Den meisten Bewohnern der Stadt ist es zwar verborgen geblieben, aber am Wochenende tummelten sich jede Menge hervorragender Ultraläufer in Troisdorf.
Die Deutsche Ultramarathon-Vereinigung (DUV) hatte ihre Hauptversammlung in der Stadt und am Sonntag fand schon zum 9. Mal der Troisdorfer 6-Stunden-Lauf statt.
So waren dann unter anderem die beiden deutschen Meister im 100km Straßenlauf (Tanja und Jörg Hooß), der Dritte des diesjährigen Transeuropalaufs (Rene Strosny) und viele, viele andere gute Läufer am Start.
Da unser Verein, die Troisdorfer LG M.U.T., den Lauf ausrichtet und wir nur etwa 40 Mitglieder haben, kann man sich ausrechnen, dass alle mitarbeiten mussten und zudem noch jede Menge Verwandte und Bekannte mobilisiert werden mussten.
Für den Lauf selbst hatten Gaby und ich uns für viereinhalb Stunden Streckenposten am Deichabgang eingetragen. Das war für uns die beste Stelle, da in unmittelbarer Nähe ein Spielplatz war und Jonas zumindest zeitweise beschäftigt war. Hinzukommt, dass dieser Posten normalerweise nur eine Person beansprucht und wir so auch mal ins Warme oder zum Start-/Zielbereich gehen konnten.
Traditionell haben wir eigentlich immer Regen, Sturm oder Graupelschauer zu bieten und das Wetter der letzten Woche schien uns auch diesmal nicht zu enttäuschen.
Alle Teilnehmr und Helfer waren auf das übliche Wetterchaos vorbereitet und freuten sich auf einen spannenden Lauf.
Am frühen Morgen war es noch neblig, aber wenigstens trocken und so gingen die Läufer pünktlich um 10:00Uhr auf die Strecke.
Wir konnten die ersten eineinhalb Stunden noch ein wenig herumlaufen, mit anderen Helfern und Betreuern plaudern und machten uns dann auf den Weg zum Deich.
Auf dem zweieinhalb Kilometer Rundkurs um das Aggerstadion liegt der Posten etwa bei 1100m, eben am Ende des Deichabschnitts, wo es wieder auf die Straße geht.
Ein weiterer Vorteil dieser Stelle ist eigentlich, dass man genügend Zeit hat, den Fotoapparat vorzubereiten und die Läufer einzufangen.
Wobei ich mit meiner Seuchen-Pentax wie immer eine 50%-unscharf-Quote geschafft habe. Und noch nicht mal viele Fotos machen konnte, da die Kamera keinerlei SD-Karten mehr akzeptiert :-(

Unsere Hauptaufgabe war es, Spaziergänger über den Lauf zu informieren und allzu schnelle Radfahrer zu bremsen, bevor sie in die Laufgruppe hineinrasen.
Ansonsten verbrachten wir die Zeit damit, die Teilnehmer anzufeuern und die Namen zu lernen. Bei viereinhalb Stunden kann man da so einige schaffen.
Und da das Rennen ungewöhnlich spannend war, kam zu keinem Zeitpunkt Langeweile auf.
In den Spitzengruppen ging es unglaublich eng zu, allein Tanja Hooß hatte einen deutlichen Vorsprung und kämpfte hauptsächlich um Rekorde.
Und alle, die nicht um die Spitzenplätze liefen, hatten, zumindest sah es so aus, viel Spaß und konnten das Rennen genießen.
Am Ende hatten Tanja Hooß mit neuem Streckenrekord 78529m und Gino Casier mit 81930m die Nasen vorn.
Wenn man dazu noch sieht, dass sich jeweils die ersten 6 Frauen und Männer in die Top Ten der deutschen Jahresbestenliste gelaufen haben, weiß man, das es wirklich hochklassigen Sport gab.
Unmittelbar nach dem Schlußschuss, wurden die Restmeter vermessen und mit dem Abbau der Ausseneinrichtung begonnen.
Nach getaner Arbeit verabschiedeten sich auch die letzten Zuschauer gen Süden...

Danach ging es in die Halle, um die Sieger zu feiern und sich noch einmal zu stärken.
Und für mich war das für die nächste Zeit auch der letzte Auftritt am Streckenrand. Bei den nächsten Läufen bin ich selbst wieder am Start, versprochen.
Siebengebirgsmarathon, Kevelaer-Marathon und die 50km von Rodgau sollten bis Ende Januar keine größere Langeweile mehr aufkommen lassen.
P.S.: Und, wer hat es gemerkt? Kein Regen im Bericht. Nichts, nada, nullkommanix :-)