Donnerstag, 3. April 2008

Nix mit Wende, Wetter bleibt unerfreulich

zu früh gefreut, so ganz hat sich der Frühling nicht durchsetzen können. Die Gartenarbeit wird wieder eingestellt und dem Laufen steht nichts mehr im Wege.
So habe ich es dann sogar geschafft, Montag und Mittwoch zum Training zu erscheinen. Am Mittwoch hat sich der Laufdrang sogar gegen meinen VHS Italienischkurs durchgesetzt. Irgendwie war ich der Meinung, ich müßte unbedingt meinen Kopf freibekommen und Laufen.
Meine Italienischkünste erlauben eigentlich kein Schwänzen des Unterrichts, aber einmal ist keinmal, oder? Nächste Woche wird auf jeden Fall wieder gelernt und auch am Wochenende dürfen ein paar Vokabeln gepaukt werden.

Mal was anderes, Literaturhinweis sozusagen: Auf dem Weg zur Arbeit lese ich derzeit ein ziemlich gutes Buch. "Schief gewickelt" heisst es, und ist ein Paparoman. Wer Kinder im Kindergartenalter hat, wird sich gut amüsieren, ich jedenfalls erkenne in fast jedem Absatz Parallelen zum wahren Leben. Es ist selten, dass ich in der S-Bahn loslache, aber bei diesem Buch ist es mir schon mehrfach passiert.

Sonntag, 30. März 2008

War das die Wende?

An diesem Wochenende hat sich der Frühling mit aller Macht zu Wort gemeldet. Untrügliches Zeichen: Die ganze Stadt holt die Rasenmäher raus und verpasst dem Grün einen ersten Schnitt.
Da darf ich natürlich nicht fehlen und schneide alles ab, was ein paar Millimeter übersteht. Leider kommt damit aber auch wieder das ganze Unkraut zum Vorschein, das einen englischen Rasen verhindert. Na gut, ohne Gänseblümchen wäre die Wiese natürlich auch nur halb so schön, oder? Also nehmen wir es mal nicht gar so genau mit dem Kampf gegen das Unkraut.
Unabhängig davon haben unsere gärtnerischen Konzepttage ergeben, dass der Rasen in diesem Jahr eine Verjüngungskur mir dem Vertikutierer bekommen soll. Mit nur wenig Hoffnung auf Erfolg fahre ich zum Baumarkt, um mir so ein Ding zu leihen, vermutlich hatten bei diesem schönen Wetter die anderen Hobbygärtner die gleiche Idee.
Im Baumarkt sehe ich schon von weitem zwei Verleihgeräte, da kann irgendwas nicht stimmen. Als ich dann nah genug herangekommen bin, wird mir klar, was: 30€ soll so ein Gerät pro Tag kosten. Neu zahlt man so zwischen 50 und 100. Beides ist mir zuviel und ich fahre ganz geknickt wieder nach Hause. Der Familienrat beschliesst dann später, wir werden wohl ein eigenes Gerät kaufen.

Lauftechnisch komme ich so langsam wieder auf die Beine. Samstag morgen haben wir zwei Stunden das Siebengebirge erforscht und heute abend habe ich noch eine Siegrunde draufgelegt. Es war noch recht schwerfällig, entweder steckt man einen 6h-Lauf nicht so schnell wer oder die Erkältungsfolgen bremsen noch. Oder aber auch beides.
Alles in allem reicht das für etwas mehr als 40km. Viel weniger als geplant, aber in Anbetracht der Erkältung trotzdem ok.

Dienstag, 25. März 2008

nein, nein, nein,

Es hat einfach keinen Zweck. Immer noch verhindert die Erkältung das Laufen. Hätte ich eine Liste der schwersten und langwierigsten Erkältungen meines Lebens, dieser wäre ein Platz weit oben sicher.
Aber nachdem ich heute ohne Probleme arbeiten konnte, kaum mehr Husten musste und auch nur noch eine einstellige Zahl an Tempos verbraucht habe, bin ich endgültig zuversichtlich morgen zum Training gehen zu können.
Das Positive an der Sache: Das Wetter heute war auch nicht gerade verlockend. Verpasst habe ich höchstens ein paar Schneeflocken.

Sonntag, 23. März 2008

Frohe Ostern!

Irgendwie bekommen mir Langstreckenläufe im Winter nicht. Fast schon obligatorisch ist die Erkältung in der Woche danach bei mir inzwischen.
Schon Anfang des Jahres hatte es mich nach dem Kevelaer-Marathon ziemlich niedergestreckt, klar dass diese Woche nicht gutgehen konnte.
Pünktlich am Montag ging es los mit Halsschmerzen und Schnupfen. Diesesmal kam es allerdings nicht gleich so heftig, die Erkältung dauerte dafür aber umso länger.
Dienstag hoffte ich noch auf baldige Genesung und sagte noch schnell eine Dienstreise Richtung Norden für Mittwoch und Donnerstag zu. Dass das eine folgenschwere Fehlentscheidung war, merkte ich bereits als der Wecker morgens um 6:00 Uhr klingelte. Zum Abbruch war es da aber schon zu spät. Der folgende Tag ist mir nur noch schemenhaft in Erinnerung geblieben. Taschentücher, Hustenbonbons und ASS-Complex retteten mich über den Tag, trotzdem erlebte man wohl nur einen Schatten meiner selbst. So einen üblen Erkältungstag habe ich schon lange nicht mehr gehabt.
Erst Donnerstag wurde es dann langsam wieder besser und auch heute bin ich noch nicht wieder gesund! Ostern hatte ich mir irgendwie anders vorgestellt.
Da heute der Tag des angekündigten guten Wetters war, sind wir aufgebrochen um die Löwenburg zu erorbern. Schnee im Rheinland sieht man ja nicht alle Tage und dann noch Sonnenschein dazu...

Das war ein toller Ausflug und ich beschliesse mich für morgen wieder Lauffähig zu schreiben. Ein halbes Stündchen ganz langsam muss einfach sein.

Sonntag, 16. März 2008

Nö, T-Shirts gibt es nur bei den langen Läufen!

So die Antwort der freundlichen Dame an der Anmeldung auf die Frage, ob es denn T-Shirts zur Veranstaltung zu kaufen gäbe. Damit war ich bereits eine Stunde vor dem Lauf wieder auf dem Boden der Tatsachen angekommen. Eben noch dachte ich, nur sechs läppische Stunden trennen mich von dem wahren Ultraläufer-Status und dann sowas.
Lange Läufe fangen also erst bei zwölf Stunden an. Naja, das war ein echter Aufwärmer.

Aber zurück zum Anfang der Geschichte. Freitag Mittag war Abfahrt, wer um Zwölf losfährt kommt meist noch problemlos an Würzburg vorbei. Unglücklicherweise hat man in Würzburg eine für mich neue Baustelle aufgemacht und ausserdem in NRW die Osterferien ausgerufen. 20km Vor Würzburg war also Schluss mit dem lockeren Durchkommen und wir standen. Also runter von der Autobahn und irgendwie an Würzburg vorbei, eine Idee, die offensichtlich viele andere auch hatten.

Mit nur anderthalb Stunden Verspätung erreichten wir schliesslich Etappenziel eins, den Onkel am Main. Dort hatten wir uns für die Nacht einquartiert und wurden mit einer Pastaparty vom Feinsten begrüßt. Zu den vier Nudelsorten gab es ebensoviele Soßen, von denen das original Bärlauch-Pesto herausragte. Gemacht aus frischem Bärlauch, gepflückt in den umliegenden Wäldern. Tja, da gibt es noch Natur, innerhalb des Troisdorfer Autobahnrings würde ich das eher nicht probieren.

Samstag morgens um sieben ging es dann los Richtung Nürnberg. Ziemlich kalt war es und vor Abfahrt durften erstmal die Scheiben freigekratzt werden. Dementprechend klar war der Himmel und die Sonne lies nicht lange auf sich warten. Es hatte sich doch tatsächlich zwischen die ganzen fiesen Tiefdruckgebiete mit Dauerregen ein wunderschöner Samstag gemogelt. Das Sri Chinmoy Marathon Team hat also zumindest schon mal einen guten Draht zur Wetterabteilung.
Vielleicht ist das schon der erste Hinweis auf die Selbsttranszendenz.

In Nürnberg fanden wir dann auch einen schönen Parkplatz in der Nähe der Strecke und schritten zur Anmeldung. Dort war man noch fleissig mit dem Aufbau beschäftigt, alles in einer sehr entspannten Atmosphäre, die sich bis zum Abend hielt. Selbsttranszendenz scheint auch was mit Ruhe und Gelassenheit zu tun zu haben. Nachdem wir unsere Startnummern sowie ein paar Hinweise zum Ablauf bekamen, konnten wir uns die Gegend noch etwas ansehen.
Gelaufen wird an der Wöhrder Wiese südlich der Nürnberger Innenstadt. Die Spazierwege einmal aussen herurum ergeben genau 1522m. Um bei 50km genau an der Zeitnahme zu sein, erfolgte der Start einige Meter weiter vorne, so dass die erste Runde etwas kürzer war. Vergisst man das, landet man schon mal knapp vor der Vollendung eines Kilometers...

Zwanzig Minuten vor dem Start erfolgte die Kontaktaufnahme mit den Rundenzählern, von denen jeder etwa fünf oder sechs Läufer gezählt haben wird. Die Männer wurden übrigens von Frauen und die Frauen von Männern gezählt, war wohl zur Motivation gedacht und hat auch motiviert. In der Ansage vor dem Start wurde noch mal darauf hingewiesen, immer schön Blickkontakt aufzunehmen, um eventuell abgelenkte Zähler auf sich Aufmerksam zu machen. Dieses Zählsystem hat ziemlich gut funktioniert und nach ein paar Runden kannten einen die Zähler und haben einen stets namentlich angefeuert.

In den vergangenen Wochen haben wir viel diskutiert, ob 1.522 nicht eine viel zu kurze Rundenlänge ist. Im Nachhinein sage ich eindeutig nein. Der Kurs war überschaubar, man konnte immer sehen, wo die anderen sind und vor allem, alle 1.522m gibt es eine super Verpflegung und die Zählstation.
Die Laufstrecke wurde übrigens noch verschönert mit Blumen, Fähnchen und RIESEN-SMILIES an den Bäumen. Dazu säumten eine Reihe mit Tafeln den Weg, auf denen Weisheiten von Sri Chinmoy aufgedruckt waren. Obwohl ich immerhin 38 Mal im Kreis gelaufen bin, habe es nicht geschafft, mir die Sprüche zu merken. Ich weiss nur noch, die Sprüche waren aufmunternd und boten einige Runden Anlass zur Unterhaltung.
Einer war: Der Vollkommenheitslauf hat keine Ziellinie, der Lauf zur Vollkommenheit ist endlos. (Ohne Gewähr auf richtigen Wortlaut).

So drehte man dann also Runde auf Runde, von unserem geplanten Richttempo 6:00 min/km stets ca. 20 Sekunden in Richtung schnell entfernt. Alle paar Runden kamen die führenden Läufer vorbei, aber bald konnten auch wir überrunden. Da Rennen mit den meisten Kilomtern zu beenden ist übrigens nur eine Art des Sieges. Den Lauf überhaupt zu beenden eine weitere. Stand auch auf einer der Tafeln.
Irgendwo bei Kilometer 20 oder 25 haben wir Chefcoach Karl nach vorne weggeschickt, da er in guter Form und Laufstimmung war. Bis zum Marathon sind Gaby und ich dann allerdings auch nicht viel langsamer geworden, aber bei Kilometer 43 hat es mich dann erwischt. Das Tempo konnte ich nicht mehr gehen und so verabschiedete ich mich von Gaby und liess mich zurückfallen. Loch Nummer eins war da! Von da an wurde es für mich ziemlich schwer, auch wenn ich aus dem ersten Loch vorübergehend wieder herausgekommen bin.

Diejenigen Läufer, die auf der nächsten Runde ihren 50sten Kilometer laufen würden, bekamen von ihrer Zählerin (bzw. Zähler) eine rote Fahne mit einer 50 in die Hand gedrückt. Diese Runde bin ich dann wieder (fast) geflogen, auf jeden Fall war ich ziemlich stolz, so um die fünf Stunden die Marke zu überwinden. Da war ich der Selbstranszendenz wahrscheinlich schon ziemlich nahe. Meine finale Interpretation der Selbsttranszendenz ist nähmlich das "Überschreiten der eigenen Grenzen und Erreichen eines irgendwie anderen Zustands".
Leider hat es aber nicht ganz gereicht, denn bei Km 52 war es dann endgültig vorbei mit meinem Zwischenhoch. Die letzten fünf Kilometer waren von ziemlichen Schwächephasen gesäumt. Irgendwann überholte mich meine Frau, die ich vielleicht mal Fragen sollte, ob sie die Selbsttranszendenz gespürt hat. Während des Laufs hatte ich keine Zeit, sie war einfach zu schnell.
Schließlich kam auch noch Karl vorbei, der sich zwischenzeitlich mit einer Verletzung plagte, die er sich beim Zusammenprall mit einer BMW-Anhängerkupplung zugezogen hatte. Für mich war er allerdings auch mit Schmerzen noch zu schnell. Was für Leute fahren eigentlich einen sportlichen BMW mit Anhängerkupplung?

Vor der letzten Runde bekam dann jeder Läufer einen Stab mit seiner Startnummer, um später die Restmeter messen zu können. Ich war so lahm, dass ich mir den Stab schon sicherheitshalber in der vorletzten Runde abholte, man weiss ja nie. Schließlich vollendete ich die 38ste Runde noch und beschloss, den Rest zu gehen. Das hatte den angenehmen Nebeneffekt, dass man nicht so weit zurücklaufen musste. Ausserdem hatte ich schon vorher meine Frau anfliegen gesehen und wollte ihr auch zügig zu den mehr als 60 Kilometern gratulieren. Da ich langsam genug und sie schnell genug war, schaffte sie es doch tatsächlich, mich zwei Minuten vor dem Ende ein zweites Mal zu überrunden. Als mich dann erreicht hatte, beschloss ich sofort den Stab zu werfen und sie auch gleich festzuhalten und zum super Lauf zu gratulieren.

Nach dem Ablegen des Stabs gingen die Läufer in den Zielbereich um sich noch ein wenig zu stärken. Diese Zeit nutzten die Nürnberger Kinder oder Hunde und entfernten einige, der Stäbe. Dies führte bei der Auswertung natürlich zu Schwierigkeiten und diskussionen. Ich fürchte, der eine oder andere Läufer hat in diesem Zusammenhang möglicherweise nicht die richtige Meteranzahl bekommen. Aber auch dieser Zwischenfall wurde mit Ruhe behandelt und am Ende wird man sich hoffentlich einig.

Zum Abschluss gab es dann noch warme (!) Duschen für alle und haufenweise Nudeln und Getränke um die Wartezeit zur Siegerehrung zu überbrücken. Insgesamt ist der Nürnberger 6h-Lauf eine wirklich tolle und familiäre Veranstaltung, an der ich mich durchaus vorstellen könnte, noch einmal teilzunehmen und dann die Selbsttranszendenz zu erreichen. Meine derzeitigen Grenzen kenne ich jetzt auf jeden Fall.

Donnerstag, 13. März 2008

Zweimal werden wir noch wach....

So langsam wird es ernst. Nur noch zweimal schlafen und meinen Beinen stehen sechs harte Stunden bevor. Seit ein paar Tagen versuche ich ordentlich zu trinken und zu essen, um alle Kohlenhydrat- und Flüssigkeitsspeicher zu füllen.
Auch der tägliche Blick auf die Wettervorhersage von Nürnberg gehört zum Programm.
So um die 10°C und wenig Regen ist der aktuelle Stand der Prognose. Das sieht ja schon mal ganz gut aus.
Weniger gut ist die Auslosung für den Jungfrau-Marathon gelaufen. Dieses mal war mir das Losglück nicht wohlgesonnen und ich zähle leider nicht zu den 4000 mit Startkarten Versorgten. Meine Frau und alle anderen Vereinsmitglieder dafür aber schon.
Vermutlich hat das Losprogramm eine Funktion eingebaut, die von Ehepaaren immer nur einen Teilnehmer zuläßt. Im letzten Jahr hatte ich mehr Glück, während Gaby etwas länger auf den Startplatz warten musste. Aber bis Anfang September ist die Chance noch gut, einen der begehrten Nachrückerplätze zu bekommen. Also, kein Grund Bergläufe ausfallen zu lassen.

Samstag, 8. März 2008

Nur noch eine Woche..

und dann steht mein erster sechs-Stunden-Lauf an. Bin sehr gespannt und habe noch mehr Respekt. So ab vier Stunden wurden die langen Trainingseinheiten immer sehr zäh und ich habe meine alten Knochen gespürt. Wahrscheinlich führt der Weg zur Selbsttranszendenz genau über diese Schmerzen....
Aber egal, noch bin ich guter Dinge und freue mich auf die große Birker Runde morgen. Zwischen 30 und 35 Kilometer wird diese letzte lange Trainingseinheit wohl gehen. Wenn das Wetter so wird wie heute steht einem tollen Lauf nichts im Wege.
Was Selbsttranszendenz eigentlich bedeutet, habe ich übrigens immer noch nicht herausgefunden. Im Internet gibt es diverse Erklärungen aus den Bereichen Mathematik, Religion und Philosophie. Mathematik liegt mir davon am Nächsten, aber das hat vermutlich auch am Wenigsten mit einem 6h-Lauf zu tun.
Vermutlich geht es eher in die Richtung Verlassen der Realen Welt und Überschreitung von Grenzen. Nächste Woche werde ich viel Zeit haben, darüber zu philosophieren und zu diskutieren.
Wer eine gute Erklärung hat, her damit, ein Kommentar ist schnell geschrieben und gern gesehen.