Sonntag, 17. Januar 2010

Rutschen auf dem Kölnpfad

Für die ganz langen Trainingseinheiten macht es Spass, mal neue Strecken auszuprobieren. Beschilderte Wanderwege sind dazu gut geeignet, denn das, was man wandern kann, ist meist auch laufbar.
Im letzten Jahr hat Wolfgang Olbrich von der LG DUV den Kölnpfad nonstop ausgerichtet. Einige ganz hartgesottene Läufer machten sich auf den Weg, einmal Köln am Stück zu umrunden.
Auf den ersten 60km versuchte ich mich nicht gerade erfolgreich als Fahrradbegleiter und am Ende der Etappe hatte die Troisdorfer LG M.U.T. eine Verpflegungsstation aufgebaut.
Schon damals kam die Idee auf, einen Teil der Strecke als lange Trainingseinheit zu laufen und dann bis nach Troisdorf zu ergänzen.

Als Gaby und ich dann im Dezember begannen, die ersten Monate des Jahres planen, fiel uns das wieder ein und schon fand sich der Lauf als erste wirklich lange Einheit für uns beide auf dem Trainingsplan wieder.
Zu dem Zeitpunkt musste man für diese Gegend nicht unbedingt mit Schnee rechnen, das ist hier doch eher selten.
Die letzten Wochen belehrten uns eines Besseren, aber nicht zu laufen würde ein Verschieben ins Unbestimmte bedeuten. Bei zwei Läufern mit Kind bedeuten gemeinsame lange Läufe und Wettkämpfe immer viel Organisationsaufwand. Also blieb der 16. Januar der Tag des Kölnpfads.

Start des Unternehmens war 6:19 Uhr am Troisdorfer Bahnhof. Mit dem diesmal pünklichen Regionalexpress ging es nach Köln-Deutz, wo es nach einem Frühstücksbrötchen weiterging mit der Straßenbahnlinie 4 zur Endhaltestelle Leverkusen-Schlebusch.
Hier ist einer der elf Etappenstartpunkte für den Kölnpfad, der mit etwa 171km einmal um Köln herumführt. Wie unser Ausgangspunkt sind auch alle anderen gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen, so dass man bequem Teilstücke des Wanderwegs begehen, bzw laufen kann.

Um 7:07Uhr standen wir dann irgendwo an einer einsamen Haltestelle und sahen zunächst mal....
NICHTS.
Wir waren nämlich früh dran, zu früh. Genaugenommen trennte uns etwa eine halbe Stunde von dem Augenblick, an dem man die Karte mithilfe des Tageslichts sehen konnte. An eine Taschenlampe hatten wir natürlich nicht gedacht.
Auf der gesamten uns bevorstehenden Strecke ging es ziemlich zickzack durch die Wälder, eine Abzweigung zu verpassen wäre ärgerlich, aber wahrscheinlich.
Aber der Gedanke, eine halbe Stunde in der Kälte zu stehen war auch nicht gerade erquickend, also los und rein in die Dunkelheit.
Von da an hieß es "Augen auf" und bloß keine Abzweigung verpassen. Wenn wir eine entdecken konnten, ging es an den Wegrand und jeder Baum wurde aus nächster Nähe mit dem Handy angeleuchtet, um die Zeichen des Kölnpfads zu entdecken.


Glücklicherweise ist der Weg an den meisten Stellen gut ausgeschildert und durch die Radbegleitung im letzten Sommer konnte ich mich auch noch an viele Ecken erinnern. Nur einmal war uns nicht ganz klar, welchen der verfügbaren Wege wir nehmen mussten. Ehrensache, dass wir den falschen erwischten, es aber zum Glück schnell merkten.
Irgendwann war es dann so hell, dass wir die Karte wieder lesen konnten. Von da an ging es einfacher, denn wenn man weiß, wo man sich gerade befindet, guckt man ganz anders nach den Abzweigen.
Die Strecke selbst ist auf diesem Teilstück wunderschön, aber bei Schnee auch recht schwer zu laufen, da es doch oft sehr glatt war.


Auf dem rechten Bild sieht man den Anstieg zum höchsten Punkt der Strecke. Am Anfang der Steigung war allerdings gehen angesagt, zu glatt war hier der Weg.
Gleich danach kommt man auf eine kleine Strasse und erreicht die Stelle, an der im Sommer mein Irrweg begann. Zu Fuss und mit Zeit kann man schnell erkennen, dass sich hier zwei Rundwege berühren. Mit dem Fahrrad und ohne Zeit fällt das Verfahren leicht.


Da wir Zeit hatten und zudem vorgewarnt waren, schenkten wir dem Herkenrath-Rundweg keinerlei Beachtung und folgten unserem Kölnpfad. So bekam ich also auch noch die Gelegenheit, den fehlenden Streckenabschnitt zu sehen. Und das lohnt sich nicht nur weil es meist bergab ging.
Nach knapp 30km erreichten wir Bensberg, natürlich nicht ohne am schon frühzeitig sichtbaren Schloss vorbeilaufen zu müssen. Dieses wäre nicht so gut zu sehen, läge es nicht auf dem Bensberg (oder wie auch immer dieser Hügel heissen mag). Auf jeden Fall ging es steil bergauf um dann wieder bergab durch die City zu laufen.
Wir nutzten die Gelegenheit und legten am Busbahnhof eine kleine Kaffeepause ein.


Frisch gestärkt machten wir uns dann auf die nächste Etappe in Richtung Wahn. Kurz nach Bensberg wird die A4 unterquert und von da an läuft man durch den Königsforst. Mehrere Kilometer am Stück nur geradeaus, nach den Winkelzügen der ersten Etappen geradezu langweilig. Oder auch erholsam.
Am Ende des Königsforsts geht es ein wenig entlang einer Bundesstraße, bevor der Weg dann durch eine Parkanlage führt. Das natürlich wieder mit jeder Menge Abzweigen.
Für uns war dies dann auch der letzte Waldabschnitt, von hier an waren Straßen und Feldwege unser Geläuf.
Gerade am Anfang von Wahn meldete sich meine Garmin mit der Anzeige: "Batterien fast leer". Erst einige Kilometer sollte ich merken, dass damit nicht die Uhr gemeint war, sondern meine Batterie. Erstaunlich was diese Forerunner so alles kann.
Vorher, am S-Bahnhof Wahn, war es an der Zeit für unsere zweite Kaffeepause. 45 gelaufene Kilometer zeigten unsere Uhren und noch lagen mehr als zehn weitere vor uns.
Noch drei weitere Kilometer blieben wir auf dem Kölnpfad, bevor wir dann in Libur in Richtung Troisdorf abbogen.
Die nächsten Kilometer waren dann die härtesten der ganzen Strecke. Mit meinen fast leeren Batterien ging es über freie Felder mit heftigem, kaltem Gegenwind. Genau das braucht das Läuferherz. Jeder Schritt war für mich hier eine Qual, aber irgendwie mussten wir ja hier durch.
Kurz vor der rettenden Wohnbebauung ging es dann noch um den neuen Golfplatz. Den Schildern nach zu urteilen, scheint das neuerdings ein gefährlicher Weg zu sein. Na gut, mit so einem Wind kann schon mal ein Schlag zu weit gehen.


Ein paar Minuten später war es dann überstanden, im Ort war es nicht mehr windig und wir konnten gemütlich nach Hause traben.
Am Ende zeigten unsere Garmins dann etwas mehr als 57 Kilometer und wir konnten uns auf ein warmes Bad freuen.
Ein schöner Lauf war es. Allerdings auch anstrengend. Um halb neun abends waren alle im Tiefschlaf.

Montag, 11. Januar 2010

Honigkuchen im Schnee

Viele Marathon- und Ultraläufer haben eine nicht gerade lange Winterpause. Nachdem Mitte Dezember die Saison gemütlich beim Siebengebirgsmarathon beendet wurde, konnte man einige der Teilnehmer bereits am Sonntag wieder in Kevelaer begrüßen, wo beim achten Kevelaer-Marathon der Saisonauftakt 2010 stattfand.

Nachdem Tief Daisy in verschiedenen Gegenden Deutschlands viel Schnee gebracht und sämtliche Medien (und nicht nur die üblichen Verdächtigen) vor dem nahenden Weltuntergang gewarnt hatten, schafften es immerhin noch 270 von 400 gemeldeten Läufern, pünktlich zum Start an der Jugendherberge Kevelaer zu erscheinen.
Manch ein weniger Glücklicher sucht vermutlich noch heute nach dem Auto im Tiefschnee. Unser Mattin aus dem Sauerland gehört vielleicht auch dazu...

Ich jedoch, auf Nummersichergehend, machte mich schon am Samstagnachmittag auf den Weg in Richtung Niederrhein. Nicht ohne heißen Tee und Decken, versteht sich, denn das Risiko mit Kind unvorbereitet auf der Autobahn festzusitzen, war mir dann doch zu groß. Den Vormittag hatte ich übrigens mit Schneeschieben verbracht, bis Mittag gab es immer wieder Nachschub.

So waren Jonas und ich dann um drei Uhr auf der A3 und kamen ziemlich gut voran. Ab Düsseldorf begann es zwar wieder zu schneien, aber die Autofahrer fuhren recht vernünftig und so kamen wir, ohne brenzlige Situation erlebt zu haben, mit leichter Verspätung bei meiner Schwester in Xanten an.
Das tolle Winterwetter nutzten wir dann auch gleich für ein Nachtschlittenfahren auf den Böschungen Xantens. Viele Höhenmeter waren das zwar nicht, aber Spass hat es trotzdem gemacht. Und im Schnee ist Xanten auch nachts sehr schön.

Am Morgen machte ich mich dann auf den Weg nach Kevelaer, während Jonas die Verwandtschaft unterhalten hat oder sich mit dem Schlitten durch die Gegend ziehen ließ.
Auf der Fahrt schneite es noch leicht und ich erwartete das Schlimmste. Die Strecke hatte ich als sehr wetterabhängig in Erinnerung und Wind in Kombination mit Schnee waren keine guten Vorzeichen. Ein Tag am Kamin wäre sicherlich eine angenehme Alternative gewesen.

Aber wer so denkt, kennt die LLG Kevelaer nicht. Die hatten nicht vor klein beizugeben und haben mit Hilfe des Bauamtes der Stadt Kevelaer und einer Menge Helfer alles getan, um einen guten Lauf zu präsentieren.
Und, was soll ich sagen, es ist ihnen vollauf gelungen. Das die "normale" Organisation mit Parkplatzeinweisung, Startnummern, Verpflegung, warmen Duschen, etc super war, weiß ja schon fast jeder.
Aber die LLG hat es sogar geschafft, eine wirklich gut zu laufende Strecke hinzubekommen. Von den 6km einer jeden Runde war nur etwa ein Kilometer etwas anstrengend zu laufen, da sich der Schnee hier zu so einer sandähnlichen Masse verwandelt hatte. Wer mal am Strand gelaufen ist, wird verstehen, was ich meine.
Bestzeiten waren von daher nicht unbedingt zu erwarten, man musste sein Tempo halt an die Bedingungen anpassen.
Schnee und Wind hielten sich während des Rennens jedenfalls zurück und auch die Temperaturen waren erträglich.

Die Strecke wurde in einem anderem Laufbericht (weiß nicht mehr genau, wo ich das gefunden habe) als pfannenförmig beschrieben, dem kann ich mich nur anschließen.
Der Stiel ist eine 1,5km lange Wendestrecke, an deren Ende sich Start und Ziel befinden. Auf dieser Hälfte sieht man sich sozusagen andauernd und kann sich immer wieder grüßen und gegenseitig anfeuern.
Die andere Hälfte der Strecke ist dann eine Runde durch die Felder. Hier kann man weit vorausschauen und sich freuen, wenn kein Wind geht.
An der Verbindungsstelle befinden sich die beiden Verpflegungspunkte, die neben angewärmten Getränken noch Bananen und Honigkuchen im Angebot hatten. Im Nachhinein kann ich feststellen, dass meinem Magen Honigkuchen beim Marathon gut bekommt.

Ich persönlich hatte mir ein Tempo von 5:30/km vorgenommen, blieb aber von Anfang an knapp darunter. Das aber dafür ziemlich konstant, denn wie meine Urkunde zeigt, lief ich die 6km Abschnitte alle zwischen 31:40 und 32:55 Minuten. Am Ende kam dabei eine Zeit von 3:45:44 heraus, womit ich voll zufrieden bin.
Im Gegensatz zu meinen sonstigen Gewohnheiten lief ich bei diesem Marathon sehr lange Strecken mit anderen zusammen.
Etwa die Hälfte lief ich plaudernd mit einem anderen Volker zusammen, wobei zwischenzeitlich vor uns noch ein Volker war und die Helfer schon ein Nest von Volkers vermuteten.
Auf den letzten Runden kam dann noch David mit dazu mit dem ich den Marathon dann auch zuende lief.
Im Ziel gab es für die Teilnehmer noch einen ganzen Honigkuchen und in der Jugendherberge sogar noch warme Duschen. Was will man mehr!
Alle Läufer, die ich kenne, sind gut durchgekommen und haben einen schönen Winterlauf hinter sich gebracht. Und für das Kilometerspiel hat mir der Marathon die Woche gerettet....

Montag, 4. Januar 2010

Vorsätzlicher Start ins Jahr

Teil 1: Vorsätze
Jetzt habe ich mir also doch auch noch ein paar Vorsätze für das Jahr gemacht. Und die will ich gleich mal verkünden, damit ich mich auch dran halte.

1. Mehr Beiträge ins Blog zu stellen. Genauer gesagt, mehr als 60. Das sollte schaffbar sein.
2. Einmal hundert Kilometer am Stück laufen.
3. 3000 Kilometer im Jahr laufen. Das sollte bei gewissenhafter Vorbereitung von Punkt 2 möglich sein.
4. Vier Kilo abnehmen. Wenn ich 2 und 3 schaffe, fallen die Kilos ganz von allein.

Die größte Herausforderung wird für mich voraussichtlich der lange Lauf über 100km werden. Schließlich bin ich noch nicht mal annähernd in diesem Bereich gewesen. Bisher sind 70km meine persönliche Obergrenze.
Vorgenommen habe ich mir die 100km für den 12-Stunden-Lauf in Brühl Ende Juni. Bis dahin werde ich auch noch die eine oder andere kürzere Laufveranstaltung mitmachen.
Den Anfang macht am Sonntag der Kevelaer-Marathon, der vermutlich bei biestig kalten Temperaturen stattfinden wird.
Ende Januar stehen die 50km von Rodgau auf dem Plan, da findet ja anscheinend schon fast ein Bloggertreffen statt.
Den Rest werde ich in den nächsten Wochen noch genauer festlegen.

Teil 2: Der Start ins Jahr
Bei den vergangenen Laufeinheiten habe ich unterschiedlichste Umgebungsbedingungen erfahren dürfen.
Erst der verregnete Silvesterlauf, gefolgt von einem schönen, ruhigen aber kalten Lauf mit Gaby am Neujahrstag.

Samstag machte ich mich dann auf den Weg zur Siegmündung und konnte dann kurz vor dem Wendepunkt feststellen, wo der tiefstgelegene Punkt der Strecke ist. Auf den letzten Metern der Halbinsel am Mondorfer Hafen hat es der Rhein tatsächlich geschafft, den Weg zu überspülen.

Ganz so dramatisch wie man es vielleicht befürchten könnte, war es dann allerdings doch nicht. Die Wasserhöhe war unter 5cm und die überflutete Strecke vielleicht 10m. Leider war es aber immer noch genug um festzustellen, dass meine Trabuccos nicht wasserdicht sind.

In der Nacht zum Sonntag ist dann doch tatsächlich auch in Troisdorf einiges an Schnee niedergegangen. Damit war der lange Lauf zunächst mal gestrichen und stattdessen erstmal Schneeschieben angesagt.
Und weil Schnee und Troisdorf so selten im Zusammenhang genannt werden, haben wir natürlich sofort die Chance ergriffen, uns warm angezogen und sind mit Jonas und einem Schlitten losgezogen. Mit Tee und Keksen im Gepäck vergingen zwei Stunden wie im Flug.

Und wegen der guten Vorsätze habe ich mich am Nachmittag dann tatsächlich noch einmal umgezogen und bin eine Siegrunde gelaufen. So schön sah es auf der ganzen Strecke aus:

Freitag, 1. Januar 2010

Silvesterlauf in Birk

Zunächst mal wünsche ich allen Lesern ein

Gutes und vor allem gesundes Jahr 2010!

An meinen guten Vorsätzen und an der Saisonplanung arbeite ich noch, falls mir was einfällt, werde ich es noch niederschreiben.

Fest steht aber schon, wie das Jahr 2009 zuende gegangen ist, nämlich erst sportlich und dann entspannt.

Teil 1: Der Sport
Um das Ende der Weihnachtskaloriensammelei einzuleiten, hat irgendein schlauer Mensch mal die Tradition der Silvesterläufe angefangen.
So findet inzwischen wohl jeder einen Lauf in der Nähe seines Heimatortes, bei dem er sich zum Jahresabschluss noch einmal richtig quälen kann.

Für die Troisdorfer ist das üblicherweise der Birker Silvesterlauf, der über eine Strecke von 10km durch den Lohmarer Wald führt.
Bestzeitgeeignet ist dieser Lauf allerdings nicht wirklich, denn er hat doch ein paar Höhenmeter zu bieten und diese vorzugsweise auf der zweiten Hälfte.


Für den Lauf hatten sich eine ganze Reihe Läufer unseres Vereins angekündigt, für viele ist das schon fast Gewohnheit.
Für mich war es die erste Teilnahme und es kostete einiges an Überwindung, sich auf den Weg zu machen. Seit über einen Tag regnete es ununterbrochen und als ich dann erfuhr, dass Sabine und David nicht mitlaufen würden, war auch ich schnell überzeugt, den Nachmittag auf dem Sofa zu verbringen.

Gaby hatte allerdings keine Lust, den ganzen restlichen Tag mein Gejammer zu ertragen, nicht gelaufen zu sein und setzte mich mich kurzerhand vor die Tür. So stieg ich dann um kurz vor eins ins Auto, um doch noch nach Birk zu fahren. Den Regen beeindruckte das jedeoch nicht im Geringsten, siehe Foto.
Nachmelden war kein Problem (ich liebe diese kleinen Läufe mit herzlicher Organisation) und so stand ich um zwei mit den anderen Start.
Wie versprochen, die erste Hälfte fast nur bergab. Mit meinen zusätzlichen Weihnachtskilos konnte ich zwar schnell laufen, war aber dafür auch ziemlich am Anschlag.


Die zweite Hälfte ging dann mal mehr, mal weniger steil bergauf und hatte kaum noch Passagen zum Erholen. Inzwischen hatte ich ein gutes Tempo gefunden und konnte immer noch so etwa einen fünfer Schnitt laufen. Einzig die ständig beschlagene Brille störte.
Angestrengt, aber nicht am Ende meiner Kräfte, erreichte ich dann nach 47:37 Minuten das Ziel. Für mich ein schöner Abschluss des Laufjahres, mit dem ich echt zufrieden bin.

Teil 2: der Abend
Den Rest des Abends haben wir dann ganz entspannt verbracht. Ein paar Sandwich Toasts und eine Trivial Pursuit Niederlage später kroch die Uhr dann gegen Mitternacht und das Feuerwerk ging los

Nach einer halben Stunde war das Spektakel vorbei und wir konnten uns langsam aufs Schlafen vorbereiten.
Die Reste des Feuerwerks konnten wir dann heute bei unserer Neujahrsrunde begutachten. Jede Menge Müll, für dessen Beseitigung noch Freiwillige gesucht werden.

Samstag, 26. Dezember 2009

Der Polarexpress

Zunächst mal wünsche ich allen Lesern ein frohes Weihnachtsfest.
Ich hoffe, Ihr habt alle schön gefeiert und könnt die Feiertage geniessen.



Mein heutiger Eintrag ist allerdings noch aus der Vorweihnachtszeit.
Für Sonntag vor Weihnachten hatte ich von einem Kollegen noch zwei Karten für das letzte Heimspiel des 1.FC Köln gegen den 1.FC Nürnberg bekommen. Das Spiel an sich war nicht wirklich bedeutsam, aber die Erlebnisse der Hin- und Rückreise wollte ich doch noch schnell loswerden.

Einmal im Jahr gönnt man sich mal etwas Kultur (naja), und schon beginnt es im Rheinland zu schneien. Am Düsseldorfer Flughafen herrschte bereits das Chaos und in Troisdorf wühlten Markus und ich uns durch die Schneeflocken zum Bahnhof, wo zumindest unser Zug noch nach Plan abfahren konnte.
Am Stadion angekommen ging es über die schneebedeckte Wiese, am Glühweinstand vorbei hin zu unseren Sitzplätzen hinter dem FC Tor. Bis dahin also alles klar.

Die Stimmung vor dem Spiel war wie immer gut, man sagt ja, das in Köln die halbe Stunde vor dem Spiel üblicherweise die unterhaltsamste ist. Der verwzeifelte Versuch der Helfer, den Platz mithilfe von Laufbläsern schneefrei zu bekommen, war ebenso lustig anzusehen, wie der Auftritt der Cheerleader. Im vollen Stadion ging zumindest der Lärm der sonst so lästigen Laubbläser unter.

Das Spiel selbst war wie zu erwarten Not gegen Elend, viel Zufall, allerdings mit Vorteilen für die Kölner. Am Ende ging es dann 3:0 aus, wir hatten also fast ein Drittel der gesamten Kölner Tore der Hinrunde gesehen. Die Stimmung war dieses Mal somit auch nach dem Spiel entsprechend gut und alles lief entspannt Richtung Strassenbahn.

Hier jedoch der erste Dämpfer. Die Abfahrt der Züge erfolgte ziemlich schleppend, der Schnee blockierte immer wieder die Weichen. Auf dem Bahnsteig wurde es immer voller, das war nichts für Leute mit Platzangst. Nach einigen Minuten wurden wir dann irgendwie in die Strassenbahn gepresst und es ging dann endlich los im Sardinentransporter der KVB.
Umfallen war in dieser Bahn nicht möglich.

Am Hauptbahnhof sah dann alles nach einem Durchmarsch aus. Nur fünf Minuten Wartezeit bis zur S-Bahn nach Troisdorf, die dann sogar pünktlich in den Bahnhof einlief. Wir also rein in den Zug und gleich unsere Ankunft in Troisdorf gemeldet, um die Abholung vom Bahnhof zu bestellen. Das war vielleicht etwas voreilig. Denn bereits an der nächsten Station, Köln-Deutz, also gerade auf der anderen Seite der Rheinbrücke, blieb der Zug stehen. Zunächst war es auf "unbestimmte Zeit", WOrte, die wir an diesem Abend noch häufiger hören sollten.
Zehn Minuten später hieß es dann, alle Aussteigen, der Zug endet hier. Weichenstörung...
Von da an versanken wir im Informationsnirvana. Das Bahnsteigpersonal mit den roten Mützen wurde ja sicherheitshalber schon vor Jahren eingespart und die automatischen Ansagen kommen mit einem totalen Systemversagen auch nicht zurecht. Also galt es selbst Alternativen zu suchen.

Eine einzelne gestörte Weiche muss ja bei der Vielzahl von Gleisen in Köln nichts bedeuten, also begaben wir uns zum Gleis vier, wo die Regionalbahn fahren sollte. Auch hier, oh WUnder, wieder keine Verspätung angezeigt. Mitreisende freuen sich, doch ein geschultes Bahnfahrerauge erkennt, das man sich nicht zu früh freuen sollte. Denn nur wenige Meter ausserhalb des Bahnhofs sah man die Rücklichter eines ICEs, der dort schon minutenlang stand. Just auf dem Gleis, das wir auch nehmen müssten.

Trotzdem, einsteigen und hoffen. Doch es dauerte nur wenige Minuten bis zur Durchsage: ... unbstimmte Zeit...
Und so standen wir wieder mal da und hungerten und froren. Wenigstens gegen den Hunger konnten wir etwas tun. Wir hatten ja unbestimmte Zeit zur Verfügung um zum McDonalds zu gehen.
Als wir gestärkt zu unserem Gleis vier zurückkamen, war klar, dass sich nichts geändert hatte. Ausser, dass beim Lokführer einige Personen standen, sozusagen an der Quelle. Der gute Mann war der einzige greifbahre DB-Mitarbeiter und hatte im Chaos sogar die gute Laune behalten.
Seine neueste Info war, dass es innerhalb der nächsten halben Stunde weitergehen sollte. Also sahen wir davon ab, ein Taxi zu nehmen oder jemanden nach Köln zu bestellen, der uns abholen könnte.



Und tatsächlich, nach einer halben Stunde bewegte sich der ICE vor uns. Unter dem Jubel der Fahrgäste setzte sich auch unsere Regionalbahn in Bewegung.
Doch nach nicht einmal zwei Kilometern standen wir schon wieder. Diesmal mitten auf der Strecke.
Unser Lokführer brachte die schlechte Nachricht: Leider war nun der ICE vor uns liegen geblieben. Wer rät, was dann kam, hat schon gewonnen: Ja, "unsere Weiterfahrt verzögert sich um unbestimmte Zeit..."

Nach Ablauf dieser unbestimmten Zeit war meine Geduld auch langsam am Ende und erst am Troisdorfer Bahnhof habe ich die erfolgreiche Weiterfahrt endgültig geglaubt. Es war tatsächlich die letzte Unterbrechung und wir waren kurz nach elf Uhr abends doch noch zuhause angekommen.

Hoffentlich musste der Weihnachtsmann am Heiligen Abend in Gegenden, wo noch Schnee lag, nicht mit der Bahn fahren.

Dienstag, 22. Dezember 2009

Die Zeit läuft davon

Es ist irgendwie merkwürdig. Da bin ich bereits seit einer Woche im Weihnachtsurlaub und doch schaffe ich es nicht an den Rechner zu gehen, Kommentare zu beantworten oder gar was Neues zu schreiben.
Mir rennt die Zeit davon und ich weiß nicht warum. Tagsüber wuselt man so rum und abends bin ich schlicht und ergreifend platt. Ab und zu bin ich mal im Internet, doch meist nur kurz, Mails zu lesen oder Rechnungen zu bezahlen.
Dabei gibt es doch einiges zu schreiben, schließlich war vorletztes Wochenende der Siebengebirgsmarathon und an diesem Wochenende konnte ich nicht nur den Sieg der Kölner Fußballer live erleben, sondern auch gleich noch das totale Bahnverkehrschaos.

Vielleicht ist mit dem Jahr auch ein wenig die Luft raus und man wartet nur auf das neue Jahr für die vielen guten Vorsätze. Naja, und so langsam fallen mir auch wieder Worte und Sätze ein, um doch noch vor Weihnachten zu bloggen.

Siebengebirgsmarathon
Als erstes bin ich natürlich einen Bericht vom Siebengebirgsmarathon schuldig. Schließlich bin ich ja noch rechtzeitig von meiner Dienstreise zurückgekommen, um das Geburtstagsgeschenk meiner Frau annehmen zu können.
Am Sonntag, 13. Dezember, war es soweit. Um 8:00 Uhr machten wir uns auf den Weg nach Aegidienberg im Siebengebirge. Da das ja quasi "um die Ecke liegt", hatten wir noch Zeit genug, in Ruhe unsere Startnummern zu holen, einen Kaffee zu trinken und das Auto zu parken.
Bereits hier kann man ahnen, dass der Siebengebirgsmarathon eine richtig gute Laufveranstaltung ist. Alles läuft vollkommen entspannt und routiniert ab, eine Veranstaltung von Läufern für Läufer. Selbst die Hinzunahme eines Halbmarathons bringt niemanden aus der Ruhe.
Von der Festhalle, in der später auch der Zieleinlauf stattfinden wird bis zum Start hat man noch ein paar Minuten Fussweg vor sich, eine willkommene Gelegenheit mit einigen der bekannten Gesichtern zu plaudern.
Das Wetter zeigt sich von seiner besten Seite, es ist zwar ziemlich kalt, aber es regnet nicht und manchmal zeigt sich sogar die Sonne.
Kurz vor dem Start entschuldigt sich die Bürgermeisterin noch für die etwas matschigen Wege, doch der Veranstalter klärt auf, dass trockene Wege doch viel zu staubig seien. Also sind wir zufrieden mit dem was wir vorfinden.
Als es dann losgeht, sortiere ich mich irgendwo in der Mitte ein, Gaby und ein paar andere MUTler lasse ich vor mir, denn ich glaube, nicht so fit zu sein.
Vier Stunden und fünfzehn Minuten nehme ich mir vor, aber von anfang an bin ich doch schneller unterwegs.
Nachdem die ersten Kilometer bergab gehen, folgt das wohl längste Bergaufstück des Marathons in Richtung Löwenburg und Lohrberg um dann um die Löwenburg herumzulaufen.

Anschließend ging es dann wieder lange bergab, bis bei Kilometer 18 die Halbmarathonis abbogen. Für uns ging es wellig weiter, vorbei am Himmerich und am Auge Gottes. Alles gut zu laufen und ich war inzwischen auf Kurs unter vier Stunden. Gute vier Minuten Polster hatte ich, das war beruhigend.
Bei Kilometer 34 kam die vorletzte Verpflegung und gleich anschließend der letzte Anstieg.
Und dann passierte es. Von jetzt auf gleich. Nichts ging mehr.
Vor ein paar Minuten noch bester Laune und nun komme ich nicht mehr den Berg hoch. Manche nennen es den Mann mit dem Hammer, ich denke, es ist die Strafe, wenn man ein Tempo läuft, das man aufgrund seines Trainingszustands besser nicht wählen sollte. Das schafft man eben 30km gut, doch dann wird es hart. So lief und ging ich fluchend und lamentierend bis zur Verpflegung bei km 38. Von den vier Stunden hatte ich mich gedanklich längst schon verabschiedet.
Doch eine Cola und der Gedanke, dass es von nun an nur noch bergab ging verliehen mir die zweite Luft. Ein Blick auf die Uhr und etwas rechnen zeigte, es geht noch was. Plötzlich konnte ich wieder unter 5:30 min/km laufen. Das war dann zwar sehr anstrengend, aber es reichte um in 3:59:29 ins Ziel zu kommen.
Sieht fast aus wie eine Zugläuferzeit, ist aber anders zustande gekommen.
Auf jeden Fall bin ich damit hochzufrieden und habe einen guten Abschluss für ein nicht so tolles Laufjahr hinbekommen.
Gaby war übrigens schon fast zehn Minuten da und konnte mich gleich mit Cola und ähnlichem versorgen. Sie hat damit auch eine richtig gute Zeit hingelegt.

So, und wie ich ins Bahnchaos geraten bin, davon berichte ich morgen. Jetzt läuft mir mal wieder die Zeit davon....

Samstag, 12. Dezember 2009

über Korea ins Siebengebirge

Zum nunmehr fünften Mal seit April war ich in den vergangenen beiden Wochen in Korea.
Wieder einmal hat die Reise ein paar Tage länger gedauert als erhofft und wieder einmal fehlen mir ein paar geplante Trainingseinheiten für einen Lauf.
Wenigstens bin ich aber noch rechtzeitig zurückgekommen, um am Siebengebirgsmarathon morgen teilnehmen zu können. Das ist ja immerhin schon besser als bei der Reise im Juni, die mich den Mittelrheinmarathon gekostet hat.

Die Reiserei an sich wird langsam zur Routine, man kennt die Flughäfen, die Busse, das Hotel, die Arbeit und das Essen. Ich kann aber nicht sagen, dass es dadurch weniger anstrengend ist. Acht Stunden Zeitverschiebung und eine 21-Stunden Reise von Haus zu Haus stecke ich jedenfalls nicht so leicht weg.
Mittwoch bin ich zurückgekommen und an den folgenden Abenden war ich früh schlagkaputt und dafür morgens um vier wieder wach. Lust an den PC zu gehen war praktisch nicht vorhanden. Erst heute normalisiert es sich so langsam wieder.

Im Gegensatz zu den vergangenen Reisen hatten wir dieses Mal sogar die Gelegenheit ein Wenig vom Land zu sehen. Unser koreanischer Kollege hat uns am Sonntag die Umgebung von Pusan gezeigt, der zweitgrößten Stadt Koreas, die an der südlich Küste des Landes liegt.
Auf dem Weg nach Pusan überquerten wir zunächst einen Berg, von dem aus es schöne Aussichten in Richtung Küste gab. Der Berg wirkte auf mich als Läufer sehr verlockend, es gab sogar einen Fussweg, auf dem man gefahrlos hinaufgekommen wäre.


Leider habe ich ausserhalb der Arbeit nur selten Tageslicht gesehen, so dass ich den Berg nicht bezwungen habe.
Stattdessen habe ich meine Trainingseinheiten auf dem hoteleigenen Laufband absolviert und ich habe festgestellt, dass man sich damit ja richtig quälen kann.
10-15% Steigung sind kein Problem (für das Laufband) und das Ding kann auch jedes Tempo mitgehen.
Die entscheidenden Nachteile sind aber der fehlende Fahrtwind, mir lief der Schweiss nur so aus allen Poren, und die fehlende Aussicht. Die gefühlte Trainingszeit war für mich mindestens doppelt so lang wie real gemessene.

Aber zurück zum Sightseeing. Irgendwann sind wir dann in Pusan angekommen und haben einen schönen Park besucht. Danach ging es zum Fischereihafen, in dem wir dann auch noch den Fischmarkt besucht haben.
Wie man auf den Fotos sieht, hatten wir strahlenden Sonnenschein. Was man nicht sieht, ist, dass wir dazu aber auch einen eisigen Wind hatten, der nicht gerade wohlige Wärme erzeugte.

Die fehlende Wärme kann man in Korea übrigens nicht so gut mit einem Glühwein auf dem Weihnachtsmarkt bekämpfen. Im Gegensatz zu Deutschland muss man für Anzeichen von Vorweihnachtszeit schon gut die Augen aufhalten. Nur hier und da entdeckt man mal einen Weihnachtsbaum. Das aber auch erst am Ende unserer Reise.

Am Tag vor der Abreise hatten wir dann sogar noch die Gelegenheit für einen weiteren Ausflug. Auf dem Rückweg zum Hotel haben wir noch einen Tempel besichtig und konnten unsere Wünsche und Hoffnungen an Budda richten. Bin gespannt ob es was genutzt hat...