Dienstag, 22. Dezember 2009

Die Zeit läuft davon

Es ist irgendwie merkwürdig. Da bin ich bereits seit einer Woche im Weihnachtsurlaub und doch schaffe ich es nicht an den Rechner zu gehen, Kommentare zu beantworten oder gar was Neues zu schreiben.
Mir rennt die Zeit davon und ich weiß nicht warum. Tagsüber wuselt man so rum und abends bin ich schlicht und ergreifend platt. Ab und zu bin ich mal im Internet, doch meist nur kurz, Mails zu lesen oder Rechnungen zu bezahlen.
Dabei gibt es doch einiges zu schreiben, schließlich war vorletztes Wochenende der Siebengebirgsmarathon und an diesem Wochenende konnte ich nicht nur den Sieg der Kölner Fußballer live erleben, sondern auch gleich noch das totale Bahnverkehrschaos.

Vielleicht ist mit dem Jahr auch ein wenig die Luft raus und man wartet nur auf das neue Jahr für die vielen guten Vorsätze. Naja, und so langsam fallen mir auch wieder Worte und Sätze ein, um doch noch vor Weihnachten zu bloggen.

Siebengebirgsmarathon
Als erstes bin ich natürlich einen Bericht vom Siebengebirgsmarathon schuldig. Schließlich bin ich ja noch rechtzeitig von meiner Dienstreise zurückgekommen, um das Geburtstagsgeschenk meiner Frau annehmen zu können.
Am Sonntag, 13. Dezember, war es soweit. Um 8:00 Uhr machten wir uns auf den Weg nach Aegidienberg im Siebengebirge. Da das ja quasi "um die Ecke liegt", hatten wir noch Zeit genug, in Ruhe unsere Startnummern zu holen, einen Kaffee zu trinken und das Auto zu parken.
Bereits hier kann man ahnen, dass der Siebengebirgsmarathon eine richtig gute Laufveranstaltung ist. Alles läuft vollkommen entspannt und routiniert ab, eine Veranstaltung von Läufern für Läufer. Selbst die Hinzunahme eines Halbmarathons bringt niemanden aus der Ruhe.
Von der Festhalle, in der später auch der Zieleinlauf stattfinden wird bis zum Start hat man noch ein paar Minuten Fussweg vor sich, eine willkommene Gelegenheit mit einigen der bekannten Gesichtern zu plaudern.
Das Wetter zeigt sich von seiner besten Seite, es ist zwar ziemlich kalt, aber es regnet nicht und manchmal zeigt sich sogar die Sonne.
Kurz vor dem Start entschuldigt sich die Bürgermeisterin noch für die etwas matschigen Wege, doch der Veranstalter klärt auf, dass trockene Wege doch viel zu staubig seien. Also sind wir zufrieden mit dem was wir vorfinden.
Als es dann losgeht, sortiere ich mich irgendwo in der Mitte ein, Gaby und ein paar andere MUTler lasse ich vor mir, denn ich glaube, nicht so fit zu sein.
Vier Stunden und fünfzehn Minuten nehme ich mir vor, aber von anfang an bin ich doch schneller unterwegs.
Nachdem die ersten Kilometer bergab gehen, folgt das wohl längste Bergaufstück des Marathons in Richtung Löwenburg und Lohrberg um dann um die Löwenburg herumzulaufen.

Anschließend ging es dann wieder lange bergab, bis bei Kilometer 18 die Halbmarathonis abbogen. Für uns ging es wellig weiter, vorbei am Himmerich und am Auge Gottes. Alles gut zu laufen und ich war inzwischen auf Kurs unter vier Stunden. Gute vier Minuten Polster hatte ich, das war beruhigend.
Bei Kilometer 34 kam die vorletzte Verpflegung und gleich anschließend der letzte Anstieg.
Und dann passierte es. Von jetzt auf gleich. Nichts ging mehr.
Vor ein paar Minuten noch bester Laune und nun komme ich nicht mehr den Berg hoch. Manche nennen es den Mann mit dem Hammer, ich denke, es ist die Strafe, wenn man ein Tempo läuft, das man aufgrund seines Trainingszustands besser nicht wählen sollte. Das schafft man eben 30km gut, doch dann wird es hart. So lief und ging ich fluchend und lamentierend bis zur Verpflegung bei km 38. Von den vier Stunden hatte ich mich gedanklich längst schon verabschiedet.
Doch eine Cola und der Gedanke, dass es von nun an nur noch bergab ging verliehen mir die zweite Luft. Ein Blick auf die Uhr und etwas rechnen zeigte, es geht noch was. Plötzlich konnte ich wieder unter 5:30 min/km laufen. Das war dann zwar sehr anstrengend, aber es reichte um in 3:59:29 ins Ziel zu kommen.
Sieht fast aus wie eine Zugläuferzeit, ist aber anders zustande gekommen.
Auf jeden Fall bin ich damit hochzufrieden und habe einen guten Abschluss für ein nicht so tolles Laufjahr hinbekommen.
Gaby war übrigens schon fast zehn Minuten da und konnte mich gleich mit Cola und ähnlichem versorgen. Sie hat damit auch eine richtig gute Zeit hingelegt.

So, und wie ich ins Bahnchaos geraten bin, davon berichte ich morgen. Jetzt läuft mir mal wieder die Zeit davon....

4 Kommentare:

Blumenmond hat gesagt…

Wow Volker. Zum einen hab ich jetzt gerade totalen Spaß, weil ich diese Laufstrecke von meinen Rheinsteig-Wanderungen kenne. Es ist schön, wenn Du vom Auge Gottes schreibst und ich genau weiß, wo das ist und was das Frollein mir dazu erzählt hat. Dann noch mal wow, weil ich weiß, wie steil das ist. Also ich war nach 30km Wandern über diese Strecke total platt und kann mir sehr gut erinnern, wie ich die zwei Läuferinnen bewundert hab, die wie junge Rehe bergauf an uns vorbei hüpften. Ein drittes wow für die Zeit - total aus meiner Welt - irre bei einem solchen Profil. Also Glückwunsch und ich bin gespannt auf die Bahn-Geschichte - Dinge die man im Leben nicht braucht wahrscheinlich.

Blumenmond hat gesagt…

ohh... ich kann MICH sehr gut erinnern. Ich bin doch Rheinländerin nicht Berlinerin.

Volki67 hat gesagt…

Glücklicherweise sind beim Siebengebirgsmarathon die ganz steilen Stücke ausgeklammert!
Aber jetzt, wo du es erwähnst, den Rheinsteig möchte icke (äh, ich) auch mal wandern. Finde ich total super, wie ihr euch da Stückchen für Stückchen durcharbeitet!
Wünsche Dir schon mal ein schönes Weihnachtsfest!

michi hat gesagt…

Und ein viertes wow! Hammerstark wie man sich in so einer Zeit dort hocharbeiten kann. Das Bild oben ist super gelungen, sehr stimmungsvoll, da bekommt man direkt Lust in die Laufschuhe zu hüpfen.
Gratuliere, Volki und auch Glückwunsch an Gaby!