Sonntag, 25. Januar 2009

Morgenstund ist ungesund

Inzwischen bin ich der festen Überzeugung, dass es mindestens zwei Qualitätslevels von Dik Brown's "Häger der Schreckliche" gibt.
Ich selbst besitze drei Taschenbücher und habe mir zur Absicherung meiner Vermutung ein weiteres ("Morgenstund ist ungesund") aus der Bücherei ausgeliehen. In diesen vier Büchern finden sich jede Menge Cartoons, die ich wirklich witzig finde und bei denen ich teils laut loslache.
Diese Bücher sind für mich ganz klar Klasse A.

In unserer Tageszeitung ist ebenfalls jeden Tag ein Hägar abgedruckt. Im Gegensatz zu den Büchern schaffe ich hier aber allenfalls ein müdes Lächeln und das auch nur selten.
Meine Theorie ist, die Zeitungsverlage können beim Autor verschiedene Qualitäten bestellen, je nach Preis mal mehr, mal weniger lustig. Die Rundschau hat da vermutlich nicht mehr viel Einsparpotential.

Für den ebenfalls täglich erscheinenden Cartoon über Wurzel, einen Hund, zahlt der Verlag demnach noch weniger oder gar nichts. Darüber konnte ich nämlich im ganzen letzten Jahr nicht ein einziges Mal lachen und eigentlich bin ich keiner, der zum Lachen in den Keller geht.


Gelaufen bin ich am Wochenende übrigens auch. Zweimal und das in aller Herrgottsfrühe. Irgendwie habe ich wohl mal geäußert, frühes Aufstehen mache mir nichts aus. Derzeit überlege ich, diese Aussage zu widerrufen.

Los ging's am Samstag um 6:30. Eine schnelle Siegrunde mit Michael, 20km im Schnitt unter 5:00 min/km. Kurz nach acht haben wir uns dann mit Gaby, Elke, Martin und Jörg(?) getroffen, die 35km laufen wollten. Um diese Uhrzeit ging an der Sieg gerade die Sonne auf.....

Glatt war es trotzdem noch und so war es recht schwierig zu laufen. So etwa nach 13km dieses zweiten Abschnitts, jetzt im 6er-Schnitt, habe ich mich dann verabschiedet und bin nach Hause gelaufen. Am Ende hatte ich 37km auf der Garmin und das Tagesziel erreicht.

Heute morgen hatte Michael etwas mehr Gnade mit mir und schlug 7:00Uhr als Startzeit vor. Irgendwie machte es das Aufstehen aber nicht leichter und ich wäre liebend gerne liegengeblieben. Michael hatte 43km auf dem Programm, für mich sicher zu viel, also war klar, dass ich wieder nur ein Teil mit ihm zusammen laufen konnte und wollte. 17km waren für mich lang genug, damit konnte ich mit zwei Trainingseinheiten mehr als 50km ins Büchlein schreiben.
Für Texel natürlich zu wenig, aber es sind ja noch elf Wochen....

Der Vorteil des frühen Laufens ist, dass man rechtzeitig zum Frühstück wieder zuhause ist und den Sonntag noch geniessen kann. Insofern hat Morgenstund vielleicht doch auch etwas Gold im Mund.

Donnerstag, 22. Januar 2009

Frische Berliner und armer Zitronentee

Vor unserer Stammbäckerei entdeckte ich heute ein Schild, auf dem stand:
"Diese Woche frische Berliner Backwaren"
Bekommen wir also in den restlichen Wochen des Jahres nur altes Zeugs?
Leider hatte ich keinen Fotoapparat dabei. Vielleicht denke ich ja morgen oder übermorgen daran.

Hätte ich die Kamera dabeigehabt, wäre jetzt auch ein Foto vom Aldi online. Dort war ich nämlich um löslichen Zitronentee zu kaufen. Den trinke ich schon seit fast 40 Jahren, heute vorzugsweise beim Laufen. Im Winter warm , im Sommer kalt.
Doch im Regal steht nicht mehr die alte zylindrische Form mit gelbem Deckel, sondern was moderneres. Na gut, man muss halt mit der Zeit gehen und nach 40 Jahren sind die alten Maschinen vielleicht kaputtgegangen.
Auf den zweiten Blick entdecke ich dann aber einen kleinen roten Aufdruck, der mich fast umfallen lässt.
Voller Stolz wird mit einer 50-prozentigen Kalorienreduzierung geworben und zwar durch Einsatz von Zuckerersatzstoffen.
Erstens graut es mir vor einem Geschmackserlebnis wie beim Cola-Light trinken, zweitens kann ich dieses ganze light und fettreduzierte nicht mehr sehen und drittens will ich beim Laufen gerade die Kalorien haben, die hier rausentwickelt worden sind.
Also schnell ein paar Negerküsse eingepackt (natürlich nicht die Lightversion) und ohne Zitronentee nach Hause gegangen.

Dienstag, 20. Januar 2009

Mitleid mit den notleidenden Banken

Im Radio wurde heute das Unwort des Jahres 2008 verkündet. Die "notleidenden Banken" haben diese "Ehrung" zweifellos verdient.
Insbesondere hat mich die Begründung beeindruckt. Der Bergiff kehre Ursache und Folgen der Weltwirtschaftskrise um. Während die Steuerzahler (und das sind wir) Milliardensummen zur Rettung der Banken aus ihrer selbstgemachten Finanzkrise aufbringen müssen, werden die Banken als Opfer dargestellt.
Beinahe hätte ich schon Mitleid mit den Investmentbankern gehabt...

Samstag, 17. Januar 2009

Christo und Jeanne-Claude verhüllen das Siebengebirge

Nach dem großen Erfolg der Reichstagsverhüllung vor einigen Jahren, planen Christo und Jean-Claude offensichtlich das gesamte Siebengebirge zu verhüllen.


Begonnen wurde mit der Ruine der Burg Drachenfels, auch bekannt als höchster Berg Hollands und Zwischenstation fast aller unserer Siebengebirgsläufe. Die Nachricht an sich ist zwar nicht mehr ganz neu, dafür aber unsere Digitalkamera, die ich nun endlich auch auf die Läufe mitnehmen kann.
Ich bin sehr gespannt, wie die Verhüllungsaktion weitergeht und schlage als nächstes Objekt gleich mal die Löwenburg vor. Warum Christo und Jeanne-Claude allerdings unter dem Decknamen "Landesdenkmalbehörde" arbeiten ist mir bislang unklar geblieben.

Natürlich bin ich nicht zufällig im Siebengebirge gewesen oder etwa um Kulturpunkte zu sammeln, nein, es ging ums schlichte Kilometerfressen.
Vierzig sollten es heute werden, denn inzwischen habe ich auch ein erstes läuferisches Ziel für 2009 gefunden. Ostermontag werden wir am Lauf um Texel teilnehmen, 60km einmal um die Insel, Gegenwind dürfte damit garantiert sein und Laufen über Sandstrand klingt auch nicht gerade nach Spaziergang.

Der heutige Trainingslauf startete kurz vor dem Morgengrauen an der Bonner Kennedybrücke. Da im Siebengebirge noch Reste von Schnee und vor allem glatte Wege zu befürchten waren, ging es erstmal ein Stück zurück und dann über die Nordbrücke auf die andere Rheinseite. Das Flachstück bis Königswinter konnte so immerhin schon mal auf etwa 17 km ausgedehnt werden.
Dort beginnt einer der Anstiege zum Drachenfels, der Eselsweg, und das gleich richtig heftig. Ich habe das Gefühl, das Foto verharmlost die Qualität des Anstiegs etwas...

Dafür wird man dann oben normalerweise mit einer schönen Aussicht belohnt. Heute hatten wir jedoch ein etwas trübes Wetter, dementsprechend war der Ausblick auch nicht so berauschend.

Leider auch nicht so berauschend war die Laufqualität der normalen Laufwege. Alles, was nicht Strasse hiess, war mehr eine Rutschbahn, so dass wir kurzerhand beschlossen, wieder runter zum Rhein zu laufen und die 40km flach zu vollenden.
Dazu musste allerdings noch ein extra Schlenker in Bonn gelaufen werden, der uns zwei weitere Brückenquerungen einbrockte.
Nach gut viereinhalb Stunden waren wir dann wieder an der Kennedybrücke, erschöpft, aber zufrieden. Für Januar hat das schon ganz gut geklappt, die nächsten Läufe gehen dann durch die Wahner Heide, Sandtraining, gell ;-)

Donnerstag, 1. Januar 2009

Lahmgelegt

Ich wünsche allen Lesern ein frohes, gesundes neues Jahr 2009.

Hoffentlich seid Ihr alle gut reingerutscht und habt nicht allzuviel Unsinn angestellt.

Bei uns war der Jahreswechsel eine eher trübsinnige Angelegenheit. Unser kleiner Sohnemann kämpft seit Sylvester Morgen mit irgendeinem Infekt, der ihn ziemlich lahmgelegt hat. Gestern war er kaum wach, hatte Fieber und ist auch heute noch weit davon entfernt, Spass am neuen Jahr zu haben.

So kam erst gar keine große Feierstimmung auf und zu guter Letzt waren wir dann um zehn im Bett. Meine Frau erzählte mir heute morgen, es sei ordentlich gefeuerwerkt worden. Ich habe davon nix mitbekommen, wenn ich schlafe, dann richtig.

Auch das Aufstellen guter Vorsätze habe ich verpennt, aber wenn mir noch was einfällt, schreibe ich es gleich hier rein...

Donnerstag, 25. Dezember 2008

Wer zuletzt kauft, den bestraft das Leben

...und das gleich mehrfach. Aber dazu gleich mehr.

Zunächst mal wünsche ich allen Lesern und Nichtlesern ein frohes Weihnachtsfest und hoffe, Ihr habt schöne Geschenke vom Weihnachtsmann bekommen.

Nachdem ich mich in den letzten Wochen mehr mit der Suche nach Geschenkideen als mit dem Surfen und Bloggen beschäftigt habe, galt es nun, am Montag, meinem ersten freien Tag, die fehlenden Geschenke auch noch zu besorgen.

Wie immer war ich damit natürlich ein wenig spät dran, obwohl es ja schon fast ängstlich früh ist, zumindest verglichen mit dem traditionellen Totaleinkauf am 24.12, den ich vor einigen Jahren noch praktizierte.

Da laut Presse der Einzelhandel mit dem bisherigen Weihnachtsgeschäft zufrieden war, ging ich davon aus, dass alle anderen ihre Geschenke bereits gekauft hatten und mich entspannte Verkäufer mit bereits wieder aufgefüllten Regalen erwarten würden.

Um erst gar keinen Stress aufkommen zu lassen habe ich mich trotzdem relativ früh auf den Weg nach Köln gemacht. Das Auto auf dem kostenfreien, ruhigen Parkplatz hinter dem Bahnhof abgestellt und dann rein in den Regionalexpress nach Köln.
Etwas erstaunlich fand ich, dass der Zug um 10:19Uhr extrem gut gefüllt war und nur noch Stehplätze verfügbar waren.
Beim Überfahren der Rheinbrücke mit Blick auf die Autobrücken wurde mir klar, das mitnichten alle anderen Weihnachtsgeschenke gekauft waren. Auf allen Kölner Brücken reihte sich Auto an Auto und die Menschen strömten in die Stadt.
In der Fussgängerzone und den Geschäften das gleiche Bild, Menschenmassen rennen mehr oder weniger gestresst von einem Ort zum anderen.

Den Gedanken, mal eben zum Saturn zu gehen und vielleicht noch eine Kleinigkeit zu kaufen, konnte ich direkt wieder verwerfen. An allen Kassen Schlangen von zwanzig und mehr Kunden. Wer nicht unmittelbar von Ehekrisen oder Kinderterror bedroht war, kaufte hier am Besten nichts.

Also weiter zum eigentlichen Ziel. Ein Geschenk kaufen, von dem ich in der Zeitung gelesen hatte und das es sofort auf die Einkaufsliste geschafft hat. Krypt, ein Puzzle ohne Bild vorne drauf, was für echte Puzzler. Für Amateure wie mich ist das sowas wie an einem 24-Stunden-Lauf teilnehmen für Spaziergänger, für meine Frau (hoffentlich) eine schöne Herausforderung.
Leider hatten anscheinend auch viele andere die gleiche Zeitung gelesen, denn in keinem der großen Kölner Kaufhäuser war das Puzzle zu bekommen.

Etwas weniger entspannt ging es dann wieder Richtung Bahnhof, denn der Feierabend im Kindergarten nahte bereits.

Auf dem Parkplatz in Troisdorf kam mir der Anblick meines Autos zunächst etwas ungewohnt vor. Ich wusste, dass mal wieder eine Wäsche fällig ist, aber dass man die Nummernschilder vor lauter Dreck gar nicht mehr lesen kann, wäre neu für mich. Und bei näherem Hinsehen zeigt sich, dass gar keine Nummernschilder mehr da waren.

Da hatte doch tatsächlich irgendein Depp meine Nummerschilder geklaut. Zuhause habe ich gleich die Polizei angerufen, die mich dann baten, im Laufe des Tages mal vorbeizukommen und eine Anzeige aufzugeben. Eine halbe Stunde später kam jedoch schon der nächste Anruf, mit meinen Schildern hatte jemand getankt und nicht bezahlt.

Für mich hiess das, auch der Dienstag war verplant (Strassenverkehrsamt --> Warten).
Es sollte sich zeigen, dass neues Kennzeichen samt Halterung und Ummeldung mich 63,00€ werden, die natürlich meine Versicherung nicht bezahlt.
Auf so Weihnachtsgeschenke verzichte ich gerne und frage mich, ob Kennzeichendiebe überhaupt soweit denken können.

Am Montag Nachmittag sind wir dann trotz allem, mit selbstgemalten Kennzeichen, noch nach Bonn auf den Weihnachtsmarkt gefahren.
Für mich eine der letzten Gelegenheiten, Krypt noch zu bekommen. Im Bonner Kaufhof sah ich dann tatsächlich eine Frau mit dem Puzzle in der Hand.
Freudestrahlend lief ich zu Ihr hin, fragte, wo es steht und brach dann innerlich zusammen. Es habe da vorn gestanden, sei aber das letzte gewesen. Also raus und heimlich weitersuchen.
Allerletzte Chance des Tages war ein echtes Fachgeschäft, der Puppenkönig. Erstmals traf ich auf Verkäufer, die wussten, was ich suchte und noch viel besser, die mir das Puzzle tatsächlich noch aus dem Lager besorgen konnten.
Klar, dass ich sofort zugeschlagen habe. Ungünstigerweise hatte ich mir natürlich keinerlei Gedanken darüber gemacht, wie ich die Kiste vor meiner Frau verstecken sollte und so dauerte es keine Minute, bis das Geschenk erraten war. Ein Supergau für jeden Schenker, höchstens noch zu übertreffen von einem erratenen Geschenk, das der Beschenkte noch dazu gar nicht haben will...

Bei all den bisherigen Hindernissen versteht es sich von selbst, dass auch der Weihnachtsbaumkauf nicht glatt lief. Aber davon will ich gar nicht erst erzählen. Ausser vielleicht, dass ich nach wie vor der Meinung bin, zwei Tage vor Weihnachten müssten noch hinreichend Bäume da sein...

Der Heilige Abend verlief dafür erstaunlich problemlos, mit Ausnahme unseres Festplattenrekorders, der pünklich zum Fest seinen Geist aufgegeben hat.
Ansonsten hatten wir einen schönen und besinnlichen Abend und die Troisdorfer Verbrecher werden fortan von einem ferngesteuerten Polizeiporsche verfolgt, den der Weihnachtsmann wohl nicht ohne Grund bei uns abgegeben hat.

Montag, 1. Dezember 2008

HERTEN-BERTLICH

Für 2008 hatte ich mir irgendwann vorgenommen, mal wieder einen Marathon unter 3:30h zu laufen und dabei möglichst eine neue Bestzeit aufzustellen. Die alte, 3:28:26, stammt noch vom Köln-Marathon 2005 und ist damit ja praktisch verjährt.
Mit meinem üblichen Trainingsgehoppe von 40 bis 60 Kilometern in der Woche im gemäßigten Tempo schaffe ich es zwar gelegentlich an den dreieinhalb Stunden zu schnuppern, gehe aber kurz vor Schluss meist ziemlich auf dem Zahnfleisch und lande dann mehr oder weniger knapp darüber.
Kurzum, ein ordentlich vorbereiteter Versuch musste her. Unter http://www.greif.de/ fand ich dann, was ich suchte: Ein Excel-Tool zur Erstellung von achtwöchigen Trainingslänen, die hart aber erfolgreich sein sollten. Die Suche nach einem passenden Marathon, der nicht weniger als acht Wochen entfernt war und auch nicht zuviele Berge hat, führte letztlich nach Herten-Bertlich.
Der Plan sah fünf Trainingseinheiten in der Woche vor, ein Mix aus Tempotraining und langen Läufen, alles deutlich schneller und länger als ich es gewohnt war. Als Zielzeit hatte ich mir 3:24 Stunden ausgesucht, daraus ergeben sich dann die Geschwindigkeiten für das Training.
Allen (Selbst-)zweifeln zum Trotz habe ich dann nicht nur den Trainingsplan gelesen, sondern ihn fast bis aufs letzte Detail umgesetzt. Das alleine ist für mich schon sehr erstaunlich und wäre ohne die Unterstützung meiner Frau nicht möglich gewesen. Die eine oder andere Trainingseinheit wäre ansonsten vermutlich durch mentales Training vor dem Fernseher ersetzt worden.

Je näher der Sonntag kam, desto unruhiger wurden meine Blicke auf die Wettervorhersage. 1 bis 5°C und Schneeregen, das ließ nichts Gutes erwarten. Und sämtliche Sorgen wurden Sonntag beim Aufstehen mehr als bestätigt. Minus ein Grad und Schneeregen, der sich auf der Autobahn in heftigen Dauerregen verwandelte, Bestzeit ade....

Kurz vor Herten-Bertlich, in einer Stadt, in der die Fussballstadien überdacht werden und deren Namen ich vergessen habe, besserte sich das Wetter ein wenig. Der Regen hörte auf, und wir gelangten trocken zur Anmeldung.

Die Herten-Bertlicher Strassenläufe bieten alle möglichen Strecken zwischen 5km und Marathon und finden sage und schreibe dreimal im Jahr statt. Bei soviel Übung überrascht es nicht, dass die Veranstaltung nahezu perfekt organisiert ist, jeder Handgriff sitzt und es gibt sogar eine reichhaltige Auswahl an Souvenirs.


Bei leichtem Nieselregen war die Bekleidungswahl nicht so einfach, ich entschied mich für ein langes Shirt und Jacke sowie Handschuhe. Auf den Kopf ein warme Mütze, die Schirmmütze hatte ich zuhause vergessen. Während des Marathons zeigte sich, dass die Auswahl richtig war. Weder wurde ich richtig nass, noch musste ich frieren.

Kurz nach dem Start wurde der Regen wieder stärker und meine Sicht geringer. Der Marathon besteht aus drei Runden durch die Felder rund um Herten-Bertlich und ist relativ flach. Ich hatte den Eindruck, dass es permanent ganz leicht bergab, bzw. bergauf geht. Auf der ersten 14km-Runde war das Ziel, nicht schneller als 4:50 (eigentlich 4:53, laut Plan) Minuten/km zu laufen. Mit Hilfe der Forerunner ging das erstaunlich gut und wie vom Greifplan vorhergesagt, musste ich mehr bremsen als beschleunigen.
Im Laufe der Runde hörte der Regen dann zum Glück auf und fing auch nicht wieder an. So konnte ich dann in Runde zwei und drei auch was von der Gegend sehen, während ich versuchte mein Tempo auf 4:45 einzustellen. Die meiste Zeit geht es über Feldwege oder am Waldrand entlang, kein Lauf, den man wegen der tollen Landschaft machen müßte. Schon eher wegen der Helfer, die bei dem Wetter auch nicht zu beneiden waren.

Runde zwei näherte sich dem Ende und noch war icht fit.

Auf der Strecke war es inzwischen schon recht einsam, bei 80 Teilnehmern wohl nicht anders zu erwarten. Voller wurde es nur wenn auf Teilstrecken die Läufer der anderen Distanzen ebenfalls unterwegs waren.


Vor mir lief jemand aus Bottrop, der a) noch ziemlich locker aussah und b) immer so um 4:40 lief. An den hängte ich mich nun dran und konnte so mein Tempo beibehalten. Bei Kilometer 37 war damit allerdings Schluss, denn da zog er noch einmal deutlich an und das konnte und wollte ich dann nicht mehr mitgehen. Bis dahin hatten wir aber noch ein paar andere Läufer eingesammelt.
Ich konnte gut mit 4:40-4:45 Minuten/km weiterlaufen und merkte erst bei km 41, dass es möglich war, sogar unter 3:20 zu bleiben. So musste ich tatsächlich noch einen Zahn zulegen und auf der matschigen Aschenbahn im Stadion noch einen Endspurt hinlegen. Die Uhr über dem Ziel tickte gnadenlos, doch schaffte es nicht, mir die 3:20:00 zu zeigen.
Meine Endzeit wurde mit 3:19:50 gestoppt und damit habe ich meine Traumzeit für dieses Rennen erreicht. Und das ohne Einbruch und Magenprobleme...