Wieder eine Woche vorüber, wieder nicht soviel gelaufen wie ich wollte. Noch nicht einmal 40km habe ich zusammen bekommen, eigentlich hatte ich mir 60 vorgenommen.
Dafür habe ich ein schönes Wochenende im Frankenland verbracht und dabei noch was gelernt.
Bevor wir allerdings unser eigentliches Ziel, Zeil am Main, ansteuerten, haben wir noch einen kleinen Extraschlenker nach Nürnberg eingelegt. Schon lange hatten wir Jonas einen Besuch im Eisenbahnmuseum versprochen und dieses Mal haben wir es dann endlich geschafft.
Für einen kleinen Eisenbahnfan ist das genau das Richtige und es hat ihm sichtlich gut gefallen. Mir im Übrigen auch. Die Modelleisenbahn hat auf der Wunschliste wohl noch ein paar Plätze gut gemacht.
Am Nachmittag sind wir dann bei meinem Schwager und seiner Frau eingefallen und haben ziemlich bald einen weiteren Kandidaten für die Wunschlisten gefunden. Diesmal allerdings eher die Elternwunschliste.
Die beiden besitzen nämlich tatsächlich eine Nintendo Wii samt Balanceboard. Und ich muss sagen, das Ding ist wirklich gut. Wir haben diverse Spiele zwischen Yoga und Skispringen ausprobiert und dabei Tränen gelacht.
Auf diesem Balanceboard (sieht aus wie eine Badezimmerwaage) wird das Gleichgewicht trainiert/gemessen. Kleinste Gewichtsverlagerungen werden sichtbar und beeinflussen das Spiel. So kann man Skifahren oder eben Yoga üben.
Das Standardeingabegerät sieht aus wie eine Fernbedienung und misst dreidimensional die Bewegungen der Hand. So muss man zum Tennis oder Bowling die echten Bewegungen durchführen.
Für mich grenzt das an echten Sport, zumindest habe ich heute noch Muskelkater am Allerwertesten sowie im rechten Oberarm.
Trotz des harten Wii-Trainings habe ich am Samstag auch noch eine kleine Laufeinheit einlegen können. Dabei sind wir einen Teil der Strecke des Zeiler Halbmarathons gelaufen, wer schon mal da war kann bestätigen, dass das ein schöner, hügeliger Waldlauf ist.
Heute ging es dann wieder zurück nach Troisdorf, nicht ohne die übliche Stunde im Würzburger Stau zu stehen. Ich weiß nicht, wann ich da zum letzten Mal problemlos durchgekommen bin. Allein die Hoffnung, dass die Baustelle die Autobahn auch wirklich breit genug macht, läßt einen halbwegs ruhig bleiben.
Obwohl ich daran erhebliche Zweifel habe. Ich persönlich würde gleich auf zehn Spuren ausbauen... (naja, nicht wirklich ;-) )
Die Frage der Woche
Und zum Schluß noch eine Aufgabe für die Hobbymathematiker unter uns:
Jeder kennt vermutlich Drei- und Vierecke. Aber, wer weiß, was ein Eineck ist?
Ich wusste es bis Freitag nicht. Für fünfjährige ist die Sache allerdings verblüffend einfach und jetzt habe ich es auch kapiert.
Ich bin gespannt, wer die Lösung kennt. Verraten werde ich sie erst nächsten Sonntag.
Sonntag, 19. Juli 2009
Montag, 6. Juli 2009
Schade, dass man Sound nicht sehen kann
So, und hier ist sie nun endlich.
Unsere neue Küchenmusik:

Gekauft haben wir sie gleich am Dienstag nach dem 24h-Lauf, Versprechen muss man halt möglichst bald einlösen.
Aber letztendlich haben wir ja auch alle was davon. Der Sound ist wirklich gut für die Größe und wir können auch endlich wieder beim Futtern CDs hören.
Damit und mit den vielen jetzt empfangbaren Sendern wächst natürlich auch das Konfliktpotential. Von Rolf Zuckowski über Metallica bis hin zu Helmut Lotti reicht das Spektrum. Unsere gesunde Mitte ist derzeit Peter Fox, der dementsprechend häufig läuft.
Beim Radio konnte ich Jonas inzwischen überzeugen, dass WDR4 Omamusik spielt und so sind wir mit 2:1 in der Überzahl und können oft Einslive, zumindest aber WDR2 durchsetzen.
Mein Projekt 4kg ist inzwischen auch angelaufen und ich steigere langsam die Trainingsumfänge. Am Samstag war schon wieder eine kleine Bonnrunde mit 24km drin. Bei der Hitze war es noch recht anstrengend, aber es geht aufwärts. Heute habe ich es sogar wieder mal zum M.U.T.-Training geschafft. 15km mit ein paar kleinen Hügeln waren wirklich schön.
Unsere neue Küchenmusik:
Gekauft haben wir sie gleich am Dienstag nach dem 24h-Lauf, Versprechen muss man halt möglichst bald einlösen.
Aber letztendlich haben wir ja auch alle was davon. Der Sound ist wirklich gut für die Größe und wir können auch endlich wieder beim Futtern CDs hören.
Damit und mit den vielen jetzt empfangbaren Sendern wächst natürlich auch das Konfliktpotential. Von Rolf Zuckowski über Metallica bis hin zu Helmut Lotti reicht das Spektrum. Unsere gesunde Mitte ist derzeit Peter Fox, der dementsprechend häufig läuft.
Beim Radio konnte ich Jonas inzwischen überzeugen, dass WDR4 Omamusik spielt und so sind wir mit 2:1 in der Überzahl und können oft Einslive, zumindest aber WDR2 durchsetzen.
Mein Projekt 4kg ist inzwischen auch angelaufen und ich steigere langsam die Trainingsumfänge. Am Samstag war schon wieder eine kleine Bonnrunde mit 24km drin. Bei der Hitze war es noch recht anstrengend, aber es geht aufwärts. Heute habe ich es sogar wieder mal zum M.U.T.-Training geschafft. 15km mit ein paar kleinen Hügeln waren wirklich schön.
Samstag, 27. Juni 2009
24 Teil 3, Durch die Nacht zum Finale
Mit Beginn der Nacht wurde es deutlich ruhiger im Stadion. Ein Teil der parallel stattfindenden Wettbewerbe war zu Ende, einige Läufer machten längere Pausen oder sind ganz ausgestiegen.
Schließlich wurde die Moderation im Stadion beendet und bis 6:00Uhr morgens auf NDR2 Radio umgeschaltet. Das war auch nicht schlecht, die Musik war gut, wir hörten regelmäßig Nachrichten und kannten sämtliche Staus der Nacht. Ehrlich gesagt war ich richtig erstaunt, dass es mitten in der Nacht am Wochenende noch nennenswerte Staus gab.
Die Streckenabschnitte ohne Straßenbeleuchtung oder Flutlicht wurden in der Dunkelheit vom THW ausgeleuchtet, gesehen habe ich das allerdings nicht, da ich in der ganzen Zeit das Stadion nicht verlassen habe.
Mit der Zeit wurde es empfindlich kalt, es war sicher deutlich unter 10°C, nicht gerade das, was zu dieser Jahreszeit zu erwarten wäre.
Da lag es an den Betreuern, erst gar keine Kältegefühle aufkommen zu lassen.
Die Dilledöpchen hatten für die Läufer einige schwierige Quizfragen mitgebracht, bei denen das Gehirn schön auf Touren gebracht wurde und somit warm und wach blieb. "Welches sind die drei größten deutschen Inseln" könnte ich schon ohne Lauf nicht richtig beantworten, aber einige haben es tatsächlich gewußt.
In diesem Stil verging die Zeit wie im Fluge und schon war es Zeit für unser nächstes Event. Um Mitternacht gab es Knäckebrot mit Frischkäse, schließlich war ja Midsommernacht und das musste mit Skandinavischen Traditionen gefeiert werden. An den Läufern ist diese Aktion etwas unbemerkt vorübergegangen, aber wir haben Fotos um es zu beweisen.

Vielleicht hätten wir doch verbilligte Selbstbaumöbel mit lustigen Namen anbieten sollen. Ist ja auch eine Tradition.
Ganz und gar nicht unbemerkt, zumindest von unseren Läuferinnen, verlief dann unsere nächste Aktion. Für die Runde, in der sie die ersten hundert Kilometer vollmachten, hatten wir eine schicke Schärpe vorbereitet, mit der dieser Schritt gewürdigt werden sollte. Diese Idee haben wir vom Nürnberger 6h-Lauf übernommen. Dort gab es bei Kilometer 50 eine Fahne und ich kann mich noch gut daran erinnern, wie stolz ich damit um den Park gelaufen bin.

Wir hatten vorher etwas Sorgen, ob uns eine Schärpe reichen würde, aber zumindest unsere Frauen konnten wir zum rechten Zeitpunkt damit ausstatten. Nur Martin kam keider zum falschen Zeitpunkt, aber die Schärpe war ja sowieso in Frauengröße...
So zwischen drei und fünf am Morgen kam dann die für uns schwierigste Phase der Veranstaltung. Die Läufer hatten schon eine ganze Menge hinter sich, aber auch noch unglaublich viel vor sich. Es war dunkel und kalt und es wollte einfach nicht hell werden. Selbst die 24 Grableuchten, die Elisabeth von den Dilledöpchen aufgestellt hatte, wurden kaum noch wahrgenommen.
Es wurde schwieriger Getränke und Nahrung an den Mann/die Frau zu bringen. Die einen wollten gar nichts mehr, andere flaschenweise Vitamalz und wiederum andere erstellten eigenartige Mischungen. Warme Brühe mit Haferflocken, abgefüllt in eine Trinkflasche, ist sicher ein Anwärter für das perfekte Läuferdinner. Ich vermute aber, dass Elke dies wirklich nur bei seeeeehr langen Läufen zu sich nimmt.
Zum Geheimtip mutierten die Massagekünste von (der Betreuer-)Elke, von manchen auch Mutter Theresa genannt. Da es keine offizielle Massage gab, konnte Elke einigen Läufern hilfreich zur Seite stehen.
Endlich kam dann irgendwann das Morgengrauen, dem aufmerksamen Beobachter schon länger angekündigt durch das Gezwitscher der Vögel. Kaffee wurde zum Getränk der Wahl, doch unsere geplante Early Bird Aktion mit einem Frühkaffee samt aufgeschäumter Milch haben wir selbst irgendwie versäumt.
So um sechs wurde der Stadionsprecher wieder wach und erzählte uns von tollem Wetter und das es praktisch keinen Regen mehr geben würde. Wie weit er daneben lag, sollten die nächsten Stunden zeigen.
Statt trockenen Wetters gab es einen beständigen Wechsel aus Schauern und Trockenphasen. Quasi jede Runde standen wir entweder mit Regenklamotten oder mit den entsprechenden Schönwetterdingen bereit, um unseren Läufern möglichst kurze Boxenstops zu ermöglichen. So kam bei uns Betreuern erst gar keine Langeweile auf, ganz im Gegenteil, die Suche nach trockenen Kleidungsstücken zum Wechseln wurde immer schwieriger.

Beim heftigsten aller Regengüsse sah man so manchen Läufer mit Regeschirm oder Vollregenbekleidung auf der Strecke. Ganz nebenbei, meine zweite Strichliste hat diesen Schauer ebenfalls nicht überlebt, so dass ich für die letzten vier Stunden auch meine allerletze Strichliste anfangen durfte.
Unseren M.U.T.-Läufern konnten diese Regeneinlagen im übrigen nicht viel anhaben, wir in Troisdorf sind Regen gewohnt und so gab es auch keinen Anlass, sie in unser trockenes Zelt einzuladen. Jeder Regen hat bekanntlich ein Ende. Oder wie ich im DUV-Forum lesen konnte: "Der meiste Regen fällt eh daneben".
In der Zwischenzeit hatte sich Gaby übrigens auf Platz drei der Frauenwertung vorgearbeitet und lief immer noch ziemlich gleichmäßige Rundenzeiten. Unser "Rennleiter" Mattin war immer mit den offiziellen Rundendaten ausgerüstet und hielt die Läufer immer auf dem Laufenden. Die letzten Zahlen von 10 Uhr morgens riefen dann die liebe Jutta aus Essen auf den Plan, die Stadtoldendorf als Vorbereitung auf den (inzwischen abgesagten) Hammer 6-Tage-Lauf nutzen wollte. Mit ein wenig Hochrechnerei konnte man erkennen, dass in Gaby's ersten 24h-Lauf über 200km drin waren. Und so halfen Jutta und Peter mit Tipps, Kakao und Orangen, dass sie tatsächlich diese Marke überschreiten konnte und am Ende auf dem dritten Platz der deutschen Meisterschaften der DUV landete.

Einen 24h-Lauf im Regen zu beenden, das wäre des Anlasses unwürdig und so hatte auch der Wettergott ein Einsehen und die letzte Stunde konnte bei zusehends besseren Wetter gelaufen werden. In dieser Zeit konnten wir noch einen Altersklassenweltrekord der W65 und einen deutschen Rekord der W70 bestaunen, das war wirklich beeindruckend.
Alle M.U.T.ler waren am Ende der 24 Stunden noch auf der Strecke und erzielten ein tolles Ergebnis. Michael wurde zweiter bei den Herren und Elke, Gaby und Sabine holten sich den Mannschaftstitel der Frauen. Insbesondere wenn man bedenkt, dass bis auf Michael alles Ersttäter waren, haben alle ein Superresultat erzielt.

Nach der Siegerehrung machten wir uns alle gutgelaunt, aber todmüde auf den Heimweg. Und hier kommen wir zu einem der Punkte, die ich beim nächsten Mal garantiert anders machen würde. Nach 24 Stunden Betreuung plus ein paar Stunden vor- und nachher werde ich mich nie wieder ans Steuer setzen. Ich hatte wirklich Probleme und nur viel Cola hat mich einigermassen wachgehalten. Sicher Fahren ist jedenfalls etwas anderes.
Der andere Punkt ist, dass ich nie wieder leichtfertig Wetten mit meiner Frau abschliessen werde. Seit langem wünscht sie sich so eine kleine, sündhaftteure Ministereoanlage von Bose. 180km waren ihr Traumziel und so versprach ich, beim Erreichen dieser Marke die Hälfte zu übernehmen. Auf die Frage was denn bei 190km sei antwortete ich vollkommen gelasse, na dann zahle ich die Anlage ganz. Zu weit weg erschien mir dieser Wert.
Im Nachhinein bin ich schlauer und froh, nicht noch irgendwas für 200km versprochen zu haben. Und wenn ich nicht an mein nun fast leeres Konto denke, finde ich den Sound der Anlage auch ziemlich gut.
Schließlich wurde die Moderation im Stadion beendet und bis 6:00Uhr morgens auf NDR2 Radio umgeschaltet. Das war auch nicht schlecht, die Musik war gut, wir hörten regelmäßig Nachrichten und kannten sämtliche Staus der Nacht. Ehrlich gesagt war ich richtig erstaunt, dass es mitten in der Nacht am Wochenende noch nennenswerte Staus gab.
Die Streckenabschnitte ohne Straßenbeleuchtung oder Flutlicht wurden in der Dunkelheit vom THW ausgeleuchtet, gesehen habe ich das allerdings nicht, da ich in der ganzen Zeit das Stadion nicht verlassen habe.
Mit der Zeit wurde es empfindlich kalt, es war sicher deutlich unter 10°C, nicht gerade das, was zu dieser Jahreszeit zu erwarten wäre.
Da lag es an den Betreuern, erst gar keine Kältegefühle aufkommen zu lassen.
Die Dilledöpchen hatten für die Läufer einige schwierige Quizfragen mitgebracht, bei denen das Gehirn schön auf Touren gebracht wurde und somit warm und wach blieb. "Welches sind die drei größten deutschen Inseln" könnte ich schon ohne Lauf nicht richtig beantworten, aber einige haben es tatsächlich gewußt.
In diesem Stil verging die Zeit wie im Fluge und schon war es Zeit für unser nächstes Event. Um Mitternacht gab es Knäckebrot mit Frischkäse, schließlich war ja Midsommernacht und das musste mit Skandinavischen Traditionen gefeiert werden. An den Läufern ist diese Aktion etwas unbemerkt vorübergegangen, aber wir haben Fotos um es zu beweisen.
Vielleicht hätten wir doch verbilligte Selbstbaumöbel mit lustigen Namen anbieten sollen. Ist ja auch eine Tradition.
Ganz und gar nicht unbemerkt, zumindest von unseren Läuferinnen, verlief dann unsere nächste Aktion. Für die Runde, in der sie die ersten hundert Kilometer vollmachten, hatten wir eine schicke Schärpe vorbereitet, mit der dieser Schritt gewürdigt werden sollte. Diese Idee haben wir vom Nürnberger 6h-Lauf übernommen. Dort gab es bei Kilometer 50 eine Fahne und ich kann mich noch gut daran erinnern, wie stolz ich damit um den Park gelaufen bin.
Wir hatten vorher etwas Sorgen, ob uns eine Schärpe reichen würde, aber zumindest unsere Frauen konnten wir zum rechten Zeitpunkt damit ausstatten. Nur Martin kam keider zum falschen Zeitpunkt, aber die Schärpe war ja sowieso in Frauengröße...
So zwischen drei und fünf am Morgen kam dann die für uns schwierigste Phase der Veranstaltung. Die Läufer hatten schon eine ganze Menge hinter sich, aber auch noch unglaublich viel vor sich. Es war dunkel und kalt und es wollte einfach nicht hell werden. Selbst die 24 Grableuchten, die Elisabeth von den Dilledöpchen aufgestellt hatte, wurden kaum noch wahrgenommen.
Es wurde schwieriger Getränke und Nahrung an den Mann/die Frau zu bringen. Die einen wollten gar nichts mehr, andere flaschenweise Vitamalz und wiederum andere erstellten eigenartige Mischungen. Warme Brühe mit Haferflocken, abgefüllt in eine Trinkflasche, ist sicher ein Anwärter für das perfekte Läuferdinner. Ich vermute aber, dass Elke dies wirklich nur bei seeeeehr langen Läufen zu sich nimmt.
Zum Geheimtip mutierten die Massagekünste von (der Betreuer-)Elke, von manchen auch Mutter Theresa genannt. Da es keine offizielle Massage gab, konnte Elke einigen Läufern hilfreich zur Seite stehen.
Endlich kam dann irgendwann das Morgengrauen, dem aufmerksamen Beobachter schon länger angekündigt durch das Gezwitscher der Vögel. Kaffee wurde zum Getränk der Wahl, doch unsere geplante Early Bird Aktion mit einem Frühkaffee samt aufgeschäumter Milch haben wir selbst irgendwie versäumt.
So um sechs wurde der Stadionsprecher wieder wach und erzählte uns von tollem Wetter und das es praktisch keinen Regen mehr geben würde. Wie weit er daneben lag, sollten die nächsten Stunden zeigen.
Statt trockenen Wetters gab es einen beständigen Wechsel aus Schauern und Trockenphasen. Quasi jede Runde standen wir entweder mit Regenklamotten oder mit den entsprechenden Schönwetterdingen bereit, um unseren Läufern möglichst kurze Boxenstops zu ermöglichen. So kam bei uns Betreuern erst gar keine Langeweile auf, ganz im Gegenteil, die Suche nach trockenen Kleidungsstücken zum Wechseln wurde immer schwieriger.
Beim heftigsten aller Regengüsse sah man so manchen Läufer mit Regeschirm oder Vollregenbekleidung auf der Strecke. Ganz nebenbei, meine zweite Strichliste hat diesen Schauer ebenfalls nicht überlebt, so dass ich für die letzten vier Stunden auch meine allerletze Strichliste anfangen durfte.
Unseren M.U.T.-Läufern konnten diese Regeneinlagen im übrigen nicht viel anhaben, wir in Troisdorf sind Regen gewohnt und so gab es auch keinen Anlass, sie in unser trockenes Zelt einzuladen. Jeder Regen hat bekanntlich ein Ende. Oder wie ich im DUV-Forum lesen konnte: "Der meiste Regen fällt eh daneben".
In der Zwischenzeit hatte sich Gaby übrigens auf Platz drei der Frauenwertung vorgearbeitet und lief immer noch ziemlich gleichmäßige Rundenzeiten. Unser "Rennleiter" Mattin war immer mit den offiziellen Rundendaten ausgerüstet und hielt die Läufer immer auf dem Laufenden. Die letzten Zahlen von 10 Uhr morgens riefen dann die liebe Jutta aus Essen auf den Plan, die Stadtoldendorf als Vorbereitung auf den (inzwischen abgesagten) Hammer 6-Tage-Lauf nutzen wollte. Mit ein wenig Hochrechnerei konnte man erkennen, dass in Gaby's ersten 24h-Lauf über 200km drin waren. Und so halfen Jutta und Peter mit Tipps, Kakao und Orangen, dass sie tatsächlich diese Marke überschreiten konnte und am Ende auf dem dritten Platz der deutschen Meisterschaften der DUV landete.
Einen 24h-Lauf im Regen zu beenden, das wäre des Anlasses unwürdig und so hatte auch der Wettergott ein Einsehen und die letzte Stunde konnte bei zusehends besseren Wetter gelaufen werden. In dieser Zeit konnten wir noch einen Altersklassenweltrekord der W65 und einen deutschen Rekord der W70 bestaunen, das war wirklich beeindruckend.
Alle M.U.T.ler waren am Ende der 24 Stunden noch auf der Strecke und erzielten ein tolles Ergebnis. Michael wurde zweiter bei den Herren und Elke, Gaby und Sabine holten sich den Mannschaftstitel der Frauen. Insbesondere wenn man bedenkt, dass bis auf Michael alles Ersttäter waren, haben alle ein Superresultat erzielt.
Nach der Siegerehrung machten wir uns alle gutgelaunt, aber todmüde auf den Heimweg. Und hier kommen wir zu einem der Punkte, die ich beim nächsten Mal garantiert anders machen würde. Nach 24 Stunden Betreuung plus ein paar Stunden vor- und nachher werde ich mich nie wieder ans Steuer setzen. Ich hatte wirklich Probleme und nur viel Cola hat mich einigermassen wachgehalten. Sicher Fahren ist jedenfalls etwas anderes.
Der andere Punkt ist, dass ich nie wieder leichtfertig Wetten mit meiner Frau abschliessen werde. Seit langem wünscht sie sich so eine kleine, sündhaftteure Ministereoanlage von Bose. 180km waren ihr Traumziel und so versprach ich, beim Erreichen dieser Marke die Hälfte zu übernehmen. Auf die Frage was denn bei 190km sei antwortete ich vollkommen gelasse, na dann zahle ich die Anlage ganz. Zu weit weg erschien mir dieser Wert.
Im Nachhinein bin ich schlauer und froh, nicht noch irgendwas für 200km versprochen zu haben. Und wenn ich nicht an mein nun fast leeres Konto denke, finde ich den Sound der Anlage auch ziemlich gut.
Donnerstag, 25. Juni 2009
24h Teil 2, das Ende des Regenbogens
Nach einer geruhsamen Nacht gibt es nichts schöneres als den neuen Tag mit einem gemütlichen, ausgiebigen Frühstück zu beginnen. In unserem Hotel gab es ein gut bestücktes Büffet, so dass Elke, Gaby, Martin und ich uns noch einmal in Ruhe stärken konnten.
Bald darauf ging es auch schon wieder ins Stadion, dass sich so langsam mit Läufern und Betreuern füllte. Inzwischen waren auch die restlichen Troisdorfer samt Material angekommen und die letzten Vorbereitungen konnten abgeschlossen werden.

Zwischendurch wurde noch hier und da ein Bekannter gesichtet und begrüßt, doch eigentlich wollten alle möglichst bald loslaufen.
Neben uns tauchte dann ein für mich bisher nur aus ihrem Blog bekanntes Gesicht auf. Margitta vom UltraIstGut-Blog hatte sich gleich nebenan bei den Dilledöppchen niedergelassen. Schön, dass ich sie und ihren Mann persönlich kennenlernen durfte. Und wichtig noch dazu, aber das kommt später.
Vor dem Start konnten noch Musikwünsche abgegeben werden, wir haben einfach mal fünf Lieder pro Läufer aufgeschrieben, von denen eine ganze Menge auch gespielt wurde. Ganz weit oben auf unseren Listen stand Peter Fox mit seinem Stadtaffen-Album.
Zu diesem Zeitpunkt zeigte sich das Wetter noch von seiner guten Seite, ein wenig Sonne aber nicht zu warm, was will das Läuferherz mehr.

Bevor dann endlich der langersehnte Startschuß fiel, oder auch nicht, wurden noch schnell die Vorjahressieger sowie die bekanntesten Teilnehmer vorgestellt.
Zu Beginn wurde ersteinmal eine Stadionrunde gedreht, bevor es auf die eigentlich Runde um das Stadion herum ging.
Gute zehn bis 15 Minuten hatten die versammelten Betreuer jetzt Zeit, sich in Ihre Arbeitsposition für die kommenden 24 Stunden zu begeben.
Neben unserem Pavillion mit Tisch und den Lebensmitteln hatten wir noch einen Stehtisch mit Sonnenschirm aufgebaut. Unsere Läufer sollten vom Tisch essen können, aber bitte schön, nicht im Sitzen. Es sollte ja nicht zu gemütlich werden.
Der Sonnenschirm hat jedoch zwei Nachteile. Zum einen ist er ziemlich windanfällig und zum anderen nicht hundertprozentig wasserdicht. Bei stärkeren Windböen mussten wir ihn immer wieder aus der Halterung nehmen, aber das hält auch die Betreuer fit.
Ich hatte mir eine Strichliste vorbereitet, in der ich die gelaufenen Runden unserer Läufer notieren konnte und den Überblick über die Rundenzeiten behalten konnte.
Für die ersten Stunden war für uns keine sonderlich schwierige Arbeit zu erwarten, alle Teilnehmer waren noch fit, gutgelaunt und ernährungswillig. Allenfalls konnten wir gelegentlich ein ruhiges Tempo anmahnen.

Zu diesem Zeitpunkt wurde sogar so fleissig Wasser getrunken, dass nach nur dreieinhalb Stunden bereits die zweite unserer vier Gerolsteiner Wasserkisten zur Hälfte geleehrt war. Auch ohne Taschenrechner konnten wir bestimmen, dass bei gleichbeibendem Konsum wir irgendwann nicht mehr das gewohnte Mineralwasser bieten würden können. Auch unsere Vitamalzvorräte wurden früher als erwartet angegangen, so dass wir beschlossen, noch am Samstag abend für Nachschub zu sorgen. Schliesslich wollten wir uns keinesfalls leertrinken lassen.
Später zeigte sich jedoch, dass Elkes Erfahrung vom Troisdorfer 6h-Lauf auch für 24h gilt: Anfangs trinken die Läufer Wasser wie die Weltmeister, doch am Ende können sie es nicht mehr sehen und steigen auf andere Getränke um.
Kurze Zeit später bekammen wir das Wasser dann sogar von oben, einer der angekündigten Schauer zog über Stadtoldendorf und brachte Leben in die Betreuerbude. Regenklamotten für alle bereitlegen, beim Umziehen helfen wenn nötig. Nach einigen Minuten wurde der Regen auch schon wieder von der Sonne vertrieben, die uns quasi als Entschuldigung auch noch einen herrlichen Regenbogen schenkte.

Meine Strichliste hat das Intermezzo leider nicht so gut vertragen, es war inzwischen mehr eine Kratzliste und wurde folgerichtig durch eine neue Liste ersetzt.
Der Abend kam und die Aufgaben der Betreuer wuchsen. Nachdem die Läufer nun schon mehr als sechs Stunden unterwegs waren, kannten sie inzwischen die Strecke und hatten weitestgehend ihr Tempo gefunden. Die Gespräche wurden weniger und eine lange Nacht stand bevor. Immer mehr mussten sich die Betreuer einfallen lassen, um Getränke und Essen an den Läufer zu bringen. Auch das rechtzeitige Bereitstehen wurde mit schwindendem Tageslicht und nach mehrfachen Kleidungswechseln immer schwieriger. Bis auf einige wenige Momente, in denen der ein oder andere Läufer urplötzlich hungrig oder durstig vor uns stand ist uns dieses aber meist gelungen.
Irgendwann im Laufe des Abends gab dann die Masteruhr des Veranstalters den Geist auf. Läufer ohne Uhr hatten fortan Schwierigkeiten herauszufinden, wie lange sie schon unterwegs waren. So sie das denn noch interessierte.
Für mich wurde das führen der Strichliste dadurch fast unmöglich, denn ausser dieser Uhr hatte ich nur noch mein Handy griffbereit. Zum meinem Glück aber hatte Margittas Mann seine schöne Bürouhr mitgebracht, die von nun an meine Masteruhr wurde.

Damit unsere Läufer gutgelaunt durch die Nacht laufen konnten, hatten wir uns ein paar kleinere Aktionen ausgedacht. Die erste davon starteten wir um 21:30 mit unserer Happy Hour: Cocktails zum halben Preis.

Natürlich waren das keine echten Cocktails, aber schön bunt und mit Zuckerrand sowie Limettenscheiben waren sie.
Auf Anfrage verrate ich auch die Rezepte, hahaha.
So gestärkt konnten unsere Raketen gut in die Nacht hineinlaufen.
Und morgen erzähle ich euch, wie es weiter ging.
Bald darauf ging es auch schon wieder ins Stadion, dass sich so langsam mit Läufern und Betreuern füllte. Inzwischen waren auch die restlichen Troisdorfer samt Material angekommen und die letzten Vorbereitungen konnten abgeschlossen werden.
Zwischendurch wurde noch hier und da ein Bekannter gesichtet und begrüßt, doch eigentlich wollten alle möglichst bald loslaufen.
Neben uns tauchte dann ein für mich bisher nur aus ihrem Blog bekanntes Gesicht auf. Margitta vom UltraIstGut-Blog hatte sich gleich nebenan bei den Dilledöppchen niedergelassen. Schön, dass ich sie und ihren Mann persönlich kennenlernen durfte. Und wichtig noch dazu, aber das kommt später.
Vor dem Start konnten noch Musikwünsche abgegeben werden, wir haben einfach mal fünf Lieder pro Läufer aufgeschrieben, von denen eine ganze Menge auch gespielt wurde. Ganz weit oben auf unseren Listen stand Peter Fox mit seinem Stadtaffen-Album.
Zu diesem Zeitpunkt zeigte sich das Wetter noch von seiner guten Seite, ein wenig Sonne aber nicht zu warm, was will das Läuferherz mehr.
Bevor dann endlich der langersehnte Startschuß fiel, oder auch nicht, wurden noch schnell die Vorjahressieger sowie die bekanntesten Teilnehmer vorgestellt.
Zu Beginn wurde ersteinmal eine Stadionrunde gedreht, bevor es auf die eigentlich Runde um das Stadion herum ging.
Gute zehn bis 15 Minuten hatten die versammelten Betreuer jetzt Zeit, sich in Ihre Arbeitsposition für die kommenden 24 Stunden zu begeben.
Neben unserem Pavillion mit Tisch und den Lebensmitteln hatten wir noch einen Stehtisch mit Sonnenschirm aufgebaut. Unsere Läufer sollten vom Tisch essen können, aber bitte schön, nicht im Sitzen. Es sollte ja nicht zu gemütlich werden.
Der Sonnenschirm hat jedoch zwei Nachteile. Zum einen ist er ziemlich windanfällig und zum anderen nicht hundertprozentig wasserdicht. Bei stärkeren Windböen mussten wir ihn immer wieder aus der Halterung nehmen, aber das hält auch die Betreuer fit.
Ich hatte mir eine Strichliste vorbereitet, in der ich die gelaufenen Runden unserer Läufer notieren konnte und den Überblick über die Rundenzeiten behalten konnte.
Für die ersten Stunden war für uns keine sonderlich schwierige Arbeit zu erwarten, alle Teilnehmer waren noch fit, gutgelaunt und ernährungswillig. Allenfalls konnten wir gelegentlich ein ruhiges Tempo anmahnen.
Zu diesem Zeitpunkt wurde sogar so fleissig Wasser getrunken, dass nach nur dreieinhalb Stunden bereits die zweite unserer vier Gerolsteiner Wasserkisten zur Hälfte geleehrt war. Auch ohne Taschenrechner konnten wir bestimmen, dass bei gleichbeibendem Konsum wir irgendwann nicht mehr das gewohnte Mineralwasser bieten würden können. Auch unsere Vitamalzvorräte wurden früher als erwartet angegangen, so dass wir beschlossen, noch am Samstag abend für Nachschub zu sorgen. Schliesslich wollten wir uns keinesfalls leertrinken lassen.
Später zeigte sich jedoch, dass Elkes Erfahrung vom Troisdorfer 6h-Lauf auch für 24h gilt: Anfangs trinken die Läufer Wasser wie die Weltmeister, doch am Ende können sie es nicht mehr sehen und steigen auf andere Getränke um.
Kurze Zeit später bekammen wir das Wasser dann sogar von oben, einer der angekündigten Schauer zog über Stadtoldendorf und brachte Leben in die Betreuerbude. Regenklamotten für alle bereitlegen, beim Umziehen helfen wenn nötig. Nach einigen Minuten wurde der Regen auch schon wieder von der Sonne vertrieben, die uns quasi als Entschuldigung auch noch einen herrlichen Regenbogen schenkte.
Meine Strichliste hat das Intermezzo leider nicht so gut vertragen, es war inzwischen mehr eine Kratzliste und wurde folgerichtig durch eine neue Liste ersetzt.
Der Abend kam und die Aufgaben der Betreuer wuchsen. Nachdem die Läufer nun schon mehr als sechs Stunden unterwegs waren, kannten sie inzwischen die Strecke und hatten weitestgehend ihr Tempo gefunden. Die Gespräche wurden weniger und eine lange Nacht stand bevor. Immer mehr mussten sich die Betreuer einfallen lassen, um Getränke und Essen an den Läufer zu bringen. Auch das rechtzeitige Bereitstehen wurde mit schwindendem Tageslicht und nach mehrfachen Kleidungswechseln immer schwieriger. Bis auf einige wenige Momente, in denen der ein oder andere Läufer urplötzlich hungrig oder durstig vor uns stand ist uns dieses aber meist gelungen.
Irgendwann im Laufe des Abends gab dann die Masteruhr des Veranstalters den Geist auf. Läufer ohne Uhr hatten fortan Schwierigkeiten herauszufinden, wie lange sie schon unterwegs waren. So sie das denn noch interessierte.
Für mich wurde das führen der Strichliste dadurch fast unmöglich, denn ausser dieser Uhr hatte ich nur noch mein Handy griffbereit. Zum meinem Glück aber hatte Margittas Mann seine schöne Bürouhr mitgebracht, die von nun an meine Masteruhr wurde.
Damit unsere Läufer gutgelaunt durch die Nacht laufen konnten, hatten wir uns ein paar kleinere Aktionen ausgedacht. Die erste davon starteten wir um 21:30 mit unserer Happy Hour: Cocktails zum halben Preis.
Natürlich waren das keine echten Cocktails, aber schön bunt und mit Zuckerrand sowie Limettenscheiben waren sie.
Auf Anfrage verrate ich auch die Rezepte, hahaha.
So gestärkt konnten unsere Raketen gut in die Nacht hineinlaufen.
Und morgen erzähle ich euch, wie es weiter ging.
Dienstag, 23. Juni 2009
24h Warm up
Hier nun Teil 1 des Berichts zu den bereits gestern ins Netz gestellten Fotos. Da ich manchmal ein bischen langsam bin beim Schreiben, ich die Fotos aber möglichst zeitnah ins Netz stellen wollte, habe ich diesen Weg gewählt.
In diesem Jahr fanden in Stadtoldendorf die Deutschen Meisterschaften im 24h-Lauf der Deutschen Ultramarathon-Vereinigung (DUV) statt. Falls sich jemand nichts darunter vorstellen kann, seid nicht traurig, vor nicht einmal zwei Jahren hatte ich auch noch keinen Schimmer davon.
Also, beim 24h Lauf gibt es einen Rundkurs (hier etwa 2km lang) und die Teilnehmer haben 24 Stunden Zeit, um möglichst viele Runden zu laufen. Man darf dabei jederzeit Pause machen, was essen, schlafen oder was auch immer sonst tun. Nur Fahrradfahren oder sich tragen lassen z.B. ist nicht erlaubt.
Ursrpünglich habe ich auch mit dem Gedanken gespielt mitzulaufen, doch in den letzten Monaten fehlten mir einfach zu viele Trainingseinheiten, so dass ich letztendlich absagte und ins Betreuerteam wechselte. Im Nachhinein eine gute Entscheidung, denn auch das hat richtig viel Spass gemacht und wir hatten danach keinen Muskelkater.
Dafür waren dann mit Gaby, Elke, Sabine, Martin und Michael insgesamt fünf Troisdorfer mit am Start, denen mit Elke, Martina, Markus, Mattin und mir ebensoviele Betreuer gegenüberstanden. Damit dürften wir mit zu den größten Teams gehört haben.
Nach langer Vorbereitung samt Vorbesprechung und Einkaufslistenerstellung war es am Freitag endlich soweit. Mit voll beladenen Autos konnten wir uns auf den Weg nach Stadtoldendorf machen. Gaby und ich hatten als einzige schon Freitag freigenommen, so dass wir die Vorhut bildeten und einen schönen Platz für unseren Versorgungspavillion sichern sollten.
Der Ausdruck aus dem Routenplaner verhieß nichts Gutes für die Anreise. Über die A1 und die A44 Richtung Paderborn und dann noch eine Stunde über Landstrassen mitten ins Weserbergland. Ziemlich ab vom Schuss würde ich als Autobahnverwöhnter Troisdorfer mal sagen. Aber zumindest die Luftqualität dürfte entsprechend besser sein als zuhause.
Im Gegensatz zu den anderen M.U.T.lern hatten wir aufgrund unseres frühen Reisetermins zum Glück keine Staus und waren pünktlich um 14:00 Uhr am noch fast leeren Stadion. Damit hatten wir die fast freie Platzwahl und haben unseren schönen weissen Pavillion am Ausgang der Kurve aufgestellt. Es lief alles nach Plan.
Naja, fast alles. Der erste starke Windstoß zeigt uns gleich, was vom Pavillionzubehör fehlte: Die Heringe.
Gut das nebenan ein 24h-Profi wohnte. Simone aus Berlin hatte jede Menge Ersatzheringe dabei und ein paar Minuten später stand auch unser Pavillion sicher.

Bevor wir uns dann in Richtung Hotel aufmachten, haben wir noch schnell einen Rundgang über die Strecke gewagt. Keine Frage, der Kurs ist nicht einfach. Nach einer Stadionrunde geht es über eine schmalen, unebenen, gepflasterten Weg ganz leicht bergauf. Ein kurzes Stück Asphalt leitet über auf einige hundert Meter Feldweg mit Kieselsteinen unterschiedlichster Größe. Über eine Behelfsbrücke geht es dann auf eine fast neue Strasse, dementsprechend gut ist hier noch der Belag. Am Ende dieses Stücks kommt man dann wieder ins Stadion und freut sich auf die Betreuer (oder auch nicht)
Doch halt. Hatte ich vorhin nicht was von bergauf erzählt? Genau. Auf einem Rundkurs gehört zu einem Bergaufstück ja auch meist ein Bergabstück. In Stadtoldendorf ist das nicht anders und so kam am Stadioneingang der Abhang. Auf dem Foto sieht er harmlos aus, doch ich bin sicher, nach ein paar Runden haben die Läufer ihn verflucht.

Nach diesem kleinen Rundgang haben wir uns dann auf den Weg ins Hotel gemacht. Für die Nacht vor dem Wettkampf hatten wir uns das Hotel Weserbergland ausgesucht, keine schlechte Wahl. Die Zimmer samt der Betten waren richtig gut und auch das Frühstückbuffet am nächsten Morgen liess nichts zu wünschen übrig.
Die Stadt selbst wirkt ein wenig verlassen, aber vielleicht waren die meisten Einwohner auch als Helfer beim 24h-Lauf beschäftigt. Zumindest fanden wir ein kleines italienisches Bistrot, in dem wir richtig leckere Nudeln essen konnten.
Schwieriger war es dann schon, eine Ansichtskarte von Stadtoldendorf zu bekommen. Ich hätte in der Gegend eigentlich mehr Tourismus erwartet.
Gegen Abend sind wir dann nochmal ins Stadion gegangen, inzwischen sollten die restlichen Troisdorfer ja auch angekommen sein. Doch der Freitagsverkehr zeigte sich von seiner besten Seite und so dauerte es bis nach sieben Uhr, bis endlich alle da waren. Dann wurde nur noch schnell das zweite Zelt aufgebaut und der Begrüßungssekt samt Startunterlagen entgegengenommen.

So versorgt konnten sich die Läufer und Betreuer in ihre Betten verziehen und sich noch einmal richtig ausschlafen und von den kommenden langen Stunden träumen.
Was dabei herausgekommen ist, verrate ich Euch im zweiten Teil, der vom eigentlichen 24h-Lauf berichtet.
In diesem Jahr fanden in Stadtoldendorf die Deutschen Meisterschaften im 24h-Lauf der Deutschen Ultramarathon-Vereinigung (DUV) statt. Falls sich jemand nichts darunter vorstellen kann, seid nicht traurig, vor nicht einmal zwei Jahren hatte ich auch noch keinen Schimmer davon.
Also, beim 24h Lauf gibt es einen Rundkurs (hier etwa 2km lang) und die Teilnehmer haben 24 Stunden Zeit, um möglichst viele Runden zu laufen. Man darf dabei jederzeit Pause machen, was essen, schlafen oder was auch immer sonst tun. Nur Fahrradfahren oder sich tragen lassen z.B. ist nicht erlaubt.
Ursrpünglich habe ich auch mit dem Gedanken gespielt mitzulaufen, doch in den letzten Monaten fehlten mir einfach zu viele Trainingseinheiten, so dass ich letztendlich absagte und ins Betreuerteam wechselte. Im Nachhinein eine gute Entscheidung, denn auch das hat richtig viel Spass gemacht und wir hatten danach keinen Muskelkater.
Dafür waren dann mit Gaby, Elke, Sabine, Martin und Michael insgesamt fünf Troisdorfer mit am Start, denen mit Elke, Martina, Markus, Mattin und mir ebensoviele Betreuer gegenüberstanden. Damit dürften wir mit zu den größten Teams gehört haben.
Nach langer Vorbereitung samt Vorbesprechung und Einkaufslistenerstellung war es am Freitag endlich soweit. Mit voll beladenen Autos konnten wir uns auf den Weg nach Stadtoldendorf machen. Gaby und ich hatten als einzige schon Freitag freigenommen, so dass wir die Vorhut bildeten und einen schönen Platz für unseren Versorgungspavillion sichern sollten.
Der Ausdruck aus dem Routenplaner verhieß nichts Gutes für die Anreise. Über die A1 und die A44 Richtung Paderborn und dann noch eine Stunde über Landstrassen mitten ins Weserbergland. Ziemlich ab vom Schuss würde ich als Autobahnverwöhnter Troisdorfer mal sagen. Aber zumindest die Luftqualität dürfte entsprechend besser sein als zuhause.
Im Gegensatz zu den anderen M.U.T.lern hatten wir aufgrund unseres frühen Reisetermins zum Glück keine Staus und waren pünktlich um 14:00 Uhr am noch fast leeren Stadion. Damit hatten wir die fast freie Platzwahl und haben unseren schönen weissen Pavillion am Ausgang der Kurve aufgestellt. Es lief alles nach Plan.
Naja, fast alles. Der erste starke Windstoß zeigt uns gleich, was vom Pavillionzubehör fehlte: Die Heringe.
Gut das nebenan ein 24h-Profi wohnte. Simone aus Berlin hatte jede Menge Ersatzheringe dabei und ein paar Minuten später stand auch unser Pavillion sicher.
Bevor wir uns dann in Richtung Hotel aufmachten, haben wir noch schnell einen Rundgang über die Strecke gewagt. Keine Frage, der Kurs ist nicht einfach. Nach einer Stadionrunde geht es über eine schmalen, unebenen, gepflasterten Weg ganz leicht bergauf. Ein kurzes Stück Asphalt leitet über auf einige hundert Meter Feldweg mit Kieselsteinen unterschiedlichster Größe. Über eine Behelfsbrücke geht es dann auf eine fast neue Strasse, dementsprechend gut ist hier noch der Belag. Am Ende dieses Stücks kommt man dann wieder ins Stadion und freut sich auf die Betreuer (oder auch nicht)
Doch halt. Hatte ich vorhin nicht was von bergauf erzählt? Genau. Auf einem Rundkurs gehört zu einem Bergaufstück ja auch meist ein Bergabstück. In Stadtoldendorf ist das nicht anders und so kam am Stadioneingang der Abhang. Auf dem Foto sieht er harmlos aus, doch ich bin sicher, nach ein paar Runden haben die Läufer ihn verflucht.
Nach diesem kleinen Rundgang haben wir uns dann auf den Weg ins Hotel gemacht. Für die Nacht vor dem Wettkampf hatten wir uns das Hotel Weserbergland ausgesucht, keine schlechte Wahl. Die Zimmer samt der Betten waren richtig gut und auch das Frühstückbuffet am nächsten Morgen liess nichts zu wünschen übrig.
Die Stadt selbst wirkt ein wenig verlassen, aber vielleicht waren die meisten Einwohner auch als Helfer beim 24h-Lauf beschäftigt. Zumindest fanden wir ein kleines italienisches Bistrot, in dem wir richtig leckere Nudeln essen konnten.
Schwieriger war es dann schon, eine Ansichtskarte von Stadtoldendorf zu bekommen. Ich hätte in der Gegend eigentlich mehr Tourismus erwartet.
Gegen Abend sind wir dann nochmal ins Stadion gegangen, inzwischen sollten die restlichen Troisdorfer ja auch angekommen sein. Doch der Freitagsverkehr zeigte sich von seiner besten Seite und so dauerte es bis nach sieben Uhr, bis endlich alle da waren. Dann wurde nur noch schnell das zweite Zelt aufgebaut und der Begrüßungssekt samt Startunterlagen entgegengenommen.
So versorgt konnten sich die Läufer und Betreuer in ihre Betten verziehen und sich noch einmal richtig ausschlafen und von den kommenden langen Stunden träumen.
Was dabei herausgekommen ist, verrate ich Euch im zweiten Teil, der vom eigentlichen 24h-Lauf berichtet.
Montag, 22. Juni 2009
Bilder vom 24h-Lauf in Stadtoldendorf
Wie schon angedroht, habe ich das Wochenende genutzt, um jede Menge Läufer bei den 24h von Stadtoldendorf am Laufen zu hindern.
Bevor ich über die Erfahrungen schreibe, hier schon mal ein paar
Fotos vom 24-Stundenlauf
Der Bericht wird sicher etwas länger werden, war ja schließlich auch ein langes Sportereignis.
Bevor ich über die Erfahrungen schreibe, hier schon mal ein paar
Fotos vom 24-Stundenlauf
Der Bericht wird sicher etwas länger werden, war ja schließlich auch ein langes Sportereignis.
Donnerstag, 18. Juni 2009
Wer nicht läuft, betreut! Und zwar 24 Stunden!
Vor einiger Zeit spielte ich mal mit dem Gedanken, ein echter Ultraläufer zu werden.
In meinem Familien- und Bekanntenkreis tauchte die DUV-Meisterschaft im 24h Lauf in Stadtoldendorf auf.
Da ich für meine Verhältnisse in diesem Jahr viel und lang trainiert hatte, wollte ich eigentlich auch daran teilnehmen. Nicht mit der Aussicht auf ein richtig gutes Resultat, aber ein gutes Durchkommen hatte ich mir schon zugetraut.
Doch dann kamen die Koreareisen....
Innerhalb der letzten zwei Monate war ich nun schon drei Mal für ein bis zwei Wochen in der Nähe von Pusan.
Neben der langen Reisezeit (vorzugsweise an den sonst fürs Laufen vorgesehenen Wochenenden) macht mir die Zeitverschiebung von sieben Stunden doch ziemlich zu schaffen. Die reine Umstellung der Schlafenszeit geht eigentlich ganz gut, doch irgendwie habe ich kräftemäßig doch stets eine ganze Woche daran zu knabbern.
Das äußert sich in totaler Lauf- und auch PC-Unlust.
Von meiner dritten Reise bin ich jetzt fünf Tage wieder zurück und bin erst heute die ersten Kilometerchen gelaufen und sitze zum ersten mal länger als fünf Minuten vor dem Rechner.
An längere Läufe ist gar nicht zu denken, eher an Diätbedarf. Satte vier Kilo habe ich zugelegt, uff.
Aber damit beginne ich nächste Woche....
Zunächst werde ich mit einigen anderen die fünf Troisdorfer Läufer in Stadtoldendorf betreuen. Bis auf Michael nehmen alle zum ersten Mal an einem 24-h-Lauf teil, so dass es sicher sehr spannend werden wird. Wir Betreuer werden auf jeden Fall auch unser Bestes geben und unsere Jungs und Mädels die ganze Zeit bei Laune zu halten versuchen.
In meinem Familien- und Bekanntenkreis tauchte die DUV-Meisterschaft im 24h Lauf in Stadtoldendorf auf.
Da ich für meine Verhältnisse in diesem Jahr viel und lang trainiert hatte, wollte ich eigentlich auch daran teilnehmen. Nicht mit der Aussicht auf ein richtig gutes Resultat, aber ein gutes Durchkommen hatte ich mir schon zugetraut.
Doch dann kamen die Koreareisen....
Innerhalb der letzten zwei Monate war ich nun schon drei Mal für ein bis zwei Wochen in der Nähe von Pusan.
Neben der langen Reisezeit (vorzugsweise an den sonst fürs Laufen vorgesehenen Wochenenden) macht mir die Zeitverschiebung von sieben Stunden doch ziemlich zu schaffen. Die reine Umstellung der Schlafenszeit geht eigentlich ganz gut, doch irgendwie habe ich kräftemäßig doch stets eine ganze Woche daran zu knabbern.
Das äußert sich in totaler Lauf- und auch PC-Unlust.
Von meiner dritten Reise bin ich jetzt fünf Tage wieder zurück und bin erst heute die ersten Kilometerchen gelaufen und sitze zum ersten mal länger als fünf Minuten vor dem Rechner.
An längere Läufe ist gar nicht zu denken, eher an Diätbedarf. Satte vier Kilo habe ich zugelegt, uff.
Aber damit beginne ich nächste Woche....
Zunächst werde ich mit einigen anderen die fünf Troisdorfer Läufer in Stadtoldendorf betreuen. Bis auf Michael nehmen alle zum ersten Mal an einem 24-h-Lauf teil, so dass es sicher sehr spannend werden wird. Wir Betreuer werden auf jeden Fall auch unser Bestes geben und unsere Jungs und Mädels die ganze Zeit bei Laune zu halten versuchen.
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