Gutes Wetter muss entsprechend gewürdigt werden. Seit Oktober kann ich mich nur an wenige wettermäßig zufriedenstellende Tage erinnern. Heute war einer davon. Auch wenn es zunächst gar nicht danach aussah. Aber spätestens ab Mittag war auch ich davon überzeugt, dass derzeit Frühling ist:

Zumindest in Bonn ist Frühling oder vielleicht muss es auch schon wieder heissen, war Frühling.
Und ich war dabei. Und zehntausende andere auch. Denn heute fand mal wieder der Bonn-Marathon statt. Bei diesem Heimspiel ist man natürlich auch jedes Jahr in irgendeiner Form am Start.
In diesem Jahr ging der Marathon erstmals über zwei Runden, was sicher organisatorische Vorteile hat, den Lauf aber meines Erachtens deutlich unattraktiver macht. Einige schöne Streckenabschnitte wurden gestrichen und eine fürchterliche Wendestrecke musste dafür zweimal gelaufen werden.
Im Familienrat wurde daher schon frühzeitig beschlossen, diesmal nur den Halbmarathon zu laufen und auf Besserungen im nächsten Jahr zu hoffen.
Der Halbmarathon startete um 8:30 und war somit bereits vor dem Start des Marathons beendet, wodurch man das dann vorherrschende schöne Wetter prima zum Zugucken und Anfeuern beim Marathon nutzen konnte.

Aber vor dem Vergnügen kommt ja meist noch der anstrengende Teil, in diesem Fall der Halbmarathon. Angesichts der guten Wettervorhersage entschieden wir uns am frühen Morgen für die kurze Laufbekleidung und hatten natürlich auch nichts Langes mit eingepackt. In der Zeit vor dem Start haben wir dies dann allerdings schwer bereut, dann mit Wind und ohne Sonne war es bitter, bitter kalt, mir zumindest.
Mit dem Startschuss bekommt man glücklicherweise ein weiteres Mittel gegen die Kälte zur Verfügung gestellt, nämlich den schnellen Lauf. Da wir keine Alternativen hatten, rannten wir also zügig los und nach ein paar Kilometern war uns gar nicht mehr kalt. Im Nachhinein könnte man sogar sagen, wir haben genau die richtige Kleidung gewählt.
Die eine Runde verlief wie im Flug und am Ende standen sowohl für Gaby als auch für mich neue persönliche Bestzeiten auf der Urkunde. 1:31:25 habe ich für die 21.1km gebraucht und bin damit hochzufrieden.

Nach dem guten Lauf konnte man sich noch etwas stärken und dann zum gemütlichen Teil übergehen. Und hier kam dann der positive Aspekt der neuen Streckenführung zum Tragen. Ohne sich sehr weit bewegen zu müssen, konnte man die Marathonläufer etliche Male sehen, zum Anfeuern ist die Strecke also wirklich gut geeignet.
Da die M.U.T.ler dieses Mal etwa 20 Personen auf den Marathon vorbereitet und sie dabei begleitet oder (wie wir) angefeuert hatten, gab es natürlich keine Langeweile. Alle paar Minuten kamen bekannte Gesichter an uns vorbei und wurden dabei gleich digitalisiert.
Das für die Zuschauer perfekte Wetter machte den Marathonis dann sicherlich zu schaffen, doch am Ende erblickte man meist glückliche Gesichter. Trotzdem war ich froh dieses Mal nur auf der Sprintstrecke gewesen zu sein, und das nicht nur wegen der Endzeit.
Ich persönlich sehe mir nämlich auch gerne mal einen Marathon an und zwar möglichst vom Anfang bis zum Ende. Die Läufer freuts und man selber lernt auch noch viel über Laufstile und Erschöpfungsgrade. Ach ja, und vermutlich sogar über Selbsttranszendenz ;-)