Mittwoch, 25. November 2009

Der Himmerich

nun, eigentlich sollte ich jetzt schon im Flugzeug Richtung Korea sitzen, aber durch eine kleine Verzögerung habe ich noch einen Tag zuhause gewonnen und kann so noch schnell vom Wochenendlauf berichten.
Drei Wochen vor dem Siebengebirgsmarathon war genau der richtige Anlass, noch eine schwere Belastungsprobe einzubauen. Insbesondere angesichts der voraussichtlich trainingsarmen Dienstreisetage.
Für solche Anlässe bietet sich bei uns der Himmerich an, ein Berg, der auf der üblichen Strecke etwa 15km vom Kloster Heisterbach entfernt ist, eine ganze Reihe von fiesen Anstiegen bietet und selbst die wohl längste gleichmäßige Steigung des Siebengebirges hat. Etwa drei Kilometer geht die Strasse immer schön nach oben, jeder kann das Tempo wählen, das er für richtig hält. Wobei Einbrechen am Ende verpönt ist.
Die letzten 20 Höhenmeter sind dann fast alpin, direkt am Rande eines Steinbruchs gilt es steil bergauf zu klettern. Meine Kamera lag da noch gut verstaut im Rucksack, so dass es dieses mal leider keine Beweisfotos in der Wand gibt.

Von oben kann man nur erahnen, wie steil es ist.
Belohnt wird man dafür allerdings mit einer tollen Aussicht, die sich Sabine natürlich nicht entgehen ließ.

Auf dem Rückweg wählten wir eine etwas andere Route, die Gaby und ich noch nicht kannten und die zu großen Teilen auch beim Siebengebirgsmarathon gelaufen wird. Dort allerdings meist in die andere Richtung.
Dieser Weg ist etwas einfacher, zumnindest hatten wir den Rückweg auf der herkömmlichen Route als sehr anstrengend in Erinnerung. Man muss halt nicht ganz so weit nach unten.
Um auf die geplanten 30km zu kommen, haben wir dann noch die Löwenburg und den Lohrberg mitgenommen. Die Wege dort hinauf sind für uns allerdings keine Unbekannten.

Am Ende hatten wir ziemlich genau unser Soll erfüllt und einen wirklich schönen Lauf erlebt. Erstaunlicherweise erstmals ohne in den Genuss von Regen zu kommen, langsam beginne ich, den Klimawandel dafür verantwortlich zu machen. Erst ein trockener 6h-Lauf in Troisdorf und dann noch der Himmerich...

Samstag, 21. November 2009

Nebenwirkungen

Planung
Das Jahr ist noch nicht zuende und doch ist die (Lauf-)Planung für 2010 schon in vollem Gange.
Dieses Jahr war für mich rein Lauftechnisch nicht besonders gut, ich war weder besonders schnell noch besonders weit unterwegs. Den interessantesten Lauf habe ich abgebrochen (Texel), was mich immer noch ärgert, weil es unnötig war.
Für das nächste Jahr habe ich mir ein paar längere Läufe auf den Plan geschrieben, nicht so lang wie die von Gaby, aber man muss ja langsam anfangen.
Nachdem die DUV ihre Meisterschaften im 24h-Lauf auf den 19. Juni gelegt hat, steht zumindest schon mal ein Termin für Gaby fest. Und für mich auch, da ich sicherlich wieder betreuen werde.
Da passt es ganz gut dass nur eine Woche später der 12h-Lauf von Brühl (gleich bei uns um die Ecke) stattfindet. Diesen Lauf wollten wir eigentlich schon in 2009 mitnehmen, aber da ist er wegen Stadionumbaus ausgefallen.
So habe ich den Lauf kurzerhand zu meinem (Streckenlängen-) Saisonhöhepunkt benannt und gleich angemeldet. Und siehe da, zumindest auf der Meldeliste stehe ich noch ganz oben!
Und eine Betreuerin habe ich auch schon :-)
Und weil's so schön war haben wir auch bereits den Nürnberger 6h-Lauf angemeldet und auch da stehen wir in der Meldeliste weit oben.
Den Hollenlauf konnte ich hingegen noch nicht anmelden, weil die online-Anmeldung noch gar nicht auf ist. Aber das hole ich dann bei Gelegenheit nach.

Ausreden
Eine meiner Lieblingsausreden, warum ich nicht so viel gelaufen bin, waren meine bisher vier Korea-Aufenthalte. Jetzt steht der Siebengebirgsmarathon vor der Tür und was passiert? Klar, Korea-Reise Nummer fünf.
Mitte der Woche geht es los, aber dieses Mal muss trainiert werden. Den Siebengebirgsmarathon werde ich auf keinen Fall ausfallen lassen. Das Hotellaufband kann sich schon mal auf lange Bergaufpassagen einstellen...

Ich bin übrigens gespannt, ob ich ohne Vollkörperschutz aus dem Hotel darf. Vor Betreten der Firmengelände wird anscheinend täglich Fieber gemessen.
Die Panik vor der Schweinegrippe scheint dort also extrem groß zu sein.
So groß zumindest, dass wir uns alle noch schnell haben impfen lassen. Die 14 Tage bis zur vollen Wirksamkeit schaffen wir zwar nicht mehr, aber der gute Wille zählt.

Nebenwirkungen
So bin ich also zu meinem Kontakt mit dem Impfstoff Pandemrix gekommen. Eigentlich wollte ich ja auf dem Kanzlerinnenwirkstoff ohne diese ominösen Verstärker bestehen. Leider gab es den gerade nicht.
Überhaupt, hier im Rhein-Sieg-Kreis impfen niedergelassene Ärzte und es gibt anscheinend lange Wartezeiten.
Wir waren daher in der zentralen Impfstelle in Düsseldorf und dort kam man quasi sofort an die Reihe. Von Impstoffmangel war dort nichts zu hören.
Nach einem Pieks sollte man sich noch für eine halbe Stunde in einen Ruheraum setzen, um eventuelle Allergische Schockreaktion abfangen zu können, dann ging es wieder zurück zur Arbeit.
Von größeren Nebenwirkungen bin ich zum Glück verschont geblieben. Einzig der Arm tat an der Einstichstelle zwei Tage lang weh, allerdings nur wenn man draufdrückte oder haute.
Ansonsten fühlte ich mich etwa einen Tag lang ein wenig platt, aber auch nicht so, dass man sich hinlegen müsste. Kurzum, alles gutgegangen.

Doch halt, eine Nebenwirkung, die nirgends beschrieben war, gab es doch.
Ich habe mich wie wild für irgendwelche Läufe angemeldet, von denen ich noch gar nicht weiss, ob ich sie schaffe.

Montag, 9. November 2009

6h Lauf Troisdorf oder wo bleibt der Regen?

Den meisten Bewohnern der Stadt ist es zwar verborgen geblieben, aber am Wochenende tummelten sich jede Menge hervorragender Ultraläufer in Troisdorf.
Die Deutsche Ultramarathon-Vereinigung (DUV) hatte ihre Hauptversammlung in der Stadt und am Sonntag fand schon zum 9. Mal der Troisdorfer 6-Stunden-Lauf statt.
So waren dann unter anderem die beiden deutschen Meister im 100km Straßenlauf (Tanja und Jörg Hooß), der Dritte des diesjährigen Transeuropalaufs (Rene Strosny) und viele, viele andere gute Läufer am Start.
Da unser Verein, die Troisdorfer LG M.U.T., den Lauf ausrichtet und wir nur etwa 40 Mitglieder haben, kann man sich ausrechnen, dass alle mitarbeiten mussten und zudem noch jede Menge Verwandte und Bekannte mobilisiert werden mussten.

Für den Lauf selbst hatten Gaby und ich uns für viereinhalb Stunden Streckenposten am Deichabgang eingetragen. Das war für uns die beste Stelle, da in unmittelbarer Nähe ein Spielplatz war und Jonas zumindest zeitweise beschäftigt war. Hinzukommt, dass dieser Posten normalerweise nur eine Person beansprucht und wir so auch mal ins Warme oder zum Start-/Zielbereich gehen konnten.

Traditionell haben wir eigentlich immer Regen, Sturm oder Graupelschauer zu bieten und das Wetter der letzten Woche schien uns auch diesmal nicht zu enttäuschen.
Alle Teilnehmr und Helfer waren auf das übliche Wetterchaos vorbereitet und freuten sich auf einen spannenden Lauf.
Am frühen Morgen war es noch neblig, aber wenigstens trocken und so gingen die Läufer pünktlich um 10:00Uhr auf die Strecke.
Wir konnten die ersten eineinhalb Stunden noch ein wenig herumlaufen, mit anderen Helfern und Betreuern plaudern und machten uns dann auf den Weg zum Deich.
Auf dem zweieinhalb Kilometer Rundkurs um das Aggerstadion liegt der Posten etwa bei 1100m, eben am Ende des Deichabschnitts, wo es wieder auf die Straße geht.

Ein weiterer Vorteil dieser Stelle ist eigentlich, dass man genügend Zeit hat, den Fotoapparat vorzubereiten und die Läufer einzufangen.
Wobei ich mit meiner Seuchen-Pentax wie immer eine 50%-unscharf-Quote geschafft habe. Und noch nicht mal viele Fotos machen konnte, da die Kamera keinerlei SD-Karten mehr akzeptiert :-(


Unsere Hauptaufgabe war es, Spaziergänger über den Lauf zu informieren und allzu schnelle Radfahrer zu bremsen, bevor sie in die Laufgruppe hineinrasen.
Ansonsten verbrachten wir die Zeit damit, die Teilnehmer anzufeuern und die Namen zu lernen. Bei viereinhalb Stunden kann man da so einige schaffen.
Und da das Rennen ungewöhnlich spannend war, kam zu keinem Zeitpunkt Langeweile auf.
In den Spitzengruppen ging es unglaublich eng zu, allein Tanja Hooß hatte einen deutlichen Vorsprung und kämpfte hauptsächlich um Rekorde.
Und alle, die nicht um die Spitzenplätze liefen, hatten, zumindest sah es so aus, viel Spaß und konnten das Rennen genießen.

Am Ende hatten Tanja Hooß mit neuem Streckenrekord 78529m und Gino Casier mit 81930m die Nasen vorn.
Wenn man dazu noch sieht, dass sich jeweils die ersten 6 Frauen und Männer in die Top Ten der deutschen Jahresbestenliste gelaufen haben, weiß man, das es wirklich hochklassigen Sport gab.

Unmittelbar nach dem Schlußschuss, wurden die Restmeter vermessen und mit dem Abbau der Ausseneinrichtung begonnen.

Nach getaner Arbeit verabschiedeten sich auch die letzten Zuschauer gen Süden...

Danach ging es in die Halle, um die Sieger zu feiern und sich noch einmal zu stärken.

Und für mich war das für die nächste Zeit auch der letzte Auftritt am Streckenrand. Bei den nächsten Läufen bin ich selbst wieder am Start, versprochen.
Siebengebirgsmarathon, Kevelaer-Marathon und die 50km von Rodgau sollten bis Ende Januar keine größere Langeweile mehr aufkommen lassen.

P.S.: Und, wer hat es gemerkt? Kein Regen im Bericht. Nichts, nada, nullkommanix :-)

Freitag, 6. November 2009

Guitar Hero

Lauftechnisch war bisher in dieser Woche noch nicht viel zu berichten, andere Termine haben sich irgendwie dazwischen gedrängt. Immerhin hat es zweimal zum Krafttraining gerreicht und das ist ja auch schon mal nicht schlecht.

Mittwoch habe ich auch auf dem Personalausweis das Marathon-Alter erreicht und damit ich mich nicht alt fühle, hat mir meine Frau ein echtes Jungmachergeschenk gemacht.
In einer riesigen Kiste befand sich eine unscheinbare kleine CD und eine Gitarrenattrappe mit ein paar bunten Knöpfen.
Die Metallica-Edition von Guitar Hero für die Wii Spiele-Konsole. Gut, vermutlich bin ich etwa dreimal so alt wie die klassische Zielgruppe für so was, aber ich habe mich riesig gefreut.
Klar, dass das Spiel sofort ausprobiert werden mußte und so wurde um 6:15 Uhr "For whom the bell tolls" angestimmt. Diese Kombination aus Uhrzeit und Musik habe ich letztmals vor 15 Jahren unmittelbar vor dem Schlafengehen gehört, aber so war es für alle auch sehr lustig.
Denn nach wenigen Sekunden wurde ich ausgepfiffen und von der virtuellen Bühne gejagt.

Gestern war dann Martinszug mit dem Kindergarten angesagt, unnötig zu erwähnen, dass es zumindest teilweise geregnet hat. Wir sind halt in Troisdorf.

Morgen früh geht es dann endlich auf Piste, das Siebengebirge ruft!
Am Nachmittag beginnt dann der Aufbau für den Troisdorfer 6h-Lauf, der am Sonntag schon zum 9. Mal stattfindet. Ich werde meine Digitalkamera einpacken und mal sehen, ob was blogbares zu sehen ist.

Sonntag, 1. November 2009

Ho Chi Min und die Wolkenburg

Angesichts des nahenden Siebengebirgsmarathons war es so langsam an der Zeit, im Training wieder mehr Hügeliges einzubauen. Die letzten Monate hatte ich ja meist flach an Rhein und Sieg trainiert.
Dieses Wochenende bot, zumindest bis heute Nachmittag, bei uns beste Wettervoraussetzungen, um dieses Vorhaben in die Tat umzusetzen.

Herausgekommen sind dabei zwei wirklich schöne Läufe, nicht zu lang, aber mit viel Herbststimmung. Im guten Sinne.

Samstag: Der Ho Chi Min Pfad
Am Samstag hatten Gaby und ich uns mit einigen Teilnehmern der "M.U.T. macht Fit"-Gruppe verabredet, um etwa zwei Stunden in langsamen Tempo zu laufen.
Als Ziel hatten wir uns einen der schönsten Laufabschnitte in unserer Gegend ausgesucht, den Lohmarer Ho Chi Min Pfad. Etwas mehr als zwei Kilometer lang, führt dieser Weg durch das Dickicht des Waldes, entlang eines Bachlaufs. Es geht meist leicht bergauf, teils auf Sand, teils durch Gräben, über deren Rand man nicht hinwegschauen kann.
Auch der Weg dorthin ist schon sehens- und laufenswert, erst ein Stück die Agger entlang und danach vornehmlich durch Wald.
Auf den Zug sollte man übrigens nicht warten, der letzte hat scheint's etwas Verspätung (siehe Foto links). "Meine Damen und Herren auf Gleis eins, der Zug zum HoChiMin-Pfad hat wenige Minuten Verspätung"

Insgesamt kamen wir mit Hin- und Rückweg auf ca. 19km und hatten Lust auf mehr.

Sonntag: Querbeet zur Wolkenburg
Das Mehr sollte es dann heute Morgen im Siebengebirge geben. Mit Andy, Sabine und Moses ging es zunächst quasi klassisch los. Vom Kloster Heisterbacherrott auf den Drachenfels. Das ist fast immer der Auftakt der Siebengebirgsläufe, nach drei nur leicht welligen Kilometern folgt ein ordentlicher Anstieg bis zur Ruine.
Von dort hat man bei gutem Wetter eine tolle Aussicht auf Bonn und die Eifel, heute fiel insbesondere der niedrige Wasserstand des Rheins auf.

Gleich neben dem Drachenfels liegt die Wolkenburg, ein Berg, der noch ein paar Höhenmeter mehr zu bieten hat, aber wandertechnisch heutzutage nicht mehr erschlossen ist.
So fehlte er bisher auch auf der Liste unserer Laufgipfel im Siebengebirge, ehrlich gesagt, wusste ich gar nicht, dass da noch ein echter Berg ist.
Andy war schon mal oben und so wurde kurzerhand beschlossen, die Wolkenburg auch noch mitzunehmen. Auf diversen Trampelpfaden suchten wir unseren Weg nach oben und mit ein wenig ausprobieren kamen wir auch bald oben an. Durch die Bäume hat man einen ganz neuen Blick auf die Drachenfelsruine, die wir eben erst verlassen hatten.

Der Gipfel selbst ist bewaldet und daher recht unspektakulär, aber man sieht schnell, dass dies nicht immer so war.
Der Berg diente, wie einige andere in der Gegend auch, als Steinbruch für Römer und Dombauer. Der eigentliche Gipfel wurde vor langer Zeit abgetragen, Reste von Gebäuden und Wegen zeugen von dieser Vergangenheit.
Auch Hinkelsteine wurden hier anscheinend produziert, der Band Asterix im Siebengebirge ist allerdings noch nicht erschienen.

Nach dieser Neuentdeckung machten wir uns wieder auf bekannte Wege und liefen über den Lohrberg zurück zum Ausgangspunkt.
Knappe 17km mit einigen Höhenmetern haben mir allerings auch gezeigt, dass ich in den nächsten Wochen häufiger ins Siebengebirge muss.