die Strecke.
So ganz kenne ich die Details nicht, das war vor meiner Laufkarriere. Damals habe ich noch alle für verrückt erklärt, die Laufen, ohne einen Ball und einen Gegner in der Nähe zu haben.
Ist für mich jetzt vielleicht nicht inbedingt das Richtige nach dem Mittelrhein, aber doch verlockend.

Sonntag, 1. Juni 2008

Der Mittelrhein

Der Mittelrheinmarathon und ich, das werden wohl keine echten Freunde mehr...

Um 4:00 Uhr klingelte heute der Wecker und riss uns aus den schönen Träumen. Nach dem obligatorischen Kaffee und etwas leichtem Frühstück ging es viertel vor fünf auf die Reise nach Koblenz.
Im Gegensatz zum letzten Jahr haben wir diesmal am Koblenzer Hauptbahnhof geparkt und sind mit dem Sonderzug um 6:21 zum Start nach Oberwesel gefahren. Das spart am Nachmittag gut eineinhalb Stunden und hat ziemlich gut geklappt. Nicht zuletzt weil wir einen kostenlosen Parkplatz ganz in der Nähe gefunden haben.

Da sich die Teilnehmerzahl im Vergleich zur Premiere vor 4 Jahren drastisch reduziert hat, lief am Bahnhof alles sehr entspannt ab und man konnte einen Großteil der Strecke schon mal von einem Sitzplatz aus besichtigen.
Im Startbereich gab es ebenfall kein Gedränge und brauchte sich keine Sorgen zu machen, nicht weit genug nach vorne zu kommen, falls man das wollte. Insgesamt gingen knapp 600 Einzelläufer/innen auf die Marathonstrecke sowie jede Menge Staffeln.

Zumindest auf der ersten Hälfte war das Wetter sehr gut, der bewölkte Himmel bescherte den Läufern angenehme Temperaturen. Später kam dann die Sonne zum Vorschein und die Bedingungen ähnelten wieder den Vorjahren. So heiß wie beim ersten Mal war es natürlich mit Abstand nicht.

Die Strecke ist auf der ersten Hälfte extrem flach und geht immer am Rhein entlang, auf der zweiten Hälfte kommen einige Hubbel dazu, die einem schnell ein paar Körner zuviel rauben können. Wer sich dafür interessiert, kann speziell am Anfang eine ganze Reihe schöner Burgen und Schlösser bestaunen, dazu geht es auch noch an der Loreley vorbei.

Auf der zweiten Häfte kamen in diesem Jahr auch die Halbmarathonis dazu, die eine wesentlich größere Läufergruppe darstellten. Ich erreichte das Ende der Halbmarathonläufer etwa bei km 25 und hatte fortan wieder viele Läufer um mich herum. Für die Läufer, die gerade zum Start des Halbmarathons in Boppard waren, gab es sicherlich Probleme, sich da durchzuwühlen.

Für mich lief es über weite Strecken ganz gut, im Schnitt lief ich etwa 4:55min/km, was eigentlich reichen sollte, um unter 3:30 zu bleiben. Leider blieb es bei dem eigentlich, denn so ein Marathon ist halt nicht nur 37km lang. Genau bei dieser Distanz hat es mich dann zerlegt und auf den restlichen 5km habe ich dann ebensoviele Minuten verloren. Am Ende habe ich mich dann bei 3:33:15 über die Ziellinie geschleppt und bin irgendwie ein bischen enttäuscht. Die 3:30 h waren greifbar nahe, aber es hat halt nicht gereicht.

Der Positive Aspekt ist, dass ich zumindest meine Mittelrhein-Marathon-Bestzeit verbessern konnte und sich der Mann mit dem Hammer wieder weiter zur Zielliene bewegt hat. In den Vergangenen Jahren hat es mich jeweils etwas früher erwischt. Sollte es den Marathon also noch ein paar Jahre geben, so bin ich optimistisch, irgendwann mein Tempo durchzuhalten. Vielleicht sollte ich hier und da auch noch mein Training optimieren....

Jetzt werde ich es ein paar Tage etwas langsamer angehen lassen und dann kommen die Berge auf den Trainigsplan. Schliesslich sind es nur noch drei Monate bis zum Jungfrau-Marathon...