Donnerstag, 10. Juli 2008

Gute Pausen, schlechte Pausen

Gestern war wieder einer dieser Tage, an denen ich am Bahnsteig stand und gespannt auf jegliches Geräusch aus dem Lautsprechersystem lauschte. Auf die Momente, in denen die stets gleich unberührt klingende Frau den aktuellen Stand der Verspätungen bekanntgibt.
Wie üblich erreichte ich den Bahnhof nur kurz vor der planmäßigen Abfahrt der S-Bahn. Kurz davor dazusein ist wichtig, denn bei kurz danach erwischt man automatisch den Tag, an dem die Bahn pünktlich ist --> gehe zurück ins Gefängnis, gehe nicht über Los.....
Meist kommt die Bahn dann auch recht pünktlich, aber manchmal auch nicht. Die Frequent-S-Bahn-Traveller unter uns erkennen die schlechte Nachricht schon bevor sie ausgesprochen ist. Die Pausen im Satzbau machen den Unterschied zwischen einer guten Reise und einer Zwangspause.
Heißt es: "Meine Damen und Herren. P A U S E. Auf Gleis 2...." ist alles gut. Das Signal springt gleich auf grün oder hat es bereits getan und die S-Bahn ist im Anmarsch.
Heißt es hingegen "Meine Damen und Herren auf Gleis 2. P A U S E. ...." ist das Schlimmste zu befürchten.
So auch gestern. Nur zwei Minuten nach der planmäßigen Abfahrt gab Frau Emotionslos zwanzig Minuten Verspätung bekannt. Toll, da hätte man ja auch gleich die nächste nehmen können.
Bei der Bahn heißt dies jedoch noch gar nichts. Die Verspätungen können sich mit jeder Ansage verlängern, so dass aus zwanzig Minuten auch schon mal zwei Stunden werden.
Gut, dass auf den moderneren Bahnhöfen immer auch so rot-blaue Säulen stehen, mit denen man sich Informationen holen kann (blau) oder Notrufe absetzen kann (rot). Da meine inzwischen vier Kollegen und ich ja nun Zeit hatten, wollten wir uns gleich mal Informationen aus erster Hand holen und drückten auf Info. Statt Herrn Mehdorn kam aber nur eine Ansage, dass wir gleich verbunden werden würden.
So vergingen dann also die zwanzig Minuten und es kam wieder eine Ansage. Unglücklicherweise war die Pause wieder an der falschen Stelle. Und noch unglücklicherweisiger bezog sie sich gar nicht mehr auf die ursprünglich Bahn sondern auf die nächste, die auch bereits zehn Minuten Verspätung haben sollte.
Spätestens jetzt setzte sich kollektive Unzufriedenheit bei den Fahrgästen durch und man begann Alternativen zu planen. Zwei Stunden Busfahren oder doch Abholen lassen oder gar Taxifahren....
Kurz vor der Entscheidung meldete sich unsere Freundin wieder: "Meine Damen und Herren. P A U S E. Auf Gleis 2 fährt ein S12 von Düren nach Au".
Hurra, dr Zoch kütt..
Wir sind also noch einmal mit einem blauen Auge davon gekommen und haben lediglich knapp 40 Minuten Verspätung gesammelt.
Was der Mann von der Infohotline dazu gesagt hätte, haben wir leider trotzdem nicht erfahren: "Bitte warten...."

Ach ja, mein Plan am Training teilzunehmen und sogar hin und zurück zu Laufen und damit ca. 25km zu sammeln ist natürlich auch gescheitert. Aus Trotz bin ich dann am Abend noch 20km zur Siegmündung und zurück gelaufen. So ist wenigstens mein Kilometerumfang halbwegs im Plan.

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