Donnerstag, 25. Dezember 2008

Wer zuletzt kauft, den bestraft das Leben

...und das gleich mehrfach. Aber dazu gleich mehr.

Zunächst mal wünsche ich allen Lesern und Nichtlesern ein frohes Weihnachtsfest und hoffe, Ihr habt schöne Geschenke vom Weihnachtsmann bekommen.

Nachdem ich mich in den letzten Wochen mehr mit der Suche nach Geschenkideen als mit dem Surfen und Bloggen beschäftigt habe, galt es nun, am Montag, meinem ersten freien Tag, die fehlenden Geschenke auch noch zu besorgen.

Wie immer war ich damit natürlich ein wenig spät dran, obwohl es ja schon fast ängstlich früh ist, zumindest verglichen mit dem traditionellen Totaleinkauf am 24.12, den ich vor einigen Jahren noch praktizierte.

Da laut Presse der Einzelhandel mit dem bisherigen Weihnachtsgeschäft zufrieden war, ging ich davon aus, dass alle anderen ihre Geschenke bereits gekauft hatten und mich entspannte Verkäufer mit bereits wieder aufgefüllten Regalen erwarten würden.

Um erst gar keinen Stress aufkommen zu lassen habe ich mich trotzdem relativ früh auf den Weg nach Köln gemacht. Das Auto auf dem kostenfreien, ruhigen Parkplatz hinter dem Bahnhof abgestellt und dann rein in den Regionalexpress nach Köln.
Etwas erstaunlich fand ich, dass der Zug um 10:19Uhr extrem gut gefüllt war und nur noch Stehplätze verfügbar waren.
Beim Überfahren der Rheinbrücke mit Blick auf die Autobrücken wurde mir klar, das mitnichten alle anderen Weihnachtsgeschenke gekauft waren. Auf allen Kölner Brücken reihte sich Auto an Auto und die Menschen strömten in die Stadt.
In der Fussgängerzone und den Geschäften das gleiche Bild, Menschenmassen rennen mehr oder weniger gestresst von einem Ort zum anderen.

Den Gedanken, mal eben zum Saturn zu gehen und vielleicht noch eine Kleinigkeit zu kaufen, konnte ich direkt wieder verwerfen. An allen Kassen Schlangen von zwanzig und mehr Kunden. Wer nicht unmittelbar von Ehekrisen oder Kinderterror bedroht war, kaufte hier am Besten nichts.

Also weiter zum eigentlichen Ziel. Ein Geschenk kaufen, von dem ich in der Zeitung gelesen hatte und das es sofort auf die Einkaufsliste geschafft hat. Krypt, ein Puzzle ohne Bild vorne drauf, was für echte Puzzler. Für Amateure wie mich ist das sowas wie an einem 24-Stunden-Lauf teilnehmen für Spaziergänger, für meine Frau (hoffentlich) eine schöne Herausforderung.
Leider hatten anscheinend auch viele andere die gleiche Zeitung gelesen, denn in keinem der großen Kölner Kaufhäuser war das Puzzle zu bekommen.

Etwas weniger entspannt ging es dann wieder Richtung Bahnhof, denn der Feierabend im Kindergarten nahte bereits.

Auf dem Parkplatz in Troisdorf kam mir der Anblick meines Autos zunächst etwas ungewohnt vor. Ich wusste, dass mal wieder eine Wäsche fällig ist, aber dass man die Nummernschilder vor lauter Dreck gar nicht mehr lesen kann, wäre neu für mich. Und bei näherem Hinsehen zeigt sich, dass gar keine Nummernschilder mehr da waren.

Da hatte doch tatsächlich irgendein Depp meine Nummerschilder geklaut. Zuhause habe ich gleich die Polizei angerufen, die mich dann baten, im Laufe des Tages mal vorbeizukommen und eine Anzeige aufzugeben. Eine halbe Stunde später kam jedoch schon der nächste Anruf, mit meinen Schildern hatte jemand getankt und nicht bezahlt.

Für mich hiess das, auch der Dienstag war verplant (Strassenverkehrsamt --> Warten).
Es sollte sich zeigen, dass neues Kennzeichen samt Halterung und Ummeldung mich 63,00€ werden, die natürlich meine Versicherung nicht bezahlt.
Auf so Weihnachtsgeschenke verzichte ich gerne und frage mich, ob Kennzeichendiebe überhaupt soweit denken können.

Am Montag Nachmittag sind wir dann trotz allem, mit selbstgemalten Kennzeichen, noch nach Bonn auf den Weihnachtsmarkt gefahren.
Für mich eine der letzten Gelegenheiten, Krypt noch zu bekommen. Im Bonner Kaufhof sah ich dann tatsächlich eine Frau mit dem Puzzle in der Hand.
Freudestrahlend lief ich zu Ihr hin, fragte, wo es steht und brach dann innerlich zusammen. Es habe da vorn gestanden, sei aber das letzte gewesen. Also raus und heimlich weitersuchen.
Allerletzte Chance des Tages war ein echtes Fachgeschäft, der Puppenkönig. Erstmals traf ich auf Verkäufer, die wussten, was ich suchte und noch viel besser, die mir das Puzzle tatsächlich noch aus dem Lager besorgen konnten.
Klar, dass ich sofort zugeschlagen habe. Ungünstigerweise hatte ich mir natürlich keinerlei Gedanken darüber gemacht, wie ich die Kiste vor meiner Frau verstecken sollte und so dauerte es keine Minute, bis das Geschenk erraten war. Ein Supergau für jeden Schenker, höchstens noch zu übertreffen von einem erratenen Geschenk, das der Beschenkte noch dazu gar nicht haben will...

Bei all den bisherigen Hindernissen versteht es sich von selbst, dass auch der Weihnachtsbaumkauf nicht glatt lief. Aber davon will ich gar nicht erst erzählen. Ausser vielleicht, dass ich nach wie vor der Meinung bin, zwei Tage vor Weihnachten müssten noch hinreichend Bäume da sein...

Der Heilige Abend verlief dafür erstaunlich problemlos, mit Ausnahme unseres Festplattenrekorders, der pünklich zum Fest seinen Geist aufgegeben hat.
Ansonsten hatten wir einen schönen und besinnlichen Abend und die Troisdorfer Verbrecher werden fortan von einem ferngesteuerten Polizeiporsche verfolgt, den der Weihnachtsmann wohl nicht ohne Grund bei uns abgegeben hat.

4 Kommentare:

michi hat gesagt…

Beim Lesen musste ich ja laut lachen, in echt hätte ich das alles gar nicht so witzig gefunden ;-)) Langweilig war Dir jedenfalls nicht, nehme ich an. Das Puzzle hört sich ja klasse an. Musste erstmal googeln, d.h. das Teil besteht nur aus einer einzigen Farbe und man kann demnach nur mit gutem Auge nach den passenden Lochausschnitten Ausschau halten? Hat Deine Frau schon angefangen?

Volki67 hat gesagt…

ja, sie hat schon losgelegt.
Aber heute mussten wir erstmal laufen gehen....

Anonym hat gesagt…

Oh je, das war ein Tag!

Aber du hast mir eine RIESIGE Freude gemacht mit dem Hinweis, das es KRYPT generell wieder gibt. Vor Jahren gabs das ja schon mal... und als mich ENDLICH entschlossen hatte, es zu kaufen... war es schon wieder vom MArkt verschwunden. Jetzt geh ich SOFORT das Geschenk für meinen Mann kaufen...

DANKE! Und ein frohes neues!

Anonym hat gesagt…

Thomas von der "HASI":

Selbstgemalte Kennzeichen sind aber "immer" Urkundenfälschung.
Schimpf schimpf!