In diesem Jahr fanden in Stadtoldendorf die Deutschen Meisterschaften im 24h-Lauf der Deutschen Ultramarathon-Vereinigung (DUV) statt. Falls sich jemand nichts darunter vorstellen kann, seid nicht traurig, vor nicht einmal zwei Jahren hatte ich auch noch keinen Schimmer davon.
Also, beim 24h Lauf gibt es einen Rundkurs (hier etwa 2km lang) und die Teilnehmer haben 24 Stunden Zeit, um möglichst viele Runden zu laufen. Man darf dabei jederzeit Pause machen, was essen, schlafen oder was auch immer sonst tun. Nur Fahrradfahren oder sich tragen lassen z.B. ist nicht erlaubt.
Ursrpünglich habe ich auch mit dem Gedanken gespielt mitzulaufen, doch in den letzten Monaten fehlten mir einfach zu viele Trainingseinheiten, so dass ich letztendlich absagte und ins Betreuerteam wechselte. Im Nachhinein eine gute Entscheidung, denn auch das hat richtig viel Spass gemacht und wir hatten danach keinen Muskelkater.
Dafür waren dann mit Gaby, Elke, Sabine, Martin und Michael insgesamt fünf Troisdorfer mit am Start, denen mit Elke, Martina, Markus, Mattin und mir ebensoviele Betreuer gegenüberstanden. Damit dürften wir mit zu den größten Teams gehört haben.
Nach langer Vorbereitung samt Vorbesprechung und Einkaufslistenerstellung war es am Freitag endlich soweit. Mit voll beladenen Autos konnten wir uns auf den Weg nach Stadtoldendorf machen. Gaby und ich hatten als einzige schon Freitag freigenommen, so dass wir die Vorhut bildeten und einen schönen Platz für unseren Versorgungspavillion sichern sollten.
Der Ausdruck aus dem Routenplaner verhieß nichts Gutes für die Anreise. Über die A1 und die A44 Richtung Paderborn und dann noch eine Stunde über Landstrassen mitten ins Weserbergland. Ziemlich ab vom Schuss würde ich als Autobahnverwöhnter Troisdorfer mal sagen. Aber zumindest die Luftqualität dürfte entsprechend besser sein als zuhause.
Im Gegensatz zu den anderen M.U.T.lern hatten wir aufgrund unseres frühen Reisetermins zum Glück keine Staus und waren pünktlich um 14:00 Uhr am noch fast leeren Stadion. Damit hatten wir die fast freie Platzwahl und haben unseren schönen weissen Pavillion am Ausgang der Kurve aufgestellt. Es lief alles nach Plan.
Naja, fast alles. Der erste starke Windstoß zeigt uns gleich, was vom Pavillionzubehör fehlte: Die Heringe.
Gut das nebenan ein 24h-Profi wohnte. Simone aus Berlin hatte jede Menge Ersatzheringe dabei und ein paar Minuten später stand auch unser Pavillion sicher.
Bevor wir uns dann in Richtung Hotel aufmachten, haben wir noch schnell einen Rundgang über die Strecke gewagt. Keine Frage, der Kurs ist nicht einfach. Nach einer Stadionrunde geht es über eine schmalen, unebenen, gepflasterten Weg ganz leicht bergauf. Ein kurzes Stück Asphalt leitet über auf einige hundert Meter Feldweg mit Kieselsteinen unterschiedlichster Größe. Über eine Behelfsbrücke geht es dann auf eine fast neue Strasse, dementsprechend gut ist hier noch der Belag. Am Ende dieses Stücks kommt man dann wieder ins Stadion und freut sich auf die Betreuer (oder auch nicht)
Doch halt. Hatte ich vorhin nicht was von bergauf erzählt? Genau. Auf einem Rundkurs gehört zu einem Bergaufstück ja auch meist ein Bergabstück. In Stadtoldendorf ist das nicht anders und so kam am Stadioneingang der Abhang. Auf dem Foto sieht er harmlos aus, doch ich bin sicher, nach ein paar Runden haben die Läufer ihn verflucht.
Nach diesem kleinen Rundgang haben wir uns dann auf den Weg ins Hotel gemacht. Für die Nacht vor dem Wettkampf hatten wir uns das Hotel Weserbergland ausgesucht, keine schlechte Wahl. Die Zimmer samt der Betten waren richtig gut und auch das Frühstückbuffet am nächsten Morgen liess nichts zu wünschen übrig.
Die Stadt selbst wirkt ein wenig verlassen, aber vielleicht waren die meisten Einwohner auch als Helfer beim 24h-Lauf beschäftigt. Zumindest fanden wir ein kleines italienisches Bistrot, in dem wir richtig leckere Nudeln essen konnten.
Schwieriger war es dann schon, eine Ansichtskarte von Stadtoldendorf zu bekommen. Ich hätte in der Gegend eigentlich mehr Tourismus erwartet.
Gegen Abend sind wir dann nochmal ins Stadion gegangen, inzwischen sollten die restlichen Troisdorfer ja auch angekommen sein. Doch der Freitagsverkehr zeigte sich von seiner besten Seite und so dauerte es bis nach sieben Uhr, bis endlich alle da waren. Dann wurde nur noch schnell das zweite Zelt aufgebaut und der Begrüßungssekt samt Startunterlagen entgegengenommen.
So versorgt konnten sich die Läufer und Betreuer in ihre Betten verziehen und sich noch einmal richtig ausschlafen und von den kommenden langen Stunden träumen.
Was dabei herausgekommen ist, verrate ich Euch im zweiten Teil, der vom eigentlichen 24h-Lauf berichtet.